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Sport

ÖSV treibt Pläne für erste Skihalle voran und gründet Arbeitsgruppe

Der Österreichische Skiverband treibt Pläne für den Bau von Österreichs erster Skihalle voran. ÖSV-Präsidentin Roswitha Stadlober kündigte die Gründung einer eigenen Arbeitsgruppe an, um das Projekt nach jahrelanger Diskussion und angesichts fortschreitender Gletscherschmelze auf den Weg zu bringen.

Die Debatte über den Bau von Indoor-Pisten in Österreich hat eine neue Dynamik erhalten. Nach Angaben des Österreichischen Skiverbands sieht die Verbandsspitze in wetterunabhängigen Anlagen eine notwendige Investition in die sportliche Zukunft.

Arbeitsgruppe und Standorte im Fokus

In den kommenden Wochen startet eine vom Verband einberufene Arbeitsgruppe ihre Arbeit, wie Roswitha Stadlober gegenüber der APA ankündigte. Ziel ist es, verschiedene Akteure und Experten an einen Tisch zu bringen. Ein konkretes Konzept existiert bislang zwar noch nicht, doch im Verband herrscht Einigkeit darüber, dass bei diesem Thema groß gedacht werden muss.

ÖSV treibt Pläne für erste Skihalle voran und gründet Arbeitsgruppe
Foto: Der Standard

Wir richten in den nächsten Wochen eine Arbeitsgruppe ‚Skihalle‘ ein. Es haben sich in Österreich schon mehrere Menschen mit dem Thema beschäftigt, die holen wir jetzt zusammen.

Roswitha Stadlober, ÖSV-Präsidentin

Als möglicher Standort wird seit längerem die Bundeshauptstadt Wien gehandelt. Bereits vor Jahrzehnten gab es entsprechende Versuche. Historischen Aufzeichnungen zufolge wurde im Jahr 1927 im Wiener Nordwestbahnhof schon einmal eine Skihalle errichtet, die damals jedoch nach kurzer Zeit wieder eingestellt wurde.

Reaktionen aus Sport und Wirtschaft

Während der Spitzensport zunehmend auf konstante Trainingsbedingungen angewiesen ist, weil der Nachwuchs laut Verbandsangaben in den Sommermonaten bereits zwischen 20 und 30 Tage in ausländischen Hallen in Litauen, Deutschland oder den Niederlanden verbringt, bleiben führende Athleten zwiegespalten. ÖSV-Skirennläufer Manuel Feller betonte die klaren Vorteile der kurzen Wege und Laborbedingungen, schränkte jedoch ein, dass das Hallentraining keine Abfahrtsvorbereitung ersetzen kann.

ÖSV treibt Pläne für erste Skihalle voran und gründet Arbeitsgruppe
Foto: Oberösterreichische Nachrichten

Du hast fast Laborbedingungen, einen kurzen Umlauf, kannst materialmäßig ganz anders reagieren. Du hast kurze Wege.

Manuel Feller, Skirennläufer

Auch aus der regionalen Seilbahnwirtschaft und der Skiindustrie kommt differenziertes Feedback. Der Leoganger Bergbahnen-Chef Kornel Grundner sieht zwar den Kontakt zum Schnee im urbanen Bereich als wichtige Ergänzung, bezweifelt jedoch aus wirtschaftlichen Gründen den Sinn von Skihallen im alpinen Raum, wo das Naturerlebnis im Vordergrund stehen müsse.

Um die Umsetzung des Vorhabens voranzutreiben, plant die ÖSV-Präsidentin unter anderem Gespräche mit Tourismus-Staatssekretärin Elisabeth Zehetner, Wirtschaftskammer-Präsidentin Martha Schultz sowie dem Experten Martin Dolezal. Auch ÖSV-Sportdirektor Mario Stecher unterstützt die Initiative und bezeichnete die Errichtung einer solchen Anlage als einen echten Gamechanger für den heimischen Skisport, um diesen auch in Zukunft ganzjährig erlebbar zu machen.

Zusätzlich betonte der Verband, dass von einer Indoor-Piste neben dem Spitzensport vor allem auch der Breitensport sowie der alpine Nachwuchs profitieren soll. Angesichts von Rekordsommern und der fortschreitenden Gletscherschmelze gestalte sich der Erstkontakt zum Schnee für Kinder und Jugendliche in den traditionellen Regionen zunehmend schwieriger. Befürworter aus der Wirtschaft verweisen zudem darauf, dass umgesetzte Projekte dieser Art bei sorgfältiger Planung durchaus vertretbare ökologische Standards erfüllen können.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.