Nvidia hat den Preis der Shield TV Pro auf 299,99 US-Dollar erhöht und damit den Verkaufspreis der sieben Jahre alten Streaming-Box um 100 US-Dollar angehoben. Gleichzeitig stellt das Unternehmen das Standardmodell ohne den Zusatz Pro ein. Als Grund für die Preisanpassung und das Aus des Basismodells nennt der Hersteller stark gestiegene Bauteilkosten in der Elektronikbranche.
Selbst Jahre alte Technologie bleibt von den Lieferkettenproblemen der Tech-Branche nicht verschont. Die Nvidia Shield TV Pro, die im Oktober 2019 auf den Markt kam, kostet ab sofort knapp 300 US-Dollar statt der bisherigen 199,99 US-Dollar. Der Hersteller begründet diesen Preissprung direkt mit den wirtschaftlichen Bedingungen auf dem Weltmarkt.
Die Rolle der Bauteile und das Ende des Standardmodells
Der Preisaufschlag betrifft die Pro-Variante massiv, während das günstigere Standardmodell komplett ausgemustert wird. Schon im Sommer war die sogenannte Röhren-Variante über offizielle Kanäle kaum noch erhältlich und praktisch ausverkauft. Nun herrscht Gewissheit über die Zukunft der Produktreihe: NVIDIA hat die Produktion der Standard-Shield-TV eingestellt, um sich vollständig auf die Herstellung der Pro-Ausführung zu konzentrieren. Die erste Shield-Einrichtung, das Portable, war mit einem Tegra 4 SoC ausgestattet und ermöglichte Spielern das Ausführen beliebter Titel über GeForce Now; darauf folgte im Jahr 2015 die Shield TV in einer Standard- sowie einer Pro-Ausführung.

Ein Unternehmenssprecher von Nvidia erklärte: „Ab dem 2. Oktober wird SHIELD Pro 299 US-Dollar kosten. Die Kosten für Bauteile, einschließlich Arbeitsspeicher, sind branchenweit massiv gestiegen.
Hinter der drastischen Verteuerung stehen globale Marktverschiebungen. Laut Branchenberichten sorgt vor allem der enorme Bedarf an KI-Infrastruktur und Rechenzentren dafür, dass Halbleiter und Speicherkomponenten knapper und teurer werden. Die gestiegenen Kosten für DRAM und andere Bauteile zwingen Hersteller dazu, die Margen anzupassen oder die Produktion älterer Linien einzustellen. Beobachter auf Amazon und Best Buy registrierten die neuen Listenpreise zuerst, bevor die Änderung offiziell bestätigt wurde. Ohne große Vorräte an Hardware aus der Vor-KI-Ära unterliegen neue Shield-TV-Geräte denselben Lieferkettenengpässen wie heutige Smartphones und Computer. Anfang des Jahres betonte Nvidia bei einer anderen Gelegenheit noch, dass man die Shield weiterhin aktiv fertige und jede produzierte Einheit absetze. Andrew Bell erklärte in diesem Zusammenhang, dass die Shield als Herzensprojekt gelte, bei dem jedoch auch die Kosten gedeckt werden müssen.
Technische Ausstattung der Shield TV Pro im Jahr 2026
Trotz des beträchtlichen Alters der Hardware bleibt die Shield TV Pro eines der leistungsfähigsten Geräte im Segment für Android-TV-Streaming. Im Inneren arbeitet weiterhin der bewährte Tegra X1+ Prozessor in Kombination mit einem Grafikchip mit 256 Kernen, 3 GB Arbeitsspeicher und 16 GB internem Speicher. Die Box unterstützt 4K-HDR-Wiedergabe, Dolby Vision HDR und HDR10. Ein zentrales Verkaufsargument bleibt zudem das KI-gestützte Upscaling, welches Inhalte in niedrigerer Auflösung auf bis zu 4K bei 60 Bildern pro Sekunde hochrechnet.

Auch für Spieler bietet das Gerät nach wie vor Anwendungsbereiche, insbesondere durch die Integration des Cloud-Gaming-Dienstes GeForce Now.
Preistrends bei Streaming-Geräten im gesamten Markt
Nvidia steht mit diesen Preisanpassungen nicht allein da. Der anhaltende Druck auf die Lieferketten für Speicherchips erfasst die gesamte Unterhaltungselektronik. Ähnliche Preisanstiege zeigten sich bereits bei anderen bekannten Marken im Laufe des Jahres.
- Der Apple TV 4K kletterte von 129 auf 199 US-Dollar.
- Der Google TV Streamer verteuerte sich auf 149 US-Dollar.
- Roku passte die Einstiegspreise seiner Streaming-Sticks von 30 auf 40 US-Dollar an.
Während die Softwareversorgung laut früheren Herstellerangaben vorerst fortgeführt wird, läuft die zugrundeliegende Android-Basis des Geräts mittlerweile auf älteren Softwareständen, während neuere Versionen im Markt bereits verfügbar sind.