Die italienische Ministerpräsidentin Giorgia Meloni warf US-Präsident Donald Trump am 19. Juni 2026 vor, Unwahrheiten über sie zu verbreiten. Trump behauptete in einem Interview mit dem Sender La7, Meloni habe ihn bei einem G7-Gipfel um ein Foto angefleht. Als Reaktion sagte Italiens Außenminister Antonio Tajani eine geplante USA-Reise für die kommende Woche ab.
Der Vorwurf des „Anflehens“ und Melonis Reaktion
Ein Telefoninterview mit dem italienischen Fernsehsender La7 hat eine neue diplomatische Krise zwischen Rom und Washington ausgelöst. US-Präsident Donald Trump behauptete darin, die italienische Regierungschefin habe ihn bei einem Treffen inständig gebeten, ein gemeinsames Foto zu machen. Trump gab an, dieser Bitte nur nachgegeben zu haben, weil sie ihmleid getan habe. Laut Tagesschau erklärte Trump gegenüber dem Journalisten, er hätte eigentlich gar nicht mit ihr sprechen müssen. Giorgia Meloni reagierte unmittelbar über Instagram und X. Sie wies die Darstellung als
völlig frei erfundenzurück und zeigte sich fassungslos über die Behauptungen ihres Verbündeten.
„Die Aussagen von Donald Trump sind völlig frei erfunden. Ich bin ehrlich gesagt fassungslos. Ich und Italien flehen niemals.“

Diplomatischer Bruch: Italien sagt USA-Reise ab
Die verbalen Angriffe Trumps riefen in der italienischen Regierung eine Welle der Empörung aus. Außenminister Antonio Tajani bezeichnete die Worte des US-Präsidenten alsschwer und beleidigendund sah darin einen Angriff auf das gesamte Land. Als direkte Konsequenz strich Tajani seinen für den 21. und 22. Juni geplanten Besuch in den USA. Auch aus dem Büro der Ministerpräsidentin kamen ungewöhnlich scharfe Worte. Der Staatssekretär Giovanbattista Fazzolari kritisierte laut DiePresse.com
unangemessenen Entgleisungendie USA auf dem gesamten europäischen Kontinent unbeliebt mache. Fazzolari hinterfragte öffentlich, ob Trump die historischen Beziehungen zwischen den USA und Europa vorsätzlich oder aus Unvermögen zerstöre.
Die Erosion einer Allianz: Papst und Iran-Konflikt
- Der Papst-Streit: Vor etwa zwei Monaten kritisierte Meloni verbale Angriffe Trumps auf Papst Leo XIV. als
inakzeptabel
. Trump reagierte darauf, indem er sagte, er sei schockiert über sie und habe sich in ihr getäuscht. - Der Iran-Konflikt: Spannungen entstanden, als die italienische Regierung dem US-Militär untersagte, Angriffe auf den Iran von Stützpunkten auf italienischem Boden auszuführen. Trump warf Meloni daraufhin vor, Washington im Stich gelassen zu haben.
Feinden des Westenseine weitaus größere Nachsicht zeige als gegenüber seinen eigenen Verbündeten, wie Ntv berichtete.
Das Täuschen von Évian: Ein kurzer Moment der Entspannung
Besonders paradox wirkt der aktuelle Streit vor dem Hintergrund des jüngsten G7-Gipfels im französischen Évian. Dort schien die Beziehung kurzzeitig wieder stabilisiert worden zu sein. Aus Rom wurde von einemklärenden Gesprächberichtet, und Meloni sprach nach dem Gipfel von einem
sehr positiven Klima, in dem es zu keinen Reibereien gekommen sei. Italienische Medien hatten sogar ein Foto veröffentlicht, das die beiden Politiker in einem vertieften Gespräch auf einer Couch zeigte. Diplomatische Kreise, wie Spiegel berichtet, gingen davon aus, dass beide die Einheit des Westens bekräftigt hätten. Die aktuellen Aussagen Trumps machen deutlich, dass die versöhnliche Atmosphäre in Évian lediglich oberflächlich war. Während Meloni den Gipfel als Zeichen der Entspannung deutete, nutzte Trump das Telefoninterview mit La7, um die italienische Regierungschefin erneut herabzusetzen. Die Absage der Reise von Außenminister Tajani markiert einen neuen Tiefpunkt. Es bleibt abzuwarten, ob die USA versuchen werden, den diplomatischen Schaden zu begrenzen, oder ob die persönlichen Animositäten zwischen Trump und Meloni die strategische Zusammenarbeit zwischen Rom und Washington dauerhaft beschädigen.
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