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Sport

ÖJV-Judoteam jagt bei Weltmeisterschaften in Baku nach Medaillen

Österreichs sechsköpfiges Judoteam kämpft ab Sonntag bei den Weltmeisterschaften in Baku um Medaillen. Headcoach Yvonne Snir-Bönisch fordert nach einer zweijährigen Durststrecke Edelmetall, während internationale Topathleten in Aserbaidschan um Preisgelder und wichtige Punkte für die Olympiaqualifikation antreten.

ÖJV-Aufgebot in Baku unter Zugzwang

Der Österreichische Judoverband (ÖJV) reist mit klaren Ambitionen nach Aserbaidschan. Nach der Bronzemedaille von Michaela Polleres im Mai 2023 in Doha wartet das Team auf den nächsten großen internationalen Erfolg. Die Durststrecke soll in Baku enden, wo ein sechsköpfiges Aufgebot in den Einzel-Bewerben sowie im Mixed-Bewerb an den Start geht.

ÖJV-Judoteam jagt bei Weltmeisterschaften in Baku nach Medaillen
Foto: eju.net

Headcoach Yvonne Snir-Bönisch formulierte den Anspruch der Auswahl im Vorfeld unmissverständlich. Wir wollen möglichst schnell in die Erfolgsspur zurück, erklärte die Trainerin mit Blick auf die vergangenen Weltmeisterschaften, bei denen das Team leer ausging. Diese durch einen Generationenwechsel entstandene Schieflage soll das Team bei dem Turnier korrigieren. Die Qualifikationsphase für die Olympischen Sommerspiele 2028 in Los Angeles erstreckt sich über einen Zeitraum von zweieinhalb Jahren.

Polleres und Piovesana als ÖJV-Hoffnungsträgerinnen

Die größten Hoffnungen ruhen auf Michaela Polleres in der Gewichtsklasse bis 70 Kilogramm und Lubjana Piovesana in der Klasse bis 63 Kilogramm. Beide Athletinnen verfügen nach Einschätzung des Trainerteams über das Potenzial für eine Platzierung unter den besten drei Teilnehmern, müssen im ungesetzten Status jedoch auf das Losglück in der ersten Runde vertrauen. Die 29-jährige Niederösterreicherin betonte, dass sie neben einer Medaille zumindest eine Platzierung unter den besten sieben Kämpferinnen anstrebt.

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Für Polleres bedeutet das Turnier in Aserbaidschan den vorläufigen Höhepunkt ihres Comebacks. Die zweifache Olympiamedaillengewinnerin hatte nach den Spielen in Paris 2024 eine Pause eingelegt und kehrte im Dezember 2025 auf die Wettkampfmatte zurück. Seitdem feierte sie im März einen Erfolg beim World-Tour-Event in Linz, sicherte sich im Mai beim Grand Slam in Duschanbe den zweiten Platz und belegte Mitte September beim Grand Slam in Budapest den dritten Rang. Zum Aufgebot des ÖJV gehören in Aserbaidschan zudem der EM-Fünfte Thomas Scharfetter in der Klasse bis 90 Kilogramm, Elena Dengg in der Gewichtsklasse bis 78 Kilogramm, Maria Höllwart in der Klasse über 78 Kilogramm sowie Movli Borchashvilli im Schwergewicht über 100 Kilogramm. Die etablierten Leistungsträger Bernd Fasching und Stephan Hegyi verpassen die Titelkämpfe hingegen aufgrund von Verletzungen.

Das internationale Teilnehmerfeld in Aserbaidschan

Parallel dazu blickt die europäische Konkurrenz auf ein hochkarätig besetztes Teilnehmerfeld in Baku, das vom 4. bis zum 11. Oktober ausgetragen wird. In der Kategorie bis 66 Kilogramm geht der Russe Ramazan Abdulaev als Weltranglistendritter an den Start, während sein Landsmann Murad Chopanov als amtierender Europameister des Jahres 2026 antritt. Für den aserbaidschanischen Gastgeber startend eröffnete Ruslan Pashayev seine Saison mit Bronze in Paris und triumphierte beim Grand Prix in Oberösterreich.

Im Limit bis 73 Kilogramm ruhen die Hoffnungen des Gastgeberlandes unter anderem auf Rashid Mammadaliyev, der nach seinem Sieg beim Grand Slam in Ungarn im September und Rang drei in Duschanbe den fünften Platz der Weltrangliste bekleidet. In der Klasse bis 81 Kilogramm gehört der dreifache Weltmeister und Olympiazweite Tato Grigalashvili zu den prominenten Medaillenanwärtern, während der für Aserbaidschan startende Zelim Tckaev ebenfalls in diesem starken Feld vertreten ist. Neben dem Kampf um die Medaillen geht es für die Teilnehmer in den kommenden Tagen auch um Weltranglistenpunkte sowie einen mit insgesamt 800.000 Euro dotierten Preisgeldtopf, der für den Gewinn eines Weltmeistertitels eine Prämie von 26.000 Euro vorsieht.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

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