Palantir Technologies verzeichnete im dritten Quartal 2026 einen Umsatzsprung von 96 Prozent auf 2,31 Milliarden US-Dollar, wobei das US-Geschäft mit Unternehmenskunden erstmals die Regierungsaufträge übertraf, berichtet Business Insider. Dennoch gaben die Aktien des Datensoftwarekonzerns im Dienstagshandel an der Nasdaq zeitweise um bis zu 7 Prozent auf 165,25 US-Dollar nach.
Die am 2. November 2026 veröffentlichten Geschäftszahlen für das am 30. September beendete Quartal zeigten auf dem Papier ein Rekordergebnis. Wie aus den offiziellen Mitteilungen des in Miami ansässigen Unternehmens hervorgeht, übertraf der bereinigte Gewinn je Aktie mit 44 Cent die Konsensschätzungen der Analysten von 41 Cent. Der Gesamtumsatz von 2,31 Milliarden US-Dollar lag nicht nur deutlich über den Erwartungen von 2,18 Milliarden US-Dollar, sondern übertraf auch die eigene Prognose des Unternehmens, die zwischen 2,160 und 2,164 Milliarden US-Dollar gelegen hatte. Der Nettogewinn stieg auf 1,13 Milliarden US-Dollar gegenüber rund 476 Millionen US-Dollar im Vorjahreszeitraum.
US-Unternehmenskunden treiben das Wachstum an
Der maßgebliche Treiber hinter dieser Entwicklung war das US-Kommerzsegment, das im Berichtszeitraum um 148 Prozent auf 984 Millionen US-Dollar wuchs. Damit überholte der kommerzielle Bereich in den Vereinigten Staaten erstmals die US-Behördenumsätze, die bei 953 Millionen US-Dollar lagen und im Jahresvergleich um 96 Prozent zulegten. Vorstandschef Alex Karp betonte im Gespräch mit CNBC, dass kein anderes Unternehmen in der Geschichte der Software-KI vergleichbar konsistente Ergebnisse erzielt habe, und verwies darauf, dass das Geschäft weitgehend ohne traditionelle Vertriebsmitarbeiter auskomme. Finanzvorstand Dave Glazer unterstrich, dass das Unternehmen die Prognose für den Umsatz mit US-Unternehmenskunden im Gesamtjahr auf über 3,559 Milliarden US-Dollar angehoben habe, was einem Wachstum von mindestens 143 Prozent entspreche.
Q3 Revenue Growth, YoY % Change… Anthropic $ANT: +1,127% SpaceX $SPCX: +161% Palantir $PLTR: +96% Meta $META: +26% Google $GOOGL: +25% Microsoft $MSFT: +19% S&P 500 $SPY: +13% Amazon $AMZN: +12% Netflix $NFLX: +12% Apple $AAPL: +12% Tesla $TSLA: +0%
Zudem hob das Management die Prognose für das Gesamtjahr 2026 insgesamt an. Wie aus den Unterlagen hervorgeht, wird nun mit einem Gesamtjahresumsatz zwischen 8,530 und 8,534 Milliarden US-Dollar gerechnet, was die ursprüngliche Analystenschätzung von 8,2 Milliarden US-Dollar deutlich übersteigt. Für das vierte Quartal 2026 prognostiziert das Unternehmen Erlöse zwischen 2,649 und 2,653 Milliarden US-Dollar – ein Wert, der weit über dem Konsens von 2,46 Milliarden US-Dollar liegt. Auch die Prognose für das bereinigte operative Ergebnis wurde auf 1,640 bis 1,644 Milliarden US-Dollar für das laufende Quartal nach oben korrigiert.
Kursrutsch trotz starker Quartalszahlen
Trotz der angehobenen Kennzahlen reagierten die Märkte verhalten. Marktbeobachter führten den Rücksetzer auf eine spürbare Verlangsamung bei den kommerziellen Buchungen im Vergleich zum vorangegangenen Quartal zurück. Während im zweiten Quartal noch ein Buchungswachstum von 153 Prozent im Jahresvergleich verzeichnet worden war, betrug das Wachstum im dritten Quartal 11 Prozent. Bloomberg Intelligence Analyst William Tong merkte an, dass die sequenzielle Verlangsamung bei den Neukundenzugängen auf einen zunehmenden Wettbewerb durch Anbieter von Frontier-Modellen hindeuten könnte.
Analysten machten eine Verlangsamung der kommerziellen US-Buchungen für den Abverkauf verantwortlich, der die Aktie auf eine Unterstützung bei rund 165 Dollar gedrückt hat,
David Morrison, leitender Marktanalyst bei Trade Nation
David Morrison ordnete den Kursrückgang als ein Anzeichen für eine wachsende Fragilität im KI-nahen Handelssegment ein. Auch der operative Leiter Ryan Taylor betonte, dass die aktuellen Ergebnisse lediglich das erste Kapitel der „Sovereign AIdarstellten, während das Unternehmen die Konvertierungsgeschwindigkeit von Unternehmenskontrakten genau überwacht.
Bewertung und Analystenmeinungen
Die Bewertung des Unternehmens bleibt ein zentraler Streitpunkt an der Wall Street. Ein Bären-Szenario sieht das Unternehmen als „fair bewertet“ an, warnt jedoch vor signifikanten Korrekturen bei Fehlern in der Ausführung. Keirstead argumentierte, dass das Gesamtwachstum von 96 Prozent die negativen Aspekte des Berichts überwiege und bezeichnete die sequenziell flachen Restverpflichtungen (RPO) als Folge kürzerer Vertragslaufzeiten, die das Unternehmen aufgrund der hohen Nachfrage derzeit bevorzugt.”
Die langfristige Strategie, wie sie von Alex Karp auf der Investorenkonferenz dargelegt wurde, sieht vor, KI-Modelle direkt in die operativen Arbeitsabläufe der Kunden zu integrieren, anstatt nur die individuelle Produktivität zu steigern. Mit einem für 2026 prognostizierten Gesamtumsatz von 8,53 Milliarden US-Dollar bleibt Palantir damit eines der am schnellsten wachsenden Unternehmen im Sektor, auch wenn die Investoren derzeit eine hohe Volatilität bei der Aktie einpreisen.