Karl Lagerfelds berühmte Birma-Katze Choupette geht laut aktuellen Berichten leer aus. Nachdem jahrelang über ein Millionen-Erbe spekuliert wurde, bestätigte die WELT, dass das Tier im Testament des 2019 verstorbenen Modeschöpfers nicht als Begünstigte aufgeführt ist. Das Vermögen wird stattdessen an langjährige Vertraute verteilt.
Wer das Millionen-Erbe tatsächlich erhält
Das Ende eines jahrelangen Rechtsstreits bringt Klarheit über das Vermögen des Modezars, doch für Choupette gibt es keine guten Nachrichten. Während sie in der Öffentlichkeit oft als die potenziell reichste Katze der Welt gehandelt wurde, sieht die Realität des Testaments anders aus. Laut BILD profitieren stattdessen Personen aus Lagerfelds engstem innerem Kreis.
Zu den Hauptbegünstigten gehören sein langjähriger Assistent Sébastien Jondeau, das US-Model Brad Kroenig, dessen Sohn Hudson Kroenig sowie die Mode-Muse Baptiste Giabiconi. Dass Verwandte aus Hamburg leer ausgingen, ist wenig überraschend, da Lagerfeld zu seiner Familie kaum Kontakt pflegte.
| Quelle | Geschätztes Vermögen |
|---|---|
| WELT | ca. 292 Millionen Euro |
| BILD | 260 Millionen Euro |
| T-Online | über 230 Millionen Euro |
Trotz der emotionalen Bindung, die Lagerfeld öffentlich oft betonte, findet sich die Katze in der Liste der Erben nicht wieder. Das ist ein harter Kontrast zu seinen früheren Aussagen, in denen er Choupette als seine einzige große Liebe bezeichnete.
Die rechtliche Hürde: Warum Tiere in Frankreich nicht erben
Der Fall Choupette illustriert ein grundlegendes Problem des französischen Rechts: Tiere können weder Geld noch Eigentum direkt erben. Damit ein Haustier finanziell abgesichert wird, müssen komplexe rechtliche Konstruktionen geschaffen werden, bei denen Menschen als Verwalter fungieren.
Ein zentraler Punkt des aktuellen Streits ist ein Testament aus dem Jahr 2016, dessen Gültigkeit angefochten wird. Laut WEB.DE führt diese juristische Unsicherheit dazu, dass die endgültige Verteilung des Erbes sieben Jahre nach dem Tod des Designers immer noch nicht vollständig abgeschlossen ist.
Sollte das Testament erfolgreich angefochten werden, könnten theoretisch auch Nichten und Neffen des Modeschöpfers Ansprüche geltend machen. Für Choupette ändert dies jedoch wenig, da sie ohne eine spezifische treuhänderische Regelung rechtlich keine Ansprüche an dem Vermögen stellen kann.
Françoise Caçote und der Kampf um die Versorgung
Die ehemalige Hausdame Françoise Caçote, bei der die heute 14-jährige Katze in Paris lebt, befindet sich in einer prekären Lage. Während Lagerfeld zu Lebzeiten eine Immobilie und Geld für den Unterhalt des Tieres vorgesehen hatte, gibt es laut Caçote massive Probleme bei der Auszahlung.
Besonders brisant ist die Frage nach einer Summe von rund 1,3 Millionen Euro, die explizit für den luxuriösen Lebensstil der Katze zurückgelegt worden sein soll. Von diesem Geld fehlt laut Medienberichten jede Spur. Caçote sieht sich gezwungen, eigene finanzielle Mittel aufzuwenden und arbeitet mittlerweile in Teilzeit, um die Versorgung der Katze sicherzustellen.
Um die Wünsche Lagerfelds durchzusetzen, musste Caçote teure Anwälte beauftragen. Ihr Ziel ist es nicht, selbst reich zu werden, sondern die organisatorische Absicherung zu gewährleisten, die der Designer versprochen hatte.
Das Leben der „reichsten Katze“ ohne Millionen
Auch ohne den Zugriff auf das Millionen-Erbe bleibt Choupette eine globale Marke. Die Birma-Katze wird von der Agentur My Pet Agency vermarktet und verfügt über ein eigenes Instagram-Konto mit 279.000 Followern. Ihr kommerzieller Wert wurde in der Vergangenheit auf bis zu 30 Millionen Euro geschätzt.
Doch der Glamour hat seine Grenzen. Laut T-Online schränkt das Alter der Katze die kommerzielle Nutzung mittlerweile stark ein. Werbeshootings werden heute auf maximal zwei Stunden begrenzt, da das Tier die Strapazen nicht mehr wie früher verträgt.
Die Diskrepanz zwischen dem öffentlichen Image – Privatjets, Rolls-Royce und ein Team aus Koch und Leibwächtern – und der aktuellen Situation ist eklatant. Choupette lebt zwar immer noch in Paris, doch die finanzielle Basis ist nicht mehr die, die die Welt ihr zugeschrieben hat.
Am Ende bleibt eine paradoxe Situation: Die Katze, die Lagerfeld als das „Zentrum seines Lebens“ bezeichnete, ist rechtlich gesehen eine Fremde in seinem Testament. Während seine Vertrauten über Millionen verfügen, hängt die Versorgung von Choupette nun an der privaten Aufopferung ihrer Betreuerin und den Resten einer kommerziellen Vermarktung, die langsam ausläuft.