Das NASA hat die kommerzielle Raumfahrtbranche um Vorschläge zur Rettung und Wartung des alternden Hubble-Weltraumteleskops gebeten. Ohne Eingriffe von außen droht dem Observatorium, das seit 1990 im All im Einsatz ist, zwischen 2033 und 2034 der unkontrollierte Wiedereintritt in die Erdatmosphäre und das Verglühen.
Sinkende Umlaufbahn und schrumpfender Zeitplan bis 2032
Hubble bewegt sich derzeit auf einer fast kreisrunden Bahn in einer durchschnittlichen Höhe von etwa 470 Kilometern, wie Telemetriedaten auf Sciencedaily zeigen. Da das Teleskop im Gegensatz zu anderen Raumfahrzeugen über keinen eigenen Antrieb verfügt, verliert es durch den atmosphärischen Widerstand in erdnahen Umlaufbahnen fortlaufend an Höhe. Pro Jahr sinkt das Observatorium um ungefähr 14,4 Kilometer ab, wie die Berichterstattung von Focus darlegt. Die Abstiegsklasse beschleunigt sich zusätzlich, wenn die Sonnenaktivität zunimmt und sich die Erdatmosphäre dadurch ausdehnt.
Laut den Analysen der US-Raumfahrtbehörde beziffert sich das statistische Risiko eines unkontrollierten Wiedereintritts bis September 2032 auf zehn Prozent, während der Wert bis Dezember 2033 bereits auf 50 Prozent ansteigt, wie Winfuture berichtet. Um einen solchen Absturz durch eine gezielte Orbit-Anhebung zu verhindern, müsste eine entsprechende Mission spätestens bis 2032 stattfinden.

Bereits im Jahr 2022 hatte Isaacman, damals noch als privater Raumfahrer, angeboten, einen Großteil einer bemannten Hubble-Mission mit einer SpaceX-Dragon-Kapsel zu finanzieren. Die Raumfahrtbehörde prüft derartige Möglichkeiten, nachdem das Swift-Observatorium verloren gegangen ist und dessen Betrieb endete.
Kommerzielle Vorschläge und NASA-Anforderungen
Am 29. Oktober hat das NASA eine offizielle Request for Information veröffentlicht, um kommerzielle Technologien und Konzepte aus der Privatwirtschaft zu prüfen. Interessierte Unternehmen können ihre Entwürfe noch bis zum 30. November 2026 einreichen. Die Behörde nennt drei konkrete Aufgabenfelder: eine Anhebung der Umlaufbahn, Servicearbeiten zur Leistungsverbesserung im Weltall sowie einen kontrollierten Wiedereintritt oder eine geordnete Entsorgung am Ende der Missionszeit. Eine Möglichkeit unter diesen Überlegungen ist das Senden eines Raumfahrzeugs, um Hubble in eine höhere Umlaufbahn zu schieben.
Hubble hat noch bedeutende wissenschaftliche Aufgaben vor sich, und wir sollten jede vernünftige Gelegenheit prüfen, um sicherzustellen, dass das Teleskop so lange wie möglich liefert,
Jared Isaacman, NASA-Administrator
Die Agentur stellt für die Konzeptphase allerdings ausdrücklich weder finanzielle Mittel noch feste Aufträge in Aussicht. Während das NASA in der Vergangenheit die Umlaufbahn des Teleskops dreimal durch Spaceshuttles anheben ließ — 1993 mit der Endeavour, 1997 mit der Discovery und zuletzt 2002 mit der Columbia —, endete das Shuttle-Programm im Jahr 2011.

Parallelen zum Swift-Observatorium und kommende Flaggschiff-Missionen
Die Dringlichkeit solcher Serviceoptionen unterstreicht der jüngste Verlust des kleineren Neil Gehrels Swift Observatory der NASA.
Die kommerzielle Industrie hat sich in den letzten Jahren rasant weiterentwickelt und bietet neue Möglichkeiten für das Einfangen und die Wartung von Satelliten im Weltraum. Angesichts der Zeit, die uns bis zum voraussichtlichen Wiedereintritt von Hubble bleibt, sind wir sehr daran interessiert, die vielfältigen Möglichkeiten zu untersuchen, Hubble in eine höhere Umlaufbahn zu heben, während wir gleichzeitig die Flaggschiff-Mission für die Zeit danach entwickeln,
Nicky Fox, stellvertretende Administratorin, Science Mission Directorate, NASA-Hauptquartier
Neben der Verlängerung von Hubbles Betriebsdauer plant die Behörde langfristig den Nachfolger für sichtbares und ultraviolettes Licht, das Habitable Worlds Observatory, welches in den 2040er-Jahren verfügbar sein soll.
Unser früherer Bericht: NASA sucht kommerzielle Konzepte zur Rettung des Hubble-Teleskops
Weiterlesen