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Technik und Wissenschaft

Nehmen uns nach der KI nun auch Roboter die Arbeit weg

„Über die Wirtschaft hinaus werden massive Engpässe bei der Feinmotorik, regulatorische Einschränkungen und menschliche Präferenzen die kurzfristige Automatisierung weiterhin erheblich verlangsamen.“ Das zeigt ein aktueller Bericht von Anthropic über Roboter und physische Tätigkeiten in US-Jobs.

Anthropic beziffert das Potenzial von Robotern

Eine Untersuchung des KI-Unternehmens Anthropic mit dem Titel What work can robots do? kommt zu dem Ergebnis, dass Maschinen rund 34 Prozent aller Arbeitsstunden abdecken könnten, was etwa drei Vierteln aller physischen Aufgaben entspricht.

Der Bericht hält fest, dass Roboter gegenwärtig für gerade einmal 0,3 Prozent der Arbeit mit menschlichen Arbeitskräften kostenmäßig konkurrieren können. Roboter können in kontrollierten Umgebungen zwar den Großteil der körperlichen Aufgaben in der US-Wirtschaft bewältigen, doch die wirtschaftlichen und technischen Hürden für einen flächendeckenden Einsatz bleiben immens.

Nehmen uns nach der KI nun auch Roboter die Arbeit weg
Foto: aol.com

Da die Preise für Hardware seit den 1990er-Jahren jährlich um etwa 3 Prozent gesunken sind, würde es nach den historischen Verlaufskurven 40 Jahre dauern, bis Roboter für 10 Prozent der amerikanischen Arbeit wirtschaftlich lohnend werden. Der entscheidende Flaschenhals ist neben den Kosten laut der Studie auch die Fähigkeit von Maschinen, etwa die nötige Fingerfertigkeit zum Entwirren von Kabeln aufzubringen.

Diskrepanz zwischen Börsenträumen und Realität

Morgan Stanley prognostizierte im Mai 2025 zudem einen Markt von 5 Billionen US-Dollar für humanoide Roboter bis zum Jahr 2050. Die Ergebnisse stehen im Kontrast zu den ambitionierten Prognosen der Roboterbranche.

„Über die Wirtschaft hinaus werden massive Engpässe bei der Feinmotorik, regulatorische Einschränkungen und menschliche Präferenzen die kurzfristige Automatisierung weiterhin erheblich verlangsamen.“

Büroarbeit im Zeitalter der Künstlichen Intelligenz

Anthropic-Mitgründer und CEO Dario Amodei, der unter anderem auf einer Veranstaltung von HubSpot in San Francisco sprach, hat wiederholt gewarnt, dass KI die Hälfte aller Einstiegsjobs im Bereich der Büroangestellten vor 2030 vernichten könnte.

Eine im März veröffentlichte Arbeit der Anthropic-Ökonomen Maxim Massenkoff und Peter McCrory ergab keinen systematischen Anstieg der Arbeitslosigkeit bei stark exponierten Arbeitnehmern seit dem Spätjahr 2022, lieferte jedoch Hinweise darauf, dass Einstellungen jüngerer Arbeitskräfte in diesen Berufen zurückgegangen sind. Die unternehmenseigenen Forscher von Anthropic betrachten diese Entwicklung jedoch mit größerer Zurückhaltung.

In einem im Juli 2026 auf X veröffentlichten Beitrag erklärte McCrory, er rechne nicht damit, dass die Arbeitslosigkeit ein Jahr später merklich höher sein werde — zumindest nicht wegen künstlicher Intelligenz. Die Studie von Anthropic zeigt, dass Roboter zwar rund drei Viertel aller physischen Tätigkeiten in US-Jobs ausführen können, aber wegen hoher Kosten und technischer Hürden voraussichtlich noch jahrzehntelang brauchen werden, um menschliche Arbeitskräfte in großem Stil zu ersetzen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.