Die New York Knicks verteilen nach ihrer ersten Meisterschaft seit 53 Jahren insgesamt 275 Meisterschaftsringe im Wert von mehr als 3,7 Millionen US-Dollar an Spieler, Trainer und Angestellte. Die Korrektur folgt auf hitzige Fan-Kritik und Berichte über leere Schachteln bei der Banner-Zeremonie sowie eine irreführende Phishing-Test-E-Mail an Mitarbeiter.
Vier Monate nach dem historischen Titelgewinn im Juni steht der Glanz der New York Knicks in einem ungewohnten Licht. Während aktive Spieler und Vereinsverantwortliche wie Leon Rose ihre Auszeichnungen bereits während der Saisonauftakt-Gala entgegennahmen, sorgte die Organisation vor allem durch unglückliche Personal- und IT-Aktionen für heftige Diskussionen.
Leere Ringboxen für Trainer und fehlende Ehrungen für Angestellte
Beim feierlichen Saisonstart am Dienstagabend im Madison Square Garden erlebten Beobachter eine überraschende Szene. Die Assistenztrainer des Meisters wurden auf dem Parkett mit edlen schwarzen Schachteln bedacht, während im Hintergrund stimmungsvolle Musik lief. Doch der Inhalt fehlte.
Wie aus internen Berichten hervorgeht, blieben die Boxen der Assistenztrainer leer. Die Betroffenen wussten demnach bereits vorab von der Verzögerung, da die Schmuckstücke noch nicht vollständig angepasst und gefertigt waren. Dennoch schwankten die Reaktionen im Stab zwischen deutlichem Ärger und milder Verärgerung.

Joe Vardon berichtete laut The Athletic, dass sieben Quellen aus dem Umfeld der Liga, die allesamt anonym bleiben wollten, um frei über eine sensible Angelegenheit sprechen zu können, erklärt hätten, die Assistenztrainer der Knicks hätten in der Nacht der Banner-Ehrung keine Ringe erhalten.
Während Chefcoach Mike Brown und seine Spitzen-Assistenten wie Chris Jent, Rick Brunson und Brendan O’Connor ihre echten Ringe in Kürze erhalten sollen, drohte langjährigen Mitarbeitern im geschäftlichen Bereich der MSG-Gruppe zunächst gar kein Edelmetall. Im US-Sport ist es üblich, auch den harten Kern der Angestellten abseits des Spielfelds mit vereinfachten Ausführungen zu bedenken. In New York schien dieser Brauch jedoch zunächst auf der Strecke zu bleiben.
Phishing-Test mit Meisterschafts-Versprechen erzürnt Mitarbeiter
Besonders bitter stieß vielen Beschäftigten eine interne E-Mail aus dem späten September auf.
„Herzlichen Glückwunsch, dein Mitarbeiter-Meisterschaftsring ist da, (Mitarbeitername), dieser geht aufs Haus. MSG stellt einen kostenlosen Mitarbeiter-Meisterschaftsring aus. Derselbe Juwelier, dieselbe Handwerkskunst, personalisiert mit deinem Namen. Für dich kostenlos, hieß es in einer internen MSG-Mitarbeiter-E-Mail von einem unbekannten Absender.
Wer auf den Link klickte, erlebte jedoch eine böse Überraschung. Es handelte sich um einen simulierten Phishing-Angriff der IT-Abteilung. Wer sich von der Aussicht auf den Meisterschaftsring blenden ließ, wurde stattdessen zur Teilnahme an einer obligatorischen Cybersecurity-Schulung verdonnert. Das Unternehmen reagierte damit auf zurückliegende Erpressungsversuche durch Hacker, die zuvor über kompromittierte Mitarbeiter-Logins eingedrungen waren.
In der Öffentlichkeit sorgte dieses Vorgehen für scharfe Kritik. Branchenbeobachter und Journalisten nannten die Aktion in sozialen Netzwerken „legitimately cruel oder sprachen von Methoden auf dem Niveau eines Zeichentrick-Bösewichts.
Korrektur der Klubführung und finanzielle Eckdaten des Meisters
Nach wachsendem öffentlichen Druck korrigierte die Klubführung ihre Kommunikationslinie. Ein Sprecher der Madison Square Garden Sports Corporation räumte den Vorfall ein und bezeichnete die Verwendung der Ringe als Köder für den Sicherheitstest als unglücklichen Fehler.
Ein Sprecher der Madison Square Garden Sports Corporation erklärte gegenüber der New York Post: „Das Unternehmen hatte zuvor eine E-Mail an sein Firmenteam gesendet als Simulation eines Phishing-Angriffs, der darauf ausgelegt war, unsere Sicherheit gegen Hacker zu stärken. MSG wurde vor Kurzem unter Verwendung eines Mitarbeiter-Logins und -Passworts gehackt und erpresst, die durch einen ähnlichen Phishing-Angriff erlangt worden waren. Die Ringe als Köder zu nutzen, um die Aufmerksamkeit der Mitarbeiter zu gewinnen, war ein bedauerlicher Fehler.
Gleichzeitig stellte das Management klar, dass sehr wohl eine umfassende Verteilung geplant sei. Insgesamt 275 Personen aus dem gesamten Umfeld der Franchise sollen nun mit Ringen ausgestattet werden.

| Finanz- und Organisationskennzahlen | Wert / Status |
|---|---|
| Geplantes Ring-Gesamtbudget | Mehr als 3,7 Millionen US-Dollar |
| Anzahl der zu verteilenden Ringe | 275 Exemplare |
| Umsatz im Meisterjahr | 640 Millionen US-Dollar |
| Geschätzter Firmenwert der Franchise | 12,6 Milliarden US-Dollar (ein Anstieg von 29 %) |
Obwohl die finanzielle Basis der Franchise nach dem ersten Titelgewinn seit einem halben Jahrhundert glänzt – der Klub generierte im Rekordjahr 640 Millionen US-Dollar Umsatz bei einer Bewertung von 12,6 Milliarden US-Dollar –, bleibt das Verhältnis zwischen der sportlichen Euphorie und den Abläufen im Hintergrund vorerst angespannt. Neben den Diskussionen um die Ringe sorgte auch das Ausbleiben einer Rede von NBA-Commissioner Adam Silver während der Zeremonie für Spekulationen über anhaltende Differenzen zwischen der Liga und Teameigner James Dolan.