Christophe Darbellay will bei den Wahlen 2027 für die Nachfolge der zurücktretenden Walliser Mitte-Ständerätin Marianne Maret im Ständerat kandidieren. Der 55-jährige Staatsrat reagierte umgehend auf Marets angekündigten Abschied und strebt damit eine Rückkehr in die eidgenössischen Räte in Bern an.
Die politische Landschaft im Wallis gerät in Bewegung. Nur wenige Minuten, nachdem die Walliser Mitte-Ständerätin Marianne Maret (68) angekündigt hatte, dass sie nach zwei Amtszeiten auf eine neuerliche Kandidatur verzichtet und damit ihre politische Laufbahn in Bern beendet, machte Christophe Darbellay (55) seine Ambitionen öffentlich.
Rückkehr nach Bern anvisiert
Darbellay zögerte nach den Angaben nicht lange mit seiner Entscheidung. Für den ehemaligen CVP-Präsidenten, der von 2003 bis 2015 im Nationalrat saß und ab 2006 zehn Jahre lang die Partei anführte, würde der Einzug in den Ständerat eine Rückkehr auf die nationale Bühne bedeuten. Aktuell ist er als Walliser Staatsrat tätig und leitet das Departement für Volkswirtschaft und Bildung.
Mit seinem schnellen Vorpreschen setzt Darbellay frühzeitig Akzente für die Wahlen in rund einem Jahr. Er versucht damit, sich einen entscheidenden Vorsprung im Rennen um die Nachfolge zu sichern. Seit der Gründung des Bundesstaates im Jahr 1848 stellen die Vorgängerpartei CVP und die heutige Mitte traditionell beide Walliser Ständeräte.
Interne Konkurrenz im Unterwallis
Ein automatischer Durchmarsch ist für Darbellay jedoch keineswegs gesichert. Konkurrenz droht aus den eigenen Reihen: Carole Melly-Basili (38), Vizefraktionschefin von Le Centre im Grossen Rat, erwägt ebenfalls eine Kandidatur für den Ständerat – und das offenbar ohne vorherige Absprache mit Darbellay. Dieser Umstand habe ihn aufgeschreckt und verärgert, was ihn letztlich zu seinem schnellen Handeln veranlasste, um vollendete Tatsachen zu schaffen.
Die Frist für Bewerbungen um die Ständeratskandidatur wurde von der Mitte Unterwallis auf den 14. Dezember festgelegt. Über die offizielle Nomination entscheidet im Anschluss der Parteikongress.
Auch interessant