Neun Monate nach dem Tod von Alex Pretti haben Michael und Susan Pretti in Minneapolis schwere Vorwürfe gegen das Justizministerium erhoben. Der 37-jährige Intensivpflegekraft-Mitarbeiter war im Januar von Bundesbeamten erschossen worden. Seine Eltern beklagen eine Verschleppung der Aufklärung und den Schutz der beteiligten Beamten.
Eltern Kritisieren das Justizministerium in Minneapolis
Die Eltern des getöteten US-Bürgers Alex Pretti gaben am Dienstag in Minneapolis ihre erste gemeinsame Pressekonferenz seit dem gewaltsamen Tod ihres Sohnes. Seit dem 24. Januar, dem Tag der tödlichen Schüsse durch Bundeskräfte während der sogenannten Operation Metro Surge, hat die Familie keinen einzigen Anruf von Regierungsstellen erhalten (laut Berichten von Spectrum News). Vor versammelten Medien warfen Michael und Susan Pretti dem Justizministerium vor, Beweise zurückzuhalten und die Beamten zu decken.
Michael Pretti erklärte vor Journalisten: „Auf Schritt und Tritt haben sie uns ignoriert, in die Irre geführt und die Mörder von Alex geschützt“ (so berichtete The Guardian).
Begleitet wurde die Familie von ihrem Anwalt Steve Schleicher, der die bisherige Handhabung der Behörden als cruelty
(Grausamkeit) bezeichnete. Michael und Susan Pretti schilderten auf der Pressekonferenz am 27. Oktober 2026, dass sie in den 275 Tagen seit dem Verlust ihres einzigen Sohnes keinen Kontakt zur Bundesregierung hatten.
Während Anwalt Steve Schleicher darauf verwies, dass gründliche Untersuchungen zwar Zeit erfordern, stellte er zugleich die Frage, warum das Zurückhalten von Beweismitteln gegenüber anderen Strafverfolgungsbehörden so lange dauern muss. Die aus Colorado stammenden Eltern erklärten, sie seien zur Pressekonferenz gegangen, weil ihre Bitten um Aufklärung unerhört geblieben seien.
Behörden Streiten um Akteneinsicht nach dem Einsatz
Der Fall hatte im Januar landesweit für Empörung gesorgt. Unmittelbar nach dem Einsatz hatten Vertreter des Heimatschutzes, darunter die damalige Ministerin Kristi Noem, behauptet, Pretti sei bewaffnet gewesen und habe versucht, Einsatzkräfte anzugreifen. Zeugen und die Polizei von Minneapolis bestätigten zudem, dass Pretti eine legale Trageerlaubnis für seine Waffe besaß.
Hennepin County Attorney Mary Moriarty und der Justizminister von Minnesota, Keith Ellison, hatten zuvor gemeinsam mit weiteren Behörden Klage eingereicht, um den Zugang zu den Akten zu erzwingen (wie Common Dreams anmerkt).

In den gerichtlichen Auseinandersetzungen machten Staatsanwälte des Bundes deutlich, dass man sich gegen die Herausgabe weiterer Akten wendet und im Zuge eines Antrags auf Abweisung der Klage argumentierte. Die beteiligten Bundesbeamten wurden durch Regierungsakten namentlich als der 43-jährige Grenzschutzbeamte Jesus Ochoa und der 35-jährige Zoll- und Grenzschutzbeamte Raymundo Gutierrez identifiziert.
Ein früher gegen Alex Pretti erhobener Vorwurf der Körperverletzung gegen einen Beamten war bereits im Februar fallengelassen worden.
Justizministerium Verteidigt den Zeitplan der Ermittler
Das U.S. Department of Justice lehnte es ab, auf die direkten Vorwürfe der Familie einzugehen. In einer schriftlichen Stellungnahme betonte eine Behördensprecherin, dass die gewählten Abläufe dem Standard bei solchen Untersuchungen entsprechen (erklärte ABC News).
Ein Sprecher des Justizministeriums erklärte, der Zeitplan stehe im Einklang damit, wie solche Arten von Ermittlungen ablaufen: „Entsprechend der Standardpraxis erfolgen Kommunikationen mit Familienmitgliedern, sofern es welche gibt, zu einem späteren Zeitpunkt eines Falls, etwa bei einer Anklageerhebung, dem ersten Gerichtstermin, einem Plädoyer, einem Prozess oder der Urteilsverkündung. Solche Kommunikationen finden während einer Ermittlung normalerweise nicht statt.
Die Eltern des getöteten Krankenpflegers fordern derweil, dass die Bundesregierung die Akten freigibt und die Verantwortlichen vor Gericht stellt. Susan Pretti betonte, sie wollen den Namen ihres Sohnes reinwaschen: „Wir wollen, dass die Mörder unseres Sohnes ein für alle Mal zur Rechenschaft gezogen werden.
Weiterlesen