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Unterhaltung

Sacha Baron Cohen verteidigt Rückkehr von Ali G

Sacha Baron Cohen veröffentlicht am 23. Oktober 2026 seinen neuen Film Ali G: Who Iz I?. Trotz Boykottaufrufen und Kritik an der Darstellung stereotyper Figuren verteidigt der Regisseur und Hauptdarsteller die Rückkehr seiner Kunstfigur als notwendiges Mittel, um soziale Vorurteile und durch KI sowie soziale Medien verbreitete Desinformationen offenzulegen.

Rückkehr nach 12 Jahren: die Motivation hinter dem neuen Film

Sacha Baron Cohen bringt seine Figur Ali G nach einer zwölfjährigen Pause zurück auf die Leinwand. Der Film Ali G: Who Iz I?, der am 23. Oktober 2026 in den Kinos startet, markiert zudem das Regiedebüt des 55-jährigen Komikers. Baron Cohen betonte in einem Essay für das Time Magazine, dass er sich der Kritik an der Figur bewusst sei. Er bezeichnet Ali G als einen weißen Schwachkopf – einen wahnhaften kulturellen Aneigner, der sich bei seinen Vorbildern aus der Hip-Hop-Szene bediene.

Die Entscheidung für das Comeback begründet der Schöpfer mit dem aktuellen gesellschaftlichen Klima. Laut Baron Cohen sei die Welt heute in vielerlei Hinsicht schlechter als vor zwei Jahrzehnten. Er sieht in der Figur ein Werkzeug, um Vorurteile und die durch soziale Medien sowie Künstliche Intelligenz befeuerte Propaganda zu entlarven. Die Tatsache, dass Ali G veraltet und problematisch ist, ist genau der Grund, warum ich ihn wiederbelebt habe, erklärte der Komiker. Das Independent-Blatt hob ergänzend hervor, dass der Schöpfer im Juli dieses Jahres die Dreharbeiten zum Ali-G-Nachfolger abschloss, wobei weite Teile im Geheimen gefilmt wurden und die Komödiantin Morgana Robinson als Partnerin von Ali G in der Rolle von Julie zu sehen ist.

Widerstand und Boykottaufrufe gegen die Produktion

Das Filmprojekt sieht sich seit seiner Ankündigung mit massivem Gegenwind konfrontiert. Die britische Nachrichtenplattform NewsCord initiierte eine Kampagne, die Kinos weltweit dazu aufruft, den Film nicht zu zeigen. Laut Medienberichten wurden bereits 55.000 E-Mails an Kinobetreiber verschickt, in denen die Figur als ein Alibi für Rassismus bezeichnet wird. Auch die britische Filmbehörde BBFC wurde aufgefordert, dem Film die Freigabe zu verweigern, was diese jedoch ablehnte und laut Berichten von NewsCord eine Altersfreigabe ab 15 Jahren erteilte.

Sacha Baron Cohen verteidigt Rückkehr von Ali G
Foto: metro.co.uk

In Großbritannien reagierte Phil Clapp, der Vorsitzende der UK Cinema Association, auf die Forderungen mit dem Hinweis, dass Kinos dazu da seien, ein breites Publikum zu unterhalten. Dennoch berichten Quellen, dass unter anderem die Kinokette Picturehouse keine Vorstellungen des Films geplant hat. Unterstützer des Projekts, wie der Drehbuchautor Colton Dunn, halten dagegen: Aus meiner Sicht ist Ali G keine rassistische Figur. Ali G ist ein Werkzeug, um Rassisten zu entlarven, sagte er gegenüber Deadline, während er zugleich betonte, er würde niemals an der Seite von jemandem arbeiten, den er für rassistisch hält. In einer Gegenüberstellung hierzu wies das Medienportal NME darauf hin, dass schwarze britische Komiker die Kunstfigur bereits im Jahr 2000 als ein Alibi für Rassismus bezeichneten und Jeanette Winterson die Figur mit den Black and White Minstrels verglich.

Herausforderungen bei der Produktion und die Zukunft der Guerilla-Comedy

Die Dreharbeiten zu Ali G: Who Iz I? waren laut Baron Cohen mit erheblichen Risiken verbunden. In einem Interview mit The Hollywood Reporter sprach er über die Schwierigkeiten, die Produktion unter extremen Bedingungen durchzuführen, inklusive einer Schlussszene, die über 12 verschiedene Orte hinweg in einer kontinuierlichen Einstellung gedreht wurde. Der Komiker gab an, für diese riskanten Szenen teilweise sein eigenes Geld investiert zu haben, da die Versicherungsabdeckungen nicht ausreichten. Langjährige Weggefährten wie Dan Mazer beschrieben Baron Cohen gegenüber dem Hollywood Reporter als den Michael Jordan dieser Art des Filmemachens, während Anthony „Ant“ Hines anmerkte, dass sein Kollege vor allem das intensive Adrenalin vermisst habe.

Extended Interview: Sacha Baron Cohen

Ich habe diesen Film gemacht, weil ich Angst vor dieser Welt der Verschwörungen und Lügen habe, die von sozialen Medien und jetzt von KI verbreitet werden. Wenn wir diese gemeinsamen Fakten nicht haben, dann zerbröckeln Demokratien und wir können keine tolerante Gesellschaft haben.

Trotz des ambitionierten Projekts bleibt Baron Cohen bei seiner Ankündigung, dass dies der letzte Film dieser Art sein wird. Er betonte, er sei müde von den ständigen Risiken und den Drohungen, die seine Guerilla-Comedy-Projekte begleiten. Ob es bei diesem Entschluss bleibt, bleibt abzuwarten, da er in der Vergangenheit bereits mehrfach das Ende seiner Kunstfiguren verkündet und diese später dennoch wieder aufgegriffen hatte.

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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

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