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Sport

Ricarda Haaser kehrt beim Weltcupauftakt in Sölden auf die Piste zurück

Ricarda Haaser kehrt beim Ski-Weltcupauftakt in Sölden auf die Rennpiste zurück. Die 33-jährige Österreicherin bestreitet ihr zweites Comeback innerhalb von zehn Monaten, nachdem ihr nach einer schweren Schienbeinkopffraktur im Februar ein Spenderknochen eingesetzt wurde.

Das emotionale Comeback in Sölden nach schwerer Verletzung

Für Ricarda Haaser markiert der Riesenslalom auf dem Rettenbachferner weit mehr als den normalen Saisonauftakt. Die Tirolerin wagt ein bemerkenswertes Comeback, obwohl ihr schwerer Sturz im Februar 2026 im Super-G von Soldeu beinahe das Ende ihrer Laufbahn bedeutet hätte. Damals knickte das linke Knie nach einem Sprung bei einer Geschwindigkeit von rund 100 Stundenkilometern ein. Die Diagnose lautete Impressionsfraktur am Schienbeinkopf.

Bei dem heftigen Abflug wurde die Allrounderin kopfüber durch die Luft geschleudert und wie eine Gummipuppe herumgewirbelt. Es grenzte an ein Wunder, dass die Bänder bei diesem Unfall heil blieben. Dennoch wurde die Sportlerin brutal aus dem Wettkampfgeschehen gerissen, während das Video des Sturzes nichts für Zartbesaitete war.

Dass die 33-jährige Österreicherin nun wieder am Start steht, überrascht selbst das Umfeld. Keiner hat damit gerechnet, dass ich jetzt schon wieder fit bin, sagt Haaser. Die Verletzung selbst beschreibt sie mit drastischer Offenheit.

SKI ALPIN WELTCUP SAISON AUFTAKT SÖLDEN/ TRAINING FRAUEN UND MÄNNER : HAASER (AUT)
Foto: Kurier

Den Schienbeinkopf hat es zerbröselt, erzählt sie mit stoischer Ruhe. Es war nicht mehr alles an Ort und Stelle.

Der medizinische Eingriff mit einem Spenderknochen

Um das massive Trauma im Kniegelenk zu stabilisieren, griffen die Ärzte zu einer außergewöhnlichen Methode. Da der eigene Knochen stark beschädigt war, setzten die Mediziner ein Transplantat ein.

Das verblüffende Detail an der Operation: Die Bänder blieben bei dem heftigen Sturz intakt, was die behandelnden Ärzte vor eine lösbare Ausgangslage stellte. Mit dem Spendergewebe füllten sie das entstandene Loch im Knochen auf.

Hinter der Athletin liegt eine lange Leidensgeschichte. Schon bei der alpinen Heim-WM 2025 in Saalbach-Hinterglemm zog sie sich einen Kreuzbandriss zu, als sie sich auf dem sportlichen Höhepunkt befand. Nach mühsamer Reha folgte im darauffolgenden Winter der nächste schwere Rückschlag im Weltcup.

Die WM-Dritte in der Kombination von 2023 hat trotz dieser schmerzvollen Monate ihren trockenen Humor nicht verloren. Die langen Wochen der Reorganisation erforderten neben physischer auch enorme mentale Stärke, um den Weg zurück ins Weltcupgeschehen zu ebnen.

Die sportliche Ausgangslage im ÖSV-Team zum Weltcupstart

Sie wird den Riesentorlauf mit einer Nummer jenseits der 40 in Angriff nehmen. Davon lässt sich die Athletin jedoch nicht entmutigen.

Ricarda Haaser kehrt beim Weltcupauftakt in Sölden auf die Piste zurück
Foto: Heute

Ich habe die Erfahrung, ich kann auch von hinten nach vorne fahren, gibt sich Haaser kämpferisch. Der Druck vor dem ersten Kräftemessen der neuen Saison ist für das gesamte Team groß.

Für Haaser und ihre Landsfrauen gilt dagegen die Devise, sich durch eine starke Leistung im Rennen nach vorne zu arbeiten.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

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