Sechs Paletten hochentwickelter KI-Hardware im Gesamtwert von 11,4 Millionen US-Dollar sind auf dem Transportweg von Kalifornien nach Texas spurlos verschwunden. Der Vorfall ereignete sich, nachdem ein Sattelzug die Ladung am 29. August 2026 in Oakland übernommen hatte und auf dem Weg nach Fort Worth von der Route abkam, wie die Bay Area News Group berichtete.
Verschwundener Sattelzug und Ermittlungen im San Bernardino County
Das Police Department in Oakland bestätigte in einer Mitteilung, dass das Verbrechen am 13. September 2026 offiziell gemeldet wurde und seither als Großdiebstahl in Ost-Oakland geführt wird.
Festnahmen wurden von den zuständigen Stellen bisher nicht bekannt gegeben. Der Abtransport der wertvollen Fracht erfolgte planmäßig durch ein Transportfahrzeug, das mit dem Logo einer Lebensmittelspedition versehen war.
Ob die Identität des Lebensmitteltransporteurs echt oder gefälscht war, ist bislang von Behörden nicht öffentlich festgestellt worden, wie Gadget Review ausführt. Ermittler verloren die Spur des Lastwagens im San Bernardino County, nachdem der Wagen mehrere mehrstündige Stopps eingelegt hatte, so die von Techpowerup zusammengefassten Berichte.

Ökonomische Anreize und internationale Schwarzmärkte
Olaf Groth, Professor an der Haas School of Business der UC Berkeley, erklärte gegenüber ABC7 News, dass die betroffenen Prozessoren im Ausland das Doppelte ihres US-Inlandspreises erzielen.
Diese Chips erzielen etwa den doppelten Preis wie innerhalb der Vereinigten Staaten. Wenn ein Chip also rund 550.000 Dollar kostet, werden sie im Ausland für etwa 1 Million oder mehr gehandelt.
Olaf Groth, Professor an der Haas School of Business der UC Berkeley
Groth bezeichnete die hochentwickelte Hardware als nationales Sicherheitsgut. Er verwies im Gespräch mit Ars Technica darauf.
Er erklärte zudem, dass die Professionalisierung krimineller Banden zunimmt.
Parallelen zu früheren Vorfällen und Sicherheitslücken
Bereits im Jahr 2025 untersuchten Polizeidienststellen in Fremont gewerbliche Einbrüche. Auch in Union City liefen damals Ermittlungen zu Nvidia-Fracht im Wert von über 7,5 Millionen US-Dollar, wie unter anderem Hoodline unter Berufung auf den East Bay Times anmerkt.
In einem vergleichbaren internationalen Fall im September 2026 verschwanden am Flughafen Guarulhos in São Paulo zwei Paletten mit Grafikkarten der Serie GeForce RTX 5090 im Wert von rund 470 000 US-Dollar. Die aus den USA importierten Paletten waren am 20. September eingetroffen und am Folgetag nach der Zollabfertigung freigegeben worden, bevor sie am nächsten Tag verlorgingen. Die brasilianischen Ermittlungen richteten sich gegen drei Flughafenbeschäftigte, darunter zwei externe Gabelstaplerfahrer und einen Mitarbeiter, der die elektronische Freigabe manipuliert haben soll. Eines der entwendeten Exemplare tauchte später auf einer Online-Plattform auf, wobei die sichtbare Seriennummer eine direkte Verbindung zu der gestohlenen Lieferung ermöglichte.

Bundesgerichte klagten im vergangenen Jahr sechs Männer aus Südkalifornien an, die innerhalb von fünf Jahren Beutezüge im Wert von bis zu 22 Millionen US-Dollar durchgeführt haben sollen. Zu dieser Serie zählte auch der Diebstahl von Nvidia-Chips im Wert von 7 Millionen US-Dollar aus einem Lager in Burlingame im Dezember 2024. Kriminelle stahlen im September 2026 zwei Sattelzüge mit Beschriftungen von Nvidia und PlusAI in Newark. Andere Versuche scheiterten jedoch an unerwarteten Inhalten. In diesen Fahrzeugen befanden sich statt hochentwickelter Elektronik jeweils 20 000 Pfund Sand zur Simulation von Testfracht.
Ob das gestohlene Material aus Oakland bereits ins Ausland verbracht wurde und welche Personen konkret hinter dem Transport im San Bernardino County stecken, bleibt von den Behörden noch zu klären.
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