Der Schweizer Psychologe Mathias Allemand erforscht laut einem Artikel der DIE WELT vom 7. Juni 2026, warum Menschen an alten Verletzungen festhalten. Verzeihen wird als emotionale Knochenarbeit charakterisiert, die viele Personen lebenslang aufschieben, wobei die Abhängigkeit von einer Entschuldigung als eine Form der Selbstbestrafung beschrieben wird.
## Die psychologische Hürde des Verzeihens
Die Aufarbeitung ungelöster Konflikte stellt für viele Betroffene eine massive emotionale Herausforderung dar. Laut der Berichterstattung von Larena Klöckner in der DIE WELT untersucht der Schweizer Psychologe Mathias Allemand die Gründe, warum Menschen an Kränkungen festhalten und den Prozess des Verzeihens über Jahre oder sogar ein ganzes Leben lang aufschieben.
## Die Falle der erwarteten Entschuldigung
Ein zentraler Punkt in Allemands Analyse ist die Dynamik zwischen dem Verletzten und dem Verursacher der Kränkung. Die Erwartung, dass eine Entschuldigung die Voraussetzung für den inneren Frieden sei, wird als hinderlich eingestuft.