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Sport

Robin Goomes gewinnt Red Bull Rampage trotz Abbruch der Männerwertung

Die diesjährige Red Bull Rampage im US-Bundesstaat Utah endete nach starken Winden mit einem Abbruch des Männerwettbewerbs, während die Neuseländerin Robin Goomes ihren dritten Titel in Folge sicherte. Experten und Medien kritisieren das Event jedoch scharf wegen extremer Stürze und schwerer Verletzungen von Top-Fahrern.

Es gilt als das gefährlichste Spektakel im Mountainbike-Sport. In der Wüste von Utah stürzen sich die besten Freerider der Welt steile Felswände hinunter, springen über riesige Canyons und wählen ihre eigenen Linien durch das rostrote Gestein ohne vorgegebene Rennstrecke. Für die Athleten geht es bei dem Event nicht nur um Ruhm, sondern auch um hohe Preisgelder und ein enormes persönliches Risiko.

Szymon Godziek führt bei Männern vor Rennabbruch

Achtzehn Fahrer traten bei den Männern an, um bei der Red Bull Rampage um den Sieg zu kämpfen. Ein starker Wind zwang die Rennleitung jedoch zu einem Abbruch des Wettbewerbs. Zu diesem Zeitpunkt lag der Pole Szymon Godziek mit 90 Punkten in Führung. Auf den weiteren Plätzen folgten Jaxson Riddle aus den USA und Kade Edwards aus Grossbritannien. Ob diese Wertung am Ende Bestand haben wird, blieb zunächst offen.

Mountainbike-Wahnsinn in der Wüste von Utah: Bei den verrückten Fahrten runter ins Tal ist der Grat zwischen Sturz und
Foto: Blick

Bei den Frauen stand die Siegerin bereits nach den Durchgängen vom Donnerstag fest. Die Neuseländerin Robin Goomes holte sich mit 93,50 Punkten den Sieg. Sie setzte sich knapp gegen die US-Amerikanerin Hannah Bergemann mit 92,75 Punkten und Kirsten Van Horne aus Kanada mit 86,50 Punkten durch. Für Goomes war es der dritte Triumph bei diesem Wettbewerb in Folge.

Schwere Stürze und scharfe Kritik am Event

Hinter den spektakulären Bildern stehen erhebliche gesundheitliche Risiken für die Athleten. Emil Johansson stürzte bei einem Sprung über einen Felsen und flog einen 15 Meter hohen Abhang hinunter, bevor er kurz vor einem Abgrund zum Stillstand kam. Der Schwede kam glimpflich davon und konnte nach mehreren Hüftoperationen wieder gehen. Der Spanier Adolf Silva hatte weniger Glück: Bei einem doppelten Rückwärtssalto schlug er so hart auf, dass er sich zwei Brustwirbel brach, das Rückenmark schwer verletzte und heute im Rollstuhl sitzt.

Solche Unfälle heizen die Debatte über die Sicherheit bei der Veranstaltung an. Das deutsche Bike-Magazin bezeichnete das Rennen als Massaker und beschrieb, wie Menschen wie Crashtest-Dummies durch die Luft wirbelten. Dimitri Lehner, der das Rennen seit den Anfängen begleitet, äußerte scharfe Bedenken, dass die Grenze des Vertretbaren überschritten sei.

Auch finanzielle Sorgen belasten verunfallte Sportler. Adolf Silva musste über Social Media einen Spendenaufruf starten, da der Veranstalter offenbar nicht für alle Kosten aufkam. Zudem gibt es bis heute kein Obligatorium für Schutzkleidung wie Rückenschützer, wie es bei anderen Mountainbike-Rennen üblich ist. Auf eine Medienanfrage zu möglichen Sicherheitsreformen reagierte Red Bull nicht.

Finanzielle Realität und Kosten der Profis

Der britische Veteran Brendan Fairclough, der neunmal an der Rampage teilnahm, erläutert die wirtschaftliche Seite des Sports. Teilnehmer erhalten 7000 Dollar für Unkosten, die jedoch kaum ausreichen. Fahrer müssen zwei Teammitglieder mitbringen und für Verpflegung sowie Unterkunft selbst aufkommen. Erst an der Spitze wird es lukrativ: Der Sieger erhält 100’000 Dollar Preisgeld sowie einen Ford Ranger im Wert von rund 50’000 Dollar.

Das grösste Risiko sind die hohen Erwartungen – zu gewinnen, Sponsoren zu beeindrucken, Preisgelder einzustreichen.

Brett Rheeder, zweifacher Rampage-Gewinner, via Schweizheute

Der kanadische Freerider Brett Rheeder erklärte in einem Interview, wie der Druck auf die Sportler wirkt. Die enormen Erwartungen treiben die Athleten dazu, immer größere Risiken einzugehen. Für die Veranstalter und die Fahrergemeinschaft bleibt damit die zentrale Frage bestehen, wo die Grenze zwischen spektakulärem Spitzensport und unvertretbarer Gefährdung verläuft.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

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