OpenAI weitet die Monetarisierung von ChatGPT weiter aus und testet ab Oktober in den USA neue Werbeformate wie Bildanzeigen neben KI-Generierungen. Nutzer der kostenlosen Version sowie des günstigen Go-Abos sehen seit Beginn des Jahres Werbung, während kostenpflichtige Tarife vorerst verschont bleiben.
Werbung bei der KI-Bildgenerierung und neue Formate
OpenAI treibt die kommerzielle Verwertung seines Chatbots voran und führt im Oktober in den USA ein neues Anzeigenformat ein. Die Werbung wird während der Erstellung von KI-Bildern eingeblendet, wie das Unternehmen ankündigte. Die Werbemittel erscheinen dabei nicht direkt im generierten Bild, sondern werden klar gekennzeichnet daneben platziert, wie Computerbild berichtet.

Bereits im vergangenen Februar hatte OpenAI mit der Schaltung von Textanzeigen unterhalb von ChatGPT-Antworten begonnen. Diese Werbeformate wurden seither schrittweise auf zahlreiche weitere Märkte, darunter auch europäische Länder, ausgedehnt. Betroffen von den Einblendungen sind ausschließlich Nutzer der kostenlosen Variante sowie Kunden des günstigen Abos namens ChatGPT Go. Höherwertige Tarife wie Plus, Pro, Business, Enterprise oder Edu bleiben von den Anzeigen ausgenommen.
Gesponserte Agenten und erweiterte Werkzeuge für Werbetreibende
Ein Anwendungsbeispiel des Unternehmens zeigt, wie ein Nutzer eine Anzeige für einen Tisch sieht und direkt den Chatbot des Herstellers nach den genauen Maßen fragen kann. Diese Unterhaltung bleibt von der eigentlichen ChatGPT-Konversation getrennt. Werbetreibende erhalten zudem neue Werkzeuge, um Kampagnen mithilfe einfacher Prompts zu generieren oder diese über Drittanbieter wie HubSpot und Shopify zu planen.
Schutzmechanismen und die Finanzierung des kostenlosen Zugangs
Um unangemessene Werbeeinblendungen zu verhindern, hat OpenAI technische Schutzvorgaben integriert. In sensiblen Themenfeldern oder bei emotional belastenden Situationen, wie Gesprächen über persönliche Gesundheit oder das psychische Wohlbefinden, wird keine Werbung ausgespielt. Private Unterhaltungen bleiben für externe Partner verschlossen.
Für die Umsetzung und Überprüfung der Werbesicherheit arbeitet das Unternehmen mit den Dienstleistern DoubleVerify und Integral Ad Science zusammen. Ergänzt wird dies durch automatisierte Systeme und menschliche Prüfer. Wirtschaftlicher Hintergrund der Maßnahmen sind die erheblichen Betriebskosten: OpenAI erreicht wöchentlich 1,2 Milliarden Nutzer. Insbesondere rechenintensive Anwendungen wie die Erstellung von Bildern lassen sich durch Abo-Einnahmen allein nicht vollständig decken. Sollten die Tests in den USA positive Ergebnisse liefern, ist eine Ausweitung auf weitere Regionen und Werbepartner geplant.