Ein maskierter Täter überfiel am Freitagnachmittag, den 19. Juni 2026, die Raiffeisenbank am Hauptplatz in Korneuburg. Der Mann verletzte eine Mitarbeiterin durch mehrfache Schläge, bevor er mit einer Sporttasche voller Bargeld auf einem E-Scooter flüchtete. Das Landeskriminalamt Niederösterreich sucht derzeit nach Zeugen des Vorfalls.
Der Tathergang in der Raiffeisenbank
Der Überfall ereignete sich am 19. Juni 2026 im Zentrum von Korneuburg. Während Die Presse den Zeitpunkt des Betretens der Filiale auf etwa 14:10 Uhr datiert, berichten andere Quellen wie die NÖN und der Kurier von 14:20 Uhr. Der dunkel gekleidete Täter agierte dabei gezielt: Er ignorierte den Empfangsschalter und steuerte direkt auf das Büro einer Angestellten zu.

Dieses gezielte Vorgehen ist für die Ermittlungen von Bedeutung, da das Umgehen des öffentlichen Schalterbereichs darauf hindeuten kann, dass der Täter entweder über Vorabkenntnisse der internen Raumaufteilung verfügte oder gezielt nach Bereichen mit höherem Bargeldzugriff suchte.
Im Büro schloss der Mann die Tür ab und zwang die Mitarbeiterin, Geld aus dem dortigen Tresor herauszugeben. Die Beute verstaute er in einer mitgebrachten schwarzen Sporttasche. Bevor er die Filiale verließ, nötigte er das Opfer, sich auf den Boden zu legen, und schlug mehrfach auf die Frau ein.
Die Höhe der Beute ist bislang nicht bekannt. Während die Polizei die Ermittlungen fortsetzt, bleibt unklar, ob der Täter tatsächlich eine signifikante Menge Bargeld entwenden konnte, da die genaue Bestandsaufnahme der entwendeten Beträge Zeit in Anspruch nimmt.
Zustand der verletzten Mitarbeiterin
Nach dem Angriff wurde die Bankangestellte in ein nahegelegenes Krankenhaus eingeliefert. Die Schwere ihrer körperlichen Verletzungen wurde nicht präzisiert, doch der psychische Zustand der Frau steht im Vordergrund der polizeilichen Berichte.

In Fällen von gewaltsamen Raubüberfällen ist es gängige polizeiliche Praxis, die Befragung von Opfern aufzuschieben, bis eine medizinische und psychologische Stabilisierung erfolgt ist. Ein Schockzustand kann die Erinnerungsfähigkeit beeinträchtigen, weshalb die Ermittler in diesem Fall auf die Genesung der Mitarbeiterin warten.
Stefan Loidl, Polizeisprecher, via KurierAufgrund dieses Zustands war eine erste Befragung durch die Ermittler nicht möglich. Loidl betonte gegenüber dem Kurier, dass weitere Details zum Tathergang erst nach der offiziellen Vernahme der Mitarbeiterin bekanntgegeben werden können.
Stefan Loidl, Polizeisprecher, via KurierTäterprofil und Fluchtweg per E-Scooter
Die Polizei beschreibt den Verdächtigen als schlanken Mann mit einer Körpergröße von etwa 175 Zentimetern und einem geschätzten Alter zwischen 30 und 45 Jahren. Zum Zeitpunkt der Tat trug er dunkle, unauffällige Kleidung und eine weiße FFP2-Maske. Die Maskierung erschwerte die Identifizierung durch Zeugen erheblich, da wesentliche Gesichtszüge verdeckt waren.
Besonders auffällig war die Wahl des Fluchtmittels. Der Täter entkam auf einem E-Scooter in unbekannte Richtung. Laut MeinBezirk.at wird dem Mann zudem ein südländischer Hauttyp zugeschrieben. Ein weiteres wichtiges Merkmal ist seine Sprache: Er sprach laut Zeugenaussagen Hochdeutsch, wobei weder ein Dialekt noch ein auffälliger Akzent feststellbar waren.
Die Nutzung eines E-Scooters für die Flucht aus einem Stadtzentrum wie dem Korneuburger Hauptplatz deutet auf eine Taktik hin, die darauf abzielt, schnell durch enge Gassen zu entkommen oder den Stau im Stadtkern zu umgehen, in dem herkömmliche Fahrzeuge oft blockiert sind.
Ermittlungen des Landeskriminalamtes Niederösterreich
Das Landeskriminalamt (LKA) Niederösterreich hat die Führung der Ermittlungen übernommen. Das LKA ist als höchste kriminalpolizeiliche Behörde des Bundeslandes für komplexe Kriminalfälle wie Raubüberfälle zuständig. In den Einsatz waren spezialisierte Einheiten aus dem Bereich Raub sowie dem Assistenzbereich Tatort involviert.
Der Assistenzbereich Tatort ist insbesondere für die Sicherung von Spuren zuständig. Die Experten untersuchen die Filiale auf Fingerabdrücke oder DNA-Spuren, die der Täter beim Abschließen der Bürotür oder beim Zugriff auf den Tresor hinterlassen haben könnte. Parallel dazu wertet die Polizei die Videoaufzeichnungen der Bankfiliale sowie möglicherweise vorhandene Überwachungskameras aus dem umliegenden Bereich des Hauptplatzes aus, um den Fluchtweg des Täters präzise zu rekonstruieren.
Umgehend nach der Tat wurde eine Alarmfahndung eingeleitet. Wie NÖN.at berichtet, erstreckte sich diese Suche über das gesamte Weinviertel und darüber hinaus. Eine solche Fahndung umfasst die Koordination mehrerer Polizeidienststellen und die Überwachung strategischer Ausfallstraßen, um den Täter im Raum einzugrenzen. Bisher verliefen diese Maßnahmen jedoch ohne Erfolg.
Die Ermittler bitten die Bevölkerung nun gezielt um Mithilfe. Insbesondere Personen, die am 19. Juni 2026 gegen 14:15 Uhr im Stadtgebiet von Korneuburg einen dunkel gekleideten Mann mit einer weißen FFP2-Maske auf einem E-Scooter beobachtet haben, werden gebeten, sich zu melden.
Hinweise können an das Landeskriminalamt Niederösterreich unter der Telefonnummer 059133-303333 gerichtet werden. Die Polizei betont, dass Informationen auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden.
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