Zum Inhalt springen
Technik und Wissenschaft

Nvidia weist Spionagevorwürfe gegen Jensen Huang zurück

Nvidia-Chef Jensen Huang soll in den vergangenen Jahren eine enge geschäftliche sowie romantische Beziehung zu einer Managerin unterhalten haben, die von US-Geheimdiensten als mutmaßliche Agentin des chinesischen Ministeriums für Staatssicherheit eingestuft wird. Das berichtet die Financial Times unter Berufung auf Geheimdienstkreise und einen Bericht von Jahresanfang.

Die Verbindung nach Singapur und die Exportvorwürfe

Im Zentrum des Verdachts steht Alice Huang, eine Führungskraft bei dem in Singapur ansässigen Nvidia-Kunden Megaspeed. Die Managerin und der Nvidia-Mitgründer Jensen Huang sind nicht miteinander verwandt. Nach Recherchen der Tagesspiegel soll Alice Huang die Aufgabe gehabt haben, Informationen über den Chiphersteller für Peking zu sammeln und den Konzernchef zugunsten weiterer Chipverkäufe zu beeinflussen. US-Behörden untersuchen Megaspeed wegen des Verdachts, hochentwickelte Nvidia-Chips unter Verstoß gegen US-Exportkontrollen nach China geschleust zu haben. Euronews berichtete, dass das chinesische Außenministerium die Spionagevorwürfe als haltlose Spekulation und als Versuch zur Verleumdung zurückwies.

NVIDIA CEO Jensen Huang China Spy Honey Trap? | Cybersecurity Alert #shorts #nvidia #global

Reaktionen des Unternehmens und interne Untersuchungen

Nvidia erklärte gegenüber der Presse, dass Jensen Huang routinemäßig zahlreiche Kundenvertreter treffe und die Kontakte zu Alice Huang daher weder ungewöhnlich noch unerwartet gewesen seien. Das Unternehmen betonte laut Euronews, dass regionale Cloud-Kunden wie Megaspeed lediglich gewöhnliche Geschäftsinformationen erhalten hätten, jedoch keine sensiblen Geschäftsgeheimnisse oder sicherheitsrelevanten Daten. Eine zuvor von Nvidia eingeleitete interne Untersuchung zu den Vorwürfen gegen Megaspeed habe kein Fehlverhalten ergeben.

Reisepläne und Vorladung im US-Kongress für November 2026

Der Fall ruft auch die Politik auf den Plan. US-Präsident Donald Trump sei nach Berichten der New York Times bereits im vergangenen Jahr über die Verbindung informiert worden, habe sich jedoch gegen ein Eingreifen entschieden. Angesichts der nationalen Sicherheitsbedenken haben drei republikanische Ausschussvorsitzende des US-Repräsentantenhauses den Nvidia-Chef zu einer nicht öffentlichen Anhörung am 18. November vorgeladen. Das teilte der Nachrichtensender CNBC mit.

Nvidia weist Spionagevorwürfe gegen Jensen Huang zurück
Foto: BILD

In den sozialen Medien sind Bilder aufgetaucht, die Jensen Huang und die Managerin zusammen in einer Bar zeigen, wobei auf Aufnahmen zu sehen ist, wie die Unternehmerin eine Hand kurz an den Rücken des Konzernchefs legt. Die chinesische Geschäftsfrau soll nach Angaben aus Geheimdienstkreisen bereits mindestens ein Jahr lang elektronisch überwacht worden sein.

Republikanische Abgeordnete erklärten, dass jüngste Berichte erhebliche nationale Sicherheitsbedenken aufwerfen, was den Zugang der Volksrepublik China zu sensibler US-Technologie und Information betrifft. Jensen Huang war Ende Oktober 2026 in Deutschland und traf hier unter anderem Bundeskanzler Friedrich Merz sowie Aktivisten, die den Nvidia-Chef bei einem Auftritt in Berlin unterbrochen und gerufen hatten: „Beenden Sie Ihre schmutzigen Geschäfte! Ein Sprecher von Nvidia betonte ferner, dass Jensen Huangs Kontakte zu Frau Huang weder ungewöhnlich noch unerwartet seien.

Classified Memo Links Nvidia CEO Jensen Huang to Suspected Chinese Spy Operation | Honeypot Trap?
Teilen Facebook X WhatsApp E-Mail
Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.