Zum Inhalt springen
Nachrichten

PFA charity let down players, says regulator

Die britische Charity Commission hat in einem Bericht schwerwiegendes Missmanagement bei der Professional Footballers‘ Association Charity, heute Players Foundation, aufgedeckt. Die Untersuchung ergab, dass Gelder für bedürftige Fußballspieler durch Interessenkonflikte und unzulässige Zahlungen an die gleichnamige Spielergewerkschaft gefährdet wurden. Die Regulierungsbehörde kritisierte die Vermischung von wohltätigen Zwecken und gewerkschaftlichen Betriebskosten.

Die Ergebnisse der Untersuchung der Charity Commission zeichnen das Bild einer Organisation, die über Jahre hinweg die Grenze zwischen wohltätiger Unterstützung und dem Betrieb einer Gewerkschaft verwischt hat. Im Kern stand die Professional Footballers‘ Association Charity, die mittlerweile in Players Foundation umbenannt wurde. Laut dem Bericht der Aufsichtsbehörde führte ein schwerwiegendes Missmanagement dazu, dass Mittel, die eigentlich Spielern in Not zugutekommen sollten, einem erheblichen Risiko ausgesetzt waren.

Finanzielle Verflechtungen zwischen Wohltätigkeit und Gewerkschaft

Ein zentraler Punkt der Kritik betrifft den Fluss von Geldern zwischen der Wohltätigkeitsorganisation und der Professional Footballers‘ Association (PFA), der Gewerkschaft der professionellen Fußballer. Die Charity Commission stellte fest, dass 1,9 Mio. £ an Mitteln vom Fußballverband (Football Association) über das Bankkonto der Wohltätigkeitsorganisation an die Gewerkschaft transferiert wurden, ohne dass eine klare Erklärung vorlag.

Noch gravierender war die dauerhafte Finanzierung des Gewerkschaftsbetriebs durch die Wohltätigkeitsstiftung. Die Untersuchung ergab, dass die Wohltätigkeitsorganisation etwa 80 % der Betriebskosten der Gewerkschaft übernahm. Dies entsprach einem jährlichen Betrag von rund 6 Mio. £, wovon 5 Mio. £ auf Gehälter entfielen. Die Regulierungsbehörde stellte unmissverständlich fest, dass die Finanzierung einer Gewerkschaft nach geltendem Recht nicht als wohltätiger Zweck gilt.

Interessenkonflikte in der Führungsebene

Die strukturellen Mängel manifestierten sich insbesondere in der Zusammensetzung des Kuratoriums. Mehrere Treuhänder der Wohltätigkeitsorganisation bekleideten gleichzeitig bezahlte Führungspositionen innerhalb der PFA-Gewerkschaft. Unter diesen Personen befand sich auch der ehemalige Chief Executive Gordon Taylor.

Diese Doppelfunktionen schufen massive Interessenkonflikte. Die Aufsichtsbehörde sah darin eine gefährliche Vermischung von Verantwortlichkeiten, bei der die Interessen der Gewerkschaft über die gesetzlichen Anforderungen an eine gemeinnützige Stiftung gestellt wurden. Die Untersuchung, die bereits 2019 aufgrund ernster Bedenken eingeleitet wurde, belegt, dass diese Praxis über einen längeren Zeitraum systemisch war.

Immobiliennutzung und personelle Konsequenzen

Neben den direkten Geldtransfers nutzte die Gewerkschaft auch physische Vermögenswerte der Wohltätigkeitsorganisation aus. Die Stiftung besaß Immobilien in Manchester und London, welche die Gewerkschaft mietfrei bewohnte bzw. nutzte. Inklusive Zinsen beliefen sich die Kosten für die Wohltätigkeitsorganisation durch diese Praxis auf mehr als 627.000 £.

Die rechtlichen und disziplinarischen Folgen für die Verantwortlichen sind konkret. Darren Wilson, der als Finanzdirektor der PFA fungierte, wurde von der Charity Commission für vier Jahre disqualifiziert. Er darf in diesem Zeitraum weder als Treuhänder noch in einer leitenden Managementposition in einer Wohltätigkeitsorganisation tätig sein.

Remedial actions have now been implemented at the charity, including proper separation from the union, appointment of new trustees, and establishment of a distinct identity for the charity.

Charity Commission

Aufarbeitung und aktuelle Lage der Players Foundation

Die finanzielle Schadensbegrenzung erfolgte teilweise durch Intervention der Aufsichtsbehörde. Die 1,9 Mio. £ sowie die ausstehenden Mietzahlungen für die Immobilien wurden inzwischen zurückerstattet. Im September 2022 erhielt die Organisation eine offizielle Verwarnung der Regulierungsbehörde für das Missmanagement, das sich im Zeitraum von der Gründung 2013 bis zum Beginn des Jahres 2019 ereignet hatte.

Um das Vertrauen der Spieler und der Öffentlichkeit zurückzugewinnen, hat die Organisation eine grundlegende Transformation durchlaufen. Die Umbenennung in Players Foundation markiert den Versuch, eine klare Identität unabhängig von der Gewerkschaft zu schaffen. Die Charity Commission bestätigte, dass Korrekturmaßnahmen implementiert wurden, um eine strikte Trennung zwischen der Gewerkschaft und der wohltätigen Stiftung zu gewährleisten.

Für die betroffenen Fußballspieler bedeutet dies eine theoretische Absicherung ihrer Unterstützungsfonds. Dennoch bleibt der Fall ein Beispiel für die Risiken, die entstehen, wenn Sportverbände und deren soziale Stützsysteme zu eng mit politischen oder gewerkschaftlichen Interessen verknüpft werden. Die Aufarbeitung zeigt, dass die institutionelle Kontrolle im britischen Fußball über Jahre hinweg lückenhaft war, insbesondere an der Schnittstelle zwischen Gemeinnützigkeit und beruflicher Interessenvertretung.

Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

Schreibe einen Kommentar

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.