Die hochgefährliche Substanz PMMA ist zurück auf dem europäischen Schwarzmarkt. Seit diesem Sommer wurden in mehreren Ländern, darunter in Zürich und Biel, Pillen sichergestellt, die die Droge enthalten. Experten warnen, dass bereits geringe Mengen lebensgefährlich sein können, da PMMA deutlich riskanter ist als herkömmliches MDMA.
Die Droge Para-Methoxymethamphetamin, bekannt als PMMA, gilt in der Drogenszene als verschwunden geglaubter Stoff. Nun ist die Substanz erneut in Europa aufgetaucht. Laut einem Bericht von Blick haben Drug Checkings seit diesem Sommer Nachweise in Österreich, Belgien, Deutschland, England, Italien, Spanien und den Niederlanden erbracht. In der Schweiz konzentrieren sich die Funde bisher auf die Stadt Zürich sowie einen Vorfall in Biel.
Täuschende Ähnlichkeit mit MDMA
Die Gefahr für Konsumenten ist besonders hoch, da die Pillen oft als MDMA verkauft werden. Anfang Juni wurde in Zürich eine Pille im Drogeninformationszentrum abgegeben, die äußerlich unauffällig wirkte, aber PMMA enthielt. Die Pillen treten in verschiedenen Farben und mit unterschiedlichen Prägungen auf, etwa als violetter Skorpion, mit einem schwarzen Red-Bull-Logo oder in Form eines roten Donald-Trump-Kopfes.
Joël Bellmont, Co-Leiter des Drogeninformationszentrums in Zürich, bezeichnet den Stoff als heimtückisch
. Da die Wirkung von PMMA erst nach ein bis 2,5 Stunden eintritt – im Gegensatz zu 30 bis 60 Minuten bei MDMA –, neigen Konsumenten dazu, nachzulegen, was zu einer lebensgefährlichen Überdosierung führen kann.
Gesundheitliche Risiken und frühere Todesfälle
PMMA löst nur ein schwaches Rauschgefühl aus, belastet den Körper jedoch massiv. Es setzt große Mengen Serotonin frei und blockiert gleichzeitig das Enzym, das diesen Botenstoff wieder abbaut. Die Folgen können laut Fachleuten Krampfanfälle, Brustschmerzen, Atemnot und eine Überhitzung des Körpers sein. In der Vergangenheit wurden Körpertemperaturen von über 43 Grad dokumentiert.
Das Trans-European Drug Information Network (TEDI) betont, dass PMMA weitaus gefährlicher als MDMA ist. Zwischen 2010 und 2014 kam es zu mehreren Todesfällen, die mit dem Stoff in Verbindung stehen:.
| Region | Dokumentierte Folgen |
|---|---|
| Norwegen | 12 Tote, 22 schwere Vergiftungen |
| Irland | Mindestens 6 Tote |
| Kanada | 27 Tote |
Unklare Hintergründe für das Wiederauftauchen
Warum PMMA derzeit wieder in Pillenform auf den Markt gelangt, bleibt für Experten ein Rätsel. Wir tappen komplett im Dunkeln
, sagt Bellmont. Da MDMA derzeit in großen Mengen und zu günstigen Preisen verfügbar sei, ergebe eine Streckung mit dem teuren und komplex zu synthetisierenden PMMA ökonomisch keinen Sinn.
Obwohl in der Schweiz zuletzt Ende September PMMA-haltige Pillen nachgewiesen wurden, bleibt die Gefahr bestehen. Bellmont warnt, dass der Stoff jederzeit wieder auftreten könne, und empfiehlt, alle Pillen testen zu lassen. Generell sei eine Zunahme von verunreinigten Pillen mit hochpotenten Substanzen zu beobachten.
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