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Unternehmen

Micron Technology übertrifft Erwartungen durch starken KI-Boom

Micron Technology hat am Mittwoch für das abgelaufene vierte Quartal einen Umsatz von 54,23 Milliarden US-Dollar sowie ein bereinigtes Ergebnis von 33,42 Dollar je Aktie gemeldet und damit die Markterwartungen deutlich übertroffen. Für das erste Geschäftsquartal prognostiziert das Unternehmen einen Umsatz von rund 61,5 Milliarden US-Dollar.

Der KI-Boom beschert dem US-Speicherchiphersteller Micron Technology außergewöhnliche Zuwächse. Im vierten Quartal vervierfachte sich der Umsatz im Jahresvergleich fast von 11,32 Milliarden US-Dollar auf 54,23 Milliarden US-Dollar, wie das Unternehmen am Mittwoch bekannt gab (die von CNBC veröffentlichten Kennzahlen zum Quartalsergebnis). Von LSEG befragte Analysten hatten im Schnitt mit einem bereinigten Gewinn von 31,61 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 51,07 Milliarden US-Dollar gerechnet.

Auch das Nettoergebnis legte massiv zu und kletterte auf 37,7 Milliarden US-Dollar beziehungsweise 32,87 US-Dollar je Aktie, nach 3,2 Milliarden US-Dollar oder 2,83 US-Dollar je Aktie im Vorjahreszeitraum. Der Markt honoriert diesen anhaltenden Erfolg trotz der stark gestiegenen Bewertung jedoch nur verhalten. Im nachbörslichen Handel legte die Aktie lediglich um knapp ein Prozent zu, nachdem sie seit Jahresbeginn bereits um rund 300 Prozent gestiegen ist (die Marktbeobachtung des Dienstes Onvista zur Kursreaktion).

Umsatzprognose für das erste Quartal übertrifft Analystenschätzungen

Für das laufende erste Geschäftsquartal stellt das Management ein weiteres starkes Wachstum in Aussicht. Micron rechnet mit einem Umsatz von etwa 61,5 Milliarden US-Dollar bei einer Spanne von plus oder minus 1,5 Milliarden US-Dollar. Der bereinigte Gewinn je Aktie soll bei 38,15 US-Dollar liegen. Von LSEG befragte Experten hatten im Vorfeld lediglich einen Gewinn von 35,40 US-Dollar je Aktie bei einem Umsatz von 57 Milliarden US-Dollar erwartet.

Micron Technology übertrifft Erwartungen durch starken KI-Boom
Foto: CNBC

Finanzchef Mark Murphy betonte den stabilen Ausblick und verwies auf langfristige Verträge. Wir erwarten, dass das Geschäftsjahr 2027 ein weiteres Rekordjahr wird, mit sequentialem Umsatzwachstum in jedem Quartal, erklärte Murphy in einer Mitteilung (die von Reuters gemeldeten Äußerungen des Managements). Die verbleibenden Leistungsverpflichtungen aus langfristigen Liefervereinbarungen stiegen laut Unternehmensangaben auf rund 150 Milliarden US-Dollar, nach etwa 100 Milliarden US-Dollar im vorherigen Quartal.

Hohe Nachfrage nach High-Bandwidth-Memory für Rechenzentren

Treiber dieser Entwicklung ist der unersättliche Bedarf an hochentwickelten Speicherchips für Künstliche Intelligenz. Insbesondere High-Bandwidth-Memory, kurz HBM, das aus gestapelten DRAM-Bausteinen besteht, ist weltweit knapp. Der Bereich Dynamic Random-Access Memory steigerte seinen Umsatz im vierten Quartal im Jahresvergleich um 343 Prozent auf 39,8 Milliarden US-Dollar und macht damit 73 Prozent des Gesamtumsatzes aus.

Sicherlich ist der Speicher der Hauptengpass bei KI, verglichen mit anderen Bereichen, über die gesprochen wird – sei es Logik oder sei es Leistung für Rechenzentren.

Micron Technology übertrifft Erwartungen durch starken KI-Boom
Foto: Yahoo Finance

Manish Bhatia, Präsident und Chief Operating Officer bei Micron, via Reuters

Die starke Stellung von Micron als einzigem US-amerikanischen Hersteller von HBM spiegelt sich auch in den Verpflichtungen der Kundschaft wider (die Einordnung der US-Marktposition durch CNBC). Laut CEO Sanjay Mehrotra haben Kunden ihre finanziellen Zusagen im Rahmen langfristiger Lieferverträge von 22 Milliarden US-Dollar im Juni auf nunmehr 32 Milliarden US-Dollar aufgestockt, wobei der Großteil dieser Vereinbarungen in Form von Bareinzahlungen erfolgt ist.

Milliardeninvestitionen in neue Standorte und Kapazitätsausbau

Um dem akuten Versorgungsengpass zu begegnen, treibt Micron den Ausbau seiner Fertigungskapazitäten weltweit voran. Das Unternehmen investiert über 250 Milliarden US-Dollar in den USA, um neue Produktionsstätten zu errichten. Unter anderem hat im Januar im US-Bundesstaat New York der Bau eines großen neuen Campus begonnen, während eine weitere neue Fabrik in Boise, Idaho, im kommenden Jahr den Betrieb aufnehmen soll (die Details zur Investitionsstrategie in Boise und New York bei CNBC).

Zudem arbeitet der Chiphersteller eng mit Nvidia zusammen. CEO Sanjay Mehrotra hob während der Telefonkonferenz hervor, dass Micron an der branchenweit ersten kundenspezifischen HBM-Implementierung für Nvidia-Prozessoren mitwirkt. Marktbeobachter wie Hendi Susanto von Gabelli Funds werten die jüngsten Ergebnisse als einen weiteren starken Gewinn- und Prognosesprung für Micron und erklärten, dass im Speicherzyklus derzeit keine Anzeichen für eine bevorstehende Abkühlung erkennbar seien.

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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