Die Frankfurter Börse zittert, während die Uhr gnadenlos auf 16 Uhr läuft. Es ist ein Montag, der die Märkte mit voller Wucht trifft. Der DAX stürzt ab, der Ölpreis schießt über die psychologisch wichtige 100-Dollar-Marke. Der Grund ist eine Eskalation, die kaum jemand in diesem Ausmaß erwartet hatte: Donald Trump will die Straße von Hormus blockieren.
Rote Zahlen und die Angst vor dem Blackout
Anleger haben die Hoffnung auf eine dauerhafte Beruhigung im Nahen Osten schnell über Bord geworfen. Der DAX startete mit einem Minus von 1,02 Prozent in die Handelswoche und sank auf 23.562 Punkte. Besonders hart trifft es die energieintensiven Branchen. Technologie, Transport und Industrie stehen im Zentrum der Verkäufe. Erst letzten Mittwoch sorgte eine vereinbarte Waffenruhe für einen Kurssprung, doch dieser Optimismus ist innerhalb weniger Tage verpufft.
Andreas Lipkow, Chef-Marktanalyst bei CMC Markets, sieht die nächsten 24 Stunden als entscheidend an. Es geht darum, ob die fragile Feuerpause hält oder ob wir die Fortsetzung eines Krieges erleben. Die Märkte hassen Ungewissheit, und derzeit gibt es davon genug.
Ölpreis-Schock: Brent und WTI im steilen Aufstieg
Die Energiepreise reagieren unmittelbar auf die Drohungen aus Washington. Die Nordseeölsorte Brent kletterte um rund acht Prozent auf 102,80 Dollar pro Barrel. Vor den gescheiterten Verhandlungen lag der Preis noch bei etwa 95 Dollar. Noch deutlicher stieg die US-Sorte WTI an. Hier gab es einen Sprung von fast neun Prozent auf 104,88 Dollar.
Schifffahrtsdaten von LSEG und Kpler zeigen ein beunruhigendes Bild. Öltanker meiden die Region bereits zunehmend. Wer das Risiko einer Blockade oder eines militärischen Zwischenfalls scheut, steuert einen weiten Bogen um die Meerenge. Dieser Rückzug der Tanker verstärkt den Aufwärtstrend der Preise zusätzlich.
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Trumps Strategie: Blockade gegen „illegale Maut“
Die Logik hinter dem Vorgehen von US-Präsident Trump ist eine Mischung aus wirtschaftlichem Druck und militärischer Machtdemonstration. Er will verhindern, dass der Iran Gebühren von Reedereien für die Durchfahrt durch die Straße von Hormus verlangt. Gleichzeitig sollen die Öleinnahmen Teherans ausgetrocknet werden. Trump rechtfertigt diesen Schritt damit, dass der Iran entgegen aller Absprachen Seeminen in der Meerenge platziert habe, was die Passage ohnehin unmöglich mache.
Centcom stellte klar, dass die Blockade gezielt Schiffe betrifft, die iranische Häfen am Persischen Golf oder am Golf von Oman anlaufen oder verlassen. Schiffe, deren Start- oder Zielpunkt nicht im Iran liegt, sollen laut US-Marine nicht beeinträchtigt werden. Dennoch bleibt das Risiko für alle in diesem engen Gewässer extrem hoch.
Teheran reagiert mit Verachtung und Warnungen
Im Iran stößt die US-Ankündigung auf offene Ablehnung. Ebrahim Rezaei, der Sprecher des Sicherheitsausschusses im iranischen Parlament, bezeichnete die Blockade auf X schlicht als „Bluff“. Er warnte, dass eine solche Maßnahme als direkte Militäroperation gewertet würde. Die Antwort Teherans ließe nicht lange auf sich warten: Man würde reagieren.
Die Revolutionswächter haben bereits Militärschiffe gewarnt, sich der Straße von Hormus nicht zu nähern. Jede Annäherung würde als klarer Verstoß gegen die bestehende Waffenruhe gewertet. Damit stehen die zweiwöchige Feuerpause und die mühsam geführten Gespräche in Islamabad auf dem Spiel.
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Interessant ist dabei die politische Dimension in den USA selbst. Trump räumte ein, dass die Benzinpreise bis zu den Kongresswahlen im November hoch bleiben könnten. Es ist ein seltenes Eingeständnis der möglichen politischen Kosten eines Krieges, der bereits seit sechs Wochen andauert.
Was genau passiert derzeit an der Straße von Hormus?
Die USA haben eine Seeblockade angekündigt, die heute um 16:00 Uhr MESZ beginnt. Sie betrifft alle Schiffe, die iranische Häfen anlaufen oder verlassen. US-Präsident Trump begründet dies mit der Zerstörung von Seeminen und dem Kampf gegen illegale Durchfahrtsgebühren.
Wie stark sind die Ölpreise gestiegen?
Die Preise sind massiv in die Höhe geschossen. Brent stieg um etwa acht Prozent auf 102,80 Dollar, während die US-Sorte WTI um fast neun Prozent auf 104,88 Dollar kletterte.
Welche Folgen hat dieser Konflikt für die deutsche Wirtschaft?
Die Unsicherheit führt zu volatilen Kursen an der Börse. Der DAX verlor bereits über ein Prozent, wobei vor allem energieintensive Sektoren wie die Industrie, der Transport und die Technologiebranche unter dem Druck stehen.