Martin Scorsese hat am 30. Oktober 2026 enthüllt, dass sein in den frühen 2010er-Jahren mit Angelina Jolie als Cleopatra VII. geplantes Filmprojekt am Hackerangriff auf Sony Pictures aus dem Jahr 2014 scheiterte. Der Regisseur schob die humorvolle Schuld auf Seth Rogen, dessen satirischer Film über Nordkorea die Studioserie damals in eine Krise stürzte.
Das geplante Historienepos mit Angelina Jolie und Eric Roth
Jahre bevor Martin Scorsese den Zuschlag für das Projekt erhielt, strebten verschiedene Filmemacher wie David Fincher, James Cameron und Paul Greengrass nach einer Verfilmung des Lebens der ägyptischen Herrscherin, basierend auf dem Werk von Stacy Schiff. Im Frühstadium der Entwicklung gelang es Angelina Jolie, die Beteiligung des Regisseurs zu sichern. Das Vorhaben nahm konkrete Formen an, als das Drehbuch vorlag.
Der Regisseur betonte in einem Gespräch für die Interview-Reihe Crafty
, dass die Vorbereitungen weit fortgeschritten waren. Für das Drehbuch zeichnete Eric Roth verantwortlich, der später auch das Skript zu Killers of the Flower Moon verfasste. Wir wollten es machen
, erklärte Scorsese im Rückblick auf das ehrgeizige Vorhaben.

Wir waren bereit für das Drehbuch. Angelina Jolie – wir legten los. Sie sollte Cleopatra VII. spielen. Es wäre wirklich wild geworden.
Martin Scorsese, Regisseur
Der Sony-Hack von 2014 und die Folgen für Columbia Pictures
Der Übergang des Projekts in die physische Produktion unterblieb aufgrund geopolitischer Verwicklungen im Herbst 2014. Auslöser war die Komödie The Interview, inszeniert von Seth Rogen und Evan Goldberg, die eine fiktive Ermordung des nordkoreanischen Machthabers Kim Jong Un schildert. Das Werk rief massive Proteste und staatlich gestützte Cyberangriffe auf Sony Pictures hervor.
Die Veröffentlichung interner E-Mails im November 2014 legte vertrauliche Geschäftsvorgänge offen und führte zum Abgang der damaligen Studio-Co-Chefin Amy Pascal. Unter den geleakten Nachrichten befanden sich auch scharfe Äußerungen des Produzenten Scott Rudin über die Hauptdarstellerin, die das Arbeitsklima nachhaltig belasteten.
Späte Enthüllungen im Gespräch mit Tochter Francesca Scorsese
Die Details zum Abbruch des Films kamen ans Licht, als Francesca Scorsese ihren Vater zu unvollendeten Filmideen befragte. Der Filmemacher führte den abrupten Stopp des Studios auf die diplomatischen Spannungen zurück, die durch den Satirefilm ausgelöst worden waren.
Mit ironischem Unterton gab der Regisseur dem Hauptdarsteller die Schuld an dem zerstörten Projekt, während seine Tochter ihr Bedauern äußerte.

Nun, sag es Seth, denn sie haben alles ruiniert. Nur weil Kim Jong-un keinen Sinn für Humor hat.
Martin Scorsese, Regisseur
Trotz dieser historischen Verwicklung kam es zwischen den beteiligten Filmschaffenden im Nachhinein zu keinen anhaltenden Konflikten. Scorsese übernahm eine Gastrolle in der Apple-TV-Serie The Studio von Rogen, in der thematisch ebenfalls ein Regieprojekt an Hollywood-internen Dynamiken scheitert.
Der status des Cleopatra-Stoffes nach dem aus
Nach dem Rückzug des Regisseurs versuchte das Studio mehrfach, den Stoff neu zu beleben. Sony beauftragte David Scarpa im Jahr 2016 mit einer neuen Drehbuchfassung, während 2017 Gespräche mit Denis Villeneuve über eine mögliche Regie geführt wurden.
Zusätzliche Planungen von Patty Jenkins und Gal Gadot blieben in den darauffolgenden Jahren ebenfalls ohne Realisierung. Eine Umsetzung des historischen Stoffs hat seither nicht stattgefunden, wodurch Scorseses Version ein unvollendetes Kapitel der modernen Filmgeschichte bleibt.
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