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Nach neuer Trump-Drohung: Iraner verlassen offenbar Friedensverhandlungen – T-Online

Die Friedensverhandlungen zwischen den USA und dem Iran am 21. Juni 2026 im Schweizer Bürgenstock wurden nach 80 Minuten unterbrochen. Während US-Vizepräsident J.D. Vance eine Einigung sucht, blockiert der Iran die Straße von Hormus und beharrt auf Urananreicherung, während Donald Trump mit härteren Militärschlägen droht, sollte die Hisbollah im Libanon aktiv bleiben.

Diplomatische Spannungen im Bürgenstock

Die erste Runde der Gespräche zwischen der US-Delegation und Vertretern des iranischen Regimes wurde laut der iranischen Nachrichtenagentur Fars nach rund 80 Minuten für interne Konsultationen unterbrochen. Wie t-online berichtet, begrenzte Teheran die Verhandlungen auf einen einzigen Tag. Außenamtssprecher Ismail Baghai erklärte im Staatsfernsehen IRIB, dass keine Fortsetzung der Gespräche über den heutigen Termin hinaus geplant sei. Bereits vor Beginn der Sitzungen kam es zu diplomatischen Verstimmungen. Laut der Frankfurter Rundschau verweigerte die iranische Delegation sowohl ein gemeinsames Gruppenfoto als auch den üblichen Handschlag. Die Unterhändler aus Teheran betraten den Verhandlungssaal erst, nachdem die Medien den Ort verlassen hatten und US-Vizepräsident J.D. Vance bereits anwesend war. Vance bezeichnete den Iran in seiner ersten Wortmeldung als Treiber regionaler Instabilität. Die Gespräche werden von Pakistan und Katar vermittelt, wobei Pakistans Premierminister Shehbaz Sharif und der katarische Premierminister Scheich Mohammed bin Abdulrahman bin Dschassim Al Thani an den Verhandlungen teilnehmen.

Die Blockade der Straße von Hormus

Die Blockade der Straße von Hormus
Photo: FAZ
Trotz eines vereinbarten 60-tägigen Waffenstillstands bleibt die Straße von Hormus für die Schifffahrt weitgehend gesperrt. Die Marine der Revolutionsgarden hat bislang keine Durchfahrtsgenehmigungen erteilt, was laut Spiegel massive Auswirkungen auf die internationalen Energiemärkte hat, da rund 20 Prozent des globalen Energiehandels über diese Passage abgewickelt werden. Es gibt widersprüchliche Angaben zum tatsächlichen Verkehrsfluss. Während das US-Militär meldete, dass am Samstag 55 Handelsschiffe die Meerenge durchquerten, warnen die iranischen Revolutionsgarden per Funk, dass Schiffe, die sich der Straße nähern, zerstört würden. Die humanitären Folgen der Blockade sind laut der FAZ gravierend. Kapitän Shafiqul Islam vom Frachter Banglar Joyjatra berichtet von akutem Mangel an Lebensmitteln und Wasser. Die Internationalen Seeschifffahrts-Organisation (IMO) schätzt, dass im Zuge des Irankriegs insgesamt 20.000 Seeleute gestrandet waren. Aktuell befinden sich noch etwa 11.000 Seefahrer und mehr als 500 Schiffe im Golf, darunter über 200 Öltanker.

Militärische Drohungen und Eskalation im Libanon

Militärische Drohungen und Eskalation im Libanon
Photo: Spiegel
Parallel zu den diplomatischen Bemühungen in der Schweiz verschärfte US-Präsident Donald Trump seinen Ton. Auf seiner Plattform Truth Social forderte er den Iran auf, die Hisbollah im Libanon daran zu hindern, Unruhe zu stiften. Trump drohte, den Iran sonst erneut sehr hart zu treffen. Die Lage im Libanon bleibt volatil. Die staatliche Agentur NNA meldete mindestens sieben Tote bei erneuten israelischen Luftangriffen. Fünf Menschen starben in der Bekaa-Ebene, darunter ein Kind und eine Frau, während zwei weitere Palästinenser nahe der Stadt Tyrus getötet wurden. Die strategische Komplexität der Verhandlungen liegt laut dem ehemaligen ägyptischen Botschafter Hussein Haridy in der Reihenfolge der Zusagen aus der Absichtserklärung. Washington und Teheran streiten primär darüber, welche Seite den ersten Schritt zur Deeskalation unternimmt.

Finanzielle Blockaden und Sanktionsfragen

Ein zentraler Teil der Expertenrunden in der Schweiz betrifft die Freigabe blockierter iranischer Bankkonten sowie mögliche Erleichterungen bei Sanktionen. Für diese Gespräche reiste der iranische Zentralbankgouverneur Nasser Hemmati eigens in die Schweiz. Der Iran knüpft seine Kooperation jedoch an harte Bedingungen. Unmittelbar vor Beginn der Gespräche pochte Teheran erneut auf sein Recht zur Urananreicherung. Die aktuelle Situation zeigt eine tiefe Kluft zwischen den diplomatischen Ambitionen in Bürgenstock und der Realität auf dem Wasser. Während die USA versuchen, die Meerenge offen zu halten, nutzt der Iran die Blockade als Hebel in den Verhandlungen. Die Kombination aus Trumps Militärdrohungen und den anhaltenden Angriffen in Libanon lässt den 60-tägigen Deeskalationsprozess fragil erscheinen. Sollten die bilateralen Gespräche mit Katar und Pakistan nicht zu einem Durchbruch führen, droht eine weitere Verschärfung des Konflikts bis zum Ablauf der Waffenruhe.

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Jonas Becker

Über den Autor

Jonas Becker verantwortet das Nachrichtenressort von Germanic Nachrichten. Sein Fokus liegt auf schneller, praeziser und sauber verifizierter Berichterstattung zu Politik, Gesellschaft und aktuellen Entwicklungen in Deutschland.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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