Konflikt mit der lokalen Mittwochsregelung

Es ist eine fast schon ironische Wendung für einen Mann, dessen gesamte Karriere auf Lautstärke und Rebellion basiert: Mick Jagger wurde Opfer einer kommunalen Verordnung. Wie Bild berichtet, wurde die Feier in der Location „La Libreria Stromboli“ unterbrochen, weil auf der Vulkaninsel mittwochs ein Musikverbot gilt. Diese Regelung basiert auf einer Verordnung des Bürgermeisters der Gemeinde Lipari, zu der Stromboli gehört, und betrifft ausnahmslos alle Bars und Lokale auf der Insel.
Die Situation war weit entfernt von einem exzessiven Rock-Konzert. Laut Berichten eines lokalen Journalisten waren etwa 30 bis 40 Personen anwesend, und die Musik wurde über einen kleinen Lautsprecher in einer akzeptablen Lautstärke abgespielt. Dennoch reichte dies aus, um Anwohner zu provozieren, die daraufhin die Polizei riefen. Die Partygäste akzeptierten die Anweisung der Beamten zwar zögerlich, doch der Vorfall sorgte vor Ort für eine Mischung aus Verwirrung und Belustigung.
Kino-Comeback auf dem Vulkan: Details zu Three Incestuous Sisters

Jagger befand sich nicht als Tourist auf Stromboli, sondern in seiner Rolle als Schauspieler. In dem Drama Three Incestuous Sisters übernimmt er die Rolle eines Leuchtturmwärters. Laut WEB.DE markiert dieser Auftritt ein Kino-Comeback für den Musiker, sieben Jahre nach seinem letzten Leinwandauftritt in „The Burnt Orange Heresy“ (2019).
Der Film wird von der italienischen Regisseurin Alice Rohrwacher (44) geleitet, die mit diesem Projekt ihren ersten englischsprachigen Spielfilm dreht. Rohrwacher, die bereits für „The Wonders“ und „Happy as Lazzaro“ bei den Filmfestspielen von Cannes ausgezeichnet wurde, basiert die Handlung auf einer Graphic Novel der US-Autorin Audrey Niffenegger (62). Die Geschichte konzentriert sich auf drei isoliert lebende Schwestern, deren Beziehung durch das Erscheinen des Sohnes eines Leuchtturmwärters ins Wanken gerät.
Das Ensemble des Films ist hochkarätig besetzt:
- Mick Jagger: Leuchtturmwärter
- Josh O’Connor (36): Der Sohn des Leuchtturmwärters (dessen 36. Geburtstag ebenfalls gefeiert wurde)
- Saoirse Ronan (32)
- Dakota Johnson (36)
- Jessie Buckley (36)
- Isabella Rossellini
Jaggers Rolle wird als kurz, aber zentral für die atmosphärische Wirkung des Films beschrieben. Die Dreharbeiten endeten diese Woche, woraufhin die Crew und die Schauspieler die Insel verließen – Jagger und Josh O’Connors Vater reisten dabei in einem privaten Hubschrauber ab.
Historische Verbindungen und touristische Spannungen
Für Isabella Rossellini war der Aufenthalt auf Stromboli mehr als nur ein beruflicher Termin. Wie OE24 hervorhebt, ist die Insel der Ort, an dem sich vor rund 77 Jahren die berühmte und skandalträchtige Liebesgeschichte ihrer Eltern, Ingrid Bergman und Roberto Rossellini, entzündete.
Die Beziehung der beiden begann im Jahr 1949 während der Dreharbeiten zum Film „Stromboli“. Bergman, eine Bewunderin des italienischen Neorealismus, hatte Rossellini zuvor einen Brief geschrieben, um eine Zusammenarbeit vorzuschlagen. Aus dieser künstlerischen Partnerschaft resultierte eine internationale Sensation und die Geburt der Zwillinge Isabella und Isotta Ingrid. Die Rückkehr von Rossellini an diesen Ort schließt somit einen emotionalen Kreis, während Jagger gleichzeitig ein neues Kapitel seiner eigenen Schauspielkarriere auf derselben Vulkaninsel schrieb.
Während die Polizei die Buchstaben des Gesetzes befolgte, stieß das Vorgehen bei lokalen Wirtschaftsvertretern auf Unverständnis. Rosa Oliva, die Präsidentin des örtlichen Fremdenverkehrsverbandes, kritisierte die Unterbrechung der Feier scharf.
Eine Insel mit internationaler Bedeutung hätte einen institutionellen Empfang für die Gäste verdient. Stattdessen wird sie selbst bei solchen Gelegenheiten benachteiligt.
Rosa Oliva, Präsidentin des örtlichen Fremdenverkehrsverbandes
Oliva und ihre Organisation fordern mehr Unterstützung und Aufmerksamkeit für die lokale Gemeinschaft, die stark vom Tourismus abhängig ist. Der Vorfall verdeutlicht das Spannungsfeld auf Stromboli: Einerseits der Wunsch nach Ruhe und der Erhalt lokaler Traditionen (wie dem Musikverbot), andererseits die Chance, durch den Besuch von globalen Superstars wie Jagger und seinem Cast internationale Aufmerksamkeit zu generieren.
Musikalische Zukunftspläne der Rolling Stones
Trotz der kleinen Auseinandersetzung mit der italienischen Polizei bleibt Jaggers Terminkalender überfüllt. Parallel zu seinen filmischen Ambitionen bereiten sich die Rolling Stones auf eine neue musikalische Phase vor. Wie WEB.DE berichtet, haben die Rock-Ikonen ihr 25. Studioalbum mit dem Titel Foreign Tongues angekündigt.
Die Platte wird am 10. Juli erscheinen und umfasst 14 Songs. Damit folgt das Album auf das 2023 erschienene „Hackney Diamonds“, das mit einem Grammy ausgezeichnet wurde und das erste Studioalbum der Band mit Originalmaterial nach fast 15 Jahren markierte.
Dass ein 82-Jähriger gleichzeitig eine Hauptrolle in einem anspruchsvollen italienischen Drama übernimmt und ein neues Album mit einer der größten Rockbands der Geschichte veröffentlicht, unterstreicht Jaggers anhaltende Vitalität. Ob er in Zukunft die Musikverbote auf italienischen Inseln respektiert oder sie als neuen Ansporn für seine rebellische Ader sieht, bleibt abzuwarten. Sicher ist nur, dass die Kombination aus Vulkanlandschaften, A-List-Promis und lokalen Verboten genau die Art von Geschichte ist, die Stromboli in den Schlagzeilen hält.