Die demokratische Sozialistin Nithya Raman hat die Bürgermeisterwahl im kalifornischen Los Angeles gegen die amtierende Amtsinhaberin Karen Bass gewonnen. Nach Auszählung der Stimmen entfielen 52 Prozent auf die Herausfordererin, während die bisherige Bürgermeisterin 48 Prozent der Stimmen erreichte, wie TRT World unter Berufung auf den Stand nach der Auszählung von drei Vierteln der Stimmen berichtete.
Der politische Machtwechsel im Rathaus
Der Sieg markiert einen tiefen Einschnitt in der zweitgrößten Stadt der USA. Nithya Raman, die als Stadträtin und frühere Stadtplanerin antrat, hatte im Wahlkampf den broken status quo
scharf kritisiert und der Stadtverwaltung Untätigkeit bei drängenden Problemen wie Wohnungsnot und steigenden Mieten vorgeworfen, wie unter anderem Yahoo News berichtete. Die gebürtige Inderin, die an der Harvard University und dem Massachusetts Institute of Technology studiert hat, zog als Außenseiterin ins Rennen. Die 45-jährige Politikerin gehört den Democratic Socialists of America an, betonte jedoch stets ihre Unabhängigkeit von der Organisation. Bei den Vorwahlen im Juni hatten sich Bass und Raman im nicht-partizipanten Votum durchgesetzt und dabei den populistischen Herausforderer Spencer Pratt, einen früheren Reality-TV-Star, hinter sich gelassen.
Karen Bass, eine langjährige Kongressabgeordnete und die erste schwarze Bürgermeisterin in der Geschichte der Stadt, räumte ihre Niederlage am Donnerstag ein. In einer Erklärung auf Social Media wandte sie sich an die Öffentlichkeit:
Auch wenn dies nicht das Ergebnis ist, das wir uns erhofft haben, haben die Bürgerinnen und Bürger von Los Angeles gesprochen.
Karen Bass
Bass betonte zudem die Notwendigkeit eines reibungslosen Übergangs und erklärte: Moving this city forward is what Los Angeles needs from all of us,
, wie die BBC meldete. Die 73-jährige Demokratin wurde im Jahr 2022 gewählt und konnte auf jahrzehntelange Erfahrung in der Landes- und Bundespolitik zurückblicken, nachdem sie bereits 2008 als erste Schwarze Frau zur Präsidentin eines US-Parlaments auf Ebene eines Bundesstaates gewählt worden war. Ihr Wahlkampf wurde von zahlreichen Gewerkschaften und dem etablierten politischen Establishment unterstützt.
Krisen und politische Weichenstellungen
Die Amtszeit von Bass war vor allem durch die politische Bewältigung der verheerenden Waldbrände im Januar 2025 im Stadtteil Pacific Palisades überschattet worden. Die Brandkatastrophe, bei der Tausende Häuser zerstört wurden und zwölf Menschen starben, traf die Verwaltung in einer Phase, in der die Bürgermeisterin im westafrikanischen Ghana weilte.

Im Wahlkampf standen neben der Bekämpfung der Straßenlosigkeit auch konkrete Infrastrukturfragen im Vordergrund. Raman setzte auf ein Programm, das Kritiker als pothole politics
bezeichneten, und fokussierte sich auf kaputte Straßenlaternen und unebene Gehwege als Symbole des Versagens der Vorgängerregierung, so TRT World. Zu den weiteren Verpflichtungen, die die neue Bürgermeisterin zu überwachen hat, gehört auch die Ausrichtung der Olympischen Sommerspiele im Jahr 2028.
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