US-Geheimdienste untersuchen Kontakte zwischen Nvidia-Chef Jensen Huang und Alice Huang, einer Führungskraft von Megaspeed International. Wie die New York Times und die Financial Times berichten, besteht der Verdacht, dass die Managerin vom chinesischen Ministerium für Staatssicherheit angeworben wurde, um Informationen über den Chiphersteller zu sammeln.
Geheimdienst-Memo belastet Nvidia-Chef
Ein internes Geheimdienst-Memo, das US-Beamten zufolge bereits Anfang des Jahres in Regierungskreisen kursierte, stützt die Vorwürfe. US-Geheimdienste stufen die in Singapur ansässige Managerin, die nicht mit dem Nvidia-CEO verwandt ist, als gezielt eingesetzte Agentin ein. Die Operation zielte laut Berichten darauf ab, Details über hochentwickelte KI-Chips zu erlangen und Nvidia zur Lieferung leistungsstarker Halbleiter an China zu bewegen.
Die Art der Verbindung zwischen den beiden bleibt umstritten: Nvidia spricht von einer rein geschäftlichen Beziehung, wie sie bei tausenden Kundenkontakten üblich sei. US-Beamte führen hingegen eine romantische Komponente an. Öffentliche Diskussionen wurden durch Aufnahmen in sozialen Medien befeuert, die die beiden in einer Bar zeigen oder den Moment festhalten, in dem die Frau ihre Hand an den Rücken von Jensen Huang legt.
Exportkontrollen im Fokus der Ermittler
Die US-Behörden beobachten zudem das Unternehmen Megaspeed, das Teil des Cloud-Partnernetzwerks von Nvidia ist. Es besteht der Verdacht, dass über Rechenzentren in Südostasien Exportkontrollen umgangen wurden, um Nvidia-Chips entgegen geltender Beschränkungen nach China zu schleusen. Nvidia betont, eine interne Untersuchung habe kein Fehlverhalten ergeben; Kunden hätten keinen Zugriff auf klassifizierte Informationen.
Der Fall ist politisch brisant, da Jensen Huang im Mai 2026 als Teil einer Delegation nach China reiste und sich persönlich bei US-Präsident Donald Trump für Exportgenehmigungen für bestimmte Chips eingesetzt hatte.

Anhörung vor dem US-Kongress
Drei republikanische Ausschussvorsitzende haben Jensen Huang für den 18. November zu einem vertraulichen Briefing geladen. Die Abgeordneten der Ausschüsse für Außenpolitik, Nachrichtendienste und des Sonderausschusses zur Kommunistischen Partei Chinas wollen die Kontakte zu Alice Huang und die Sicherheitsprotokolle bei der Zusammenarbeit mit ausländischen Partnern prüfen.
Weder die CIA noch das Büro des Director of National Intelligence haben Stellung zu den Berichten genommen. Von der chinesischen Botschaft in Washington liegt ebenfalls keine Reaktion vor. Es ist noch nicht geklärt, ob die Verbindung über geschäftliche Treffen hinausging und welche sicherheitspolitischen Folgen sich daraus für Nvidia ergeben.
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