Der Nasdaq Composite verlor am Donnerstag bis zu 5,7 Prozent und rutschte damit in die Korrektur-Zone, nachdem Anleger auf die weitreichenden Wahlsiege der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen reagierten. Die Marktteilnehmer fürchten, dass die neue politische Konstellation den massiven Ausbau von Rechenzentren und die Infrastrukturinvestitionen für Künstliche Intelligenz (KI) bremsen könnte. Der Nasdaq 100 Index verzeichnete laut Reuters einen Verlust von 1,8 Billionen Dollar an Börsenwert.
Markteinbruch nach KI-Wachstumssorgen
Der breit gefasste S&P 500 fiel um 3,9 Prozent, während der Dow Jones Industrial Average um 1.620 Punkte einbrach, was einem Minus von 3 Prozent entspricht. Besonders hart traf es den Technologiesektor, der in den vergangenen Jahren massiv von Investitionen in KI-Chips und Rechenkapazitäten profitiert hatte. Laut Reuters fielen Halbleiteraktien wie Nvidia um 8,2 Prozent, während Micron um fast 14 Prozent nachgab und Intel 6,8 Prozent verlor. Der KI-Server-Hersteller Dell verzeichnete einen Rückgang von fast 13 Prozent.
Top of the Democratic agenda on day 1 needs to be a pause on advanced AI development, regulation of this out of control industry, and a ban on artificial superintelligence.
Die Stimmung an der Wall Street drehte damit schlagartig. Die Analyse der lokalen Wahlergebnisse sorgte am Donnerstag für Ernüchterung. Laut „Data Centers on the Ballotwaren 39 kommunale Abstimmungsmaßnahmen zur Einschränkung von Rechenzentren erfolgreich, während nur eine einzige – in North Dakota – gegen solche Beschränkungen stimmte.
Regulatorischer Gegenwind für Infrastrukturprojekte
Jay Hatfield, CEO bei Infrastructure Capital Advisors, bezeichnete die Marktreaktion als „wahre Panik“, die zu 100 Prozent auf die Sorgen um Chip-Aktien und eine potenzielle Verlangsamung des KI-Handels zurückzuführen sei. Auch Unternehmen aus dem Bereich der sogenannten „Neocloud-Anbieter gerieten unter Druck: CoreWeave verlor über 12 Prozent, Nebius sank um 15,2 Prozent und IREN verzeichnete ein Minus von 17 Prozent.
”

Die Auswirkungen reichten bis in den Energiesektor, der eng mit dem Rechenzentrums-Ausbau verknüpft ist. Unternehmen wie Vertiv verloren 14,55 Prozent, GE Vernova rutschte um 7,42 Prozent ab und Bloom Energy verlor 16,75 Prozent. Dan Ives, Partner und Analyst bei Yorkville Ives & Co, betonte in einer Notiz, dass sich die Wachstumsraten bis 2028 aufgrund der politischen Landkarte, insbesondere im Bundesstaat Texas, deutlich moderieren werden.
Verschiebung vom Versprechen zum Preis der KI
Der Ausverkauf erstreckte sich über den gesamten Sektor. Der Philadelphia Semiconductor Index verlor 8,4 Prozent, was den tiefsten Stand seit mehr als sechs Monaten markiert.
In a very ugly session for tech, the NASDAQ is now down a full 5%, pulling down the S&P 500 by 4% and the Dow by 3%. (CNBC chart below.)#economy #stocks #markets pic.twitter.com/LqSqU2KUqM
— https://x.com/elerianm/status/2118403923191238965
There’s going to be a lot of turmoil.
Für viele Marktbeobachter erinnert die Intensität der Verluste an frühere Krisenmomente. Der S&P 500 steuerte auf seinen schlechtesten Handelstag seit April 2025 zu, als die Ankündigung von Zöllen durch Donald Trump die Märkte erschütterte.
Reaktionen von Big-Tech-Unternehmen
Angesichts des wachsenden Widerstands versuchen führende KI-Labore, ihre Strategie anzupassen. OpenAI versprach, mit lokalen Gemeinschaften zusammenzuarbeiten und den Energieverbrauch zu reduzieren. Laut Chris Lehane, Chief Global Affairs Officer bei OpenAI, stand das Unternehmen bereits vor der Wahl in Kontakt mit Bewohnern und Amtsträgern in Bundesstaaten wie Georgia, Ohio und Texas.
Trotz der aktuellen Turbulenzen betonen Experten wie Ipek Ozkardeskaya, Senior Analystin bei Swissquote Bank, dass die Marktreaktion auch das Ergebnis der sehr aggressiven demokratischen Wahlerfolge sei, die nun sowohl in den USA als auch international für Unsicherheit sorgen. Während Unternehmen wie Alphabet, Meta, Amazon und Microsoft ebenfalls nachgaben, blieben die Kursverluste dort geringer als im breiten Markt. Die Unsicherheit bleibt jedoch bestehen, da Investoren abwägen, inwieweit das „AI-Capex-Cycle-Szenario durch die neuen politischen Mehrheiten nachhaltig unterbrochen wird.
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