Deutsche Sicherheitsbehörden haben in einem Wald im brandenburgischen Umfeld der Hauptstadt Berlin ein verstrecktes Waffendepot ausgehoben. Nach DW von Medien wie der Süddeutschen Zeitung sowie den öffentlich-rechtlichen Sendern NDR und WDR entdeckten Sicherheitskräfte bereits im vergangenen Jahr eine professionell angelegte Versteckmöglichkeit mit zwei Handfeuerwaffen und dazugehöriger Munition.
Waffendepot in Brandenburger Wäldern entdeckt
Die zuständige Bundesanwaltschaft führt Ermittlungen wegen des Anfangsverdachts der Vorbereitung einer schweren staatsgefährdenden Gewalttat. Im Zuge der Ermittlungen wurde nach Angaben von Innenminister Alexander Dobrindt ein Tatverdächtiger in Rumänien festgenommen. Die Bundesrepublik steht mit rumänischen Behörden wegen einer möglichen Auslieferung des Beschuldigten in Kontakt.
Ermittlungen zu russischen nachrichtendienstlichen Verbindungen
Nach Informationen von Süddeutscher Zeitung, NDR und WDR ist das Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) davon überzeugt, dass das Waldversteck im Auftrag der russischen Geheimdienste angelegt wurde. Die Waffen sollen demnach für sogenannte kinetische Operationen und gezielte Anschläge in Deutschland bestimmt gewesen sein. Als mögliche Ziele wurden in den Medienberichten Rüstungsmanager, exilierte Oppositionelle sowie Unterstützer der Ukraine genannt.
Innenminister Dobrindt erklärte auf einer Pressekonferenz, dass eine Beteiligung ausländischer Mächte nicht ausgeschlossen werden könne. Der Minister betonte, der Fall verdeutliche, dass man sich in einer Bedrohungslage bewege. Eine direkte Bestätigung der Berichte über eine russische Steuerung lehnte Dobrindt ab, erklärte jedoch, Deutschland sei das tägliche Ziel hybrider Kriegführung, was Spionage, Sabotage, Cyberangriffe und verdeckte Operationen umfasse. Die russische Botschaft in Berlin äußerte sich auf entsprechende Anfragen nicht unmittelbar.
Überwachung des Verstecks und Festnahmen
Wie unter anderem die Nachrichtenagentur dpa berrichtete, hatten die Ermittler die aufgefundenen Pistolen vor Ort deaktiviert, sie jedoch unversehrt an ihrem Fundort belassen und die Örtlichkeit daraufhin über Monate hinweg überwacht. Da sich keine Personen näherten, gehen die Behörden davon aus, dass die mutmaßlichen Täter bemerkt hatten, dass das Versteck enttarnt worden war.
Innenminister Dobrindt führte zudem aus, dass der in Rumänien festgenommene Verdächtige im Zusammenhang mit geplanten Briefbombenattentaten stehe. Der Minister bezeichnete den Beschuldigten als einen low-level agent
, dem die übergeordnete Befehlsstruktur nicht bekannt gewesen sei. Ähnliche Festnahmen anderer uninformierter Operateure – darunter ein kasachischer Staatsbürger – habe es ebenfalls in diesem Jahr gegeben.
Hintergrund früherer Vorkommnisse und Sabotageabwehr
Die Entdeckung des Waffendepots reiht sich in eine Reihe von Warnungen deutscher Sicherheitsbehörden ein. Der Präsident des Bundesamtes für Verfassungsschutz, Sinan Selen, hatte zuvor mehrfach vor möglichen Angriffen auf spezifische Zielpersonen gewarnt. Auch im internationalen Raum gab es in den vergangenen Jahren vergleichbare Vorkommnisse, darunter von den Medien genannte Berichte über vereitelte Anschlagspläne auf Führungskräfte der deutschen Rüstungsindustrie wie den Chef von Rheinmetall, Armin Papperger, sowie Aussagen von Vertretern der Firma Donaustahl.

Die Bundesanwaltschaft sowie das Bundesamt für Verfassungsschutz selbst lehnten weitere Stellungnahmen zu den laufenden Ermittlungen ab. Die juristischen Schritte zur Aufklärung der Hintergründe und das Auslieferungsverfahren des Verdächtigen aus Rumänien dauern an.
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