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Sport

Marco Schwarz beendet seine Slalom-Karriere vorzeitig

ÖSV-Star Marco Schwarz hat am Dienstag in Wien das vorzeitige Ende seiner Slalom-Karriere verkündet. Der 31-jährige Kärntner begründete den Schritt beim Medientermin mit dem zu dichten FIS-Kalender und seiner Verletzungshistorie. Künftig konzentriert sich der Allrounder auf Riesentorlauf, Super-G und die Abfahrt.

Für den Skirennläufer aus Radenthein geht im Weltcup eine Ära zu Ende. Nach einer Karriere mit insgesamt acht Siegen, von denen drei auf den Stangenwald entfielen, zieht der Allrounder die Reißleine. Bereits über den Sommer wurde in der Skiwelt mehrfach über einen Ausstieg spekuliert, nachdem er nach einem schweren Sturz mit Kreuzband- und Meniskusriss sowie Knorpelschaden im Dezember 2023 in Bormio nicht mehr an frühere Slalom-Erfolge anschließen konnte.

Die harten Gründe hinter dem Abschied vom Stangenwald

Im Rahmen einer Pressekonferenz bei seinem Hauptsponsor in Wien nannte der 31-Jährige die enorme zeitliche Belastung als Hauptgrund. Der Rennstress rund um Weihnachten biete im dichten Weltcup-Kalender keine Zeit zur Regeneration.

Marco Schwarz beendet seine Slalom-Karriere vorzeitig
Foto: kaernten.ORF.at

Das war sicher eine der härtesten Entscheidungen, die ich bis jetzt in meiner Karriere hatte. Aber mit dem ganzen Drumherum, der Planung, wenn man sich den FIS-Kalender anschaut, lassen sich vier Disziplinen nicht vereinbaren.

Marco Schwarz, ÖSV-Skirennläufer

Hinzu kommt die körperliche Komponente nach einer langen Verletzungspause. Mit über 30 Jahren müsse man vernünftig agieren und die Kräfte bündeln, anstatt in allen Disziplinen nur Mittelmaß zu sein, erklärte der Athlet. Laut FIS-Statistik bestritt Schwarz in seiner Laufbahn 105 Slaloms im Weltcup, fuhr dabei 14 Mal aufs Podest und gewann 2021 die kleine Kristallkugel. Neben den drei Slalom-Siegen im Weltcup, die er in Adelboden und Schladming im Jahr 2021 sowie in Madonna di Campiglio im Dezember 2023 feierte, holte er in dieser Disziplin im Jahr 2019 auch die Bronzemedaille bei der Weltmeisterschaft. Der Kärntner erklärte bei dem Termin zudem, dass er sich vor zwei Jahren auch wegen eines Bandscheibenvorfalls operieren lassen musste. Seine Podestbilanz im Stangenwald umfasst neben den drei errungenen Siegen noch elf weitere Platzierungen auf dem Treppchen, wobei er viermal den zweiten Platz und siebenmal den dritten Rang belegte. Nach seinem Comeback nach dem verletzungsbedingten Aus im Dezember 2023 kam er im Slalom nicht mehr an seine früheren Leistungen heran, wobei im vergangenen Winter ein achter Platz in Val d’Isere sein bestes Ergebnis in dieser Disziplin darstellte.

Voller Fokus auf Riesentorlauf, Super-G und die Abfahrt

Künftig setzt der ÖSV-Star auf klare Spezialisierung. Das Hauptaugenmerk liegt auf Riesentorlauf und Super-G, zudem will er ausgewählte Abfahrten mitnehmen. Im vergangenen Winter war ihm in Livigno zudem erstmals ein Sieg in einem Super-G gelungen.

"Härteste Entscheidung": Marco Schwarz schnallt Slalom-Ski ab

Um den Anforderungen der schnellen Disziplinen über die gesamte Saison standzuhalten, hat Schwarz im Sommer vier Kilogramm Muskelmasse zugelegt und hält nun bei einem Gewicht von 91 Kilogramm. Auch beim Betreuerteam gibt es Neuerungen: In die neue Saison geht er mit dem neuen Servicemann Roman Steiner-Holzmann, wodurch er sich auch einen engeren Austausch über das Material erhofft. Der Allrounder betonte, dass sich der Riesentorlauf, der Super-G und die Abfahrt um einiges besser miteinander verbinden lassen als die vorherige Kombination aus Slalom, Riesentorlauf und Super-G.

Eine offene Hintertür für vereinzelte Einsätze

Ganz verbannen will Schwarz den Slalom jedoch nicht aus seinem Training. Er will die Disziplin ausklingen lassen und weiterhin ab und zu trainieren, weil es ihm schlicht viel Spaß bereitet. Unter bestimmten Voraussetzungen schließt er ein spätes Comeback in einzelnen Torläufen nicht aus.

Marco Schwarz beendet seine Slalom-Karriere vorzeitig
Foto: Salzburger Nachrichten

Nach den Weltmeisterschaften in Crans-Montana und bei entsprechendem Punktestand ist ein Antreten bei ausgewählten Weltcup-Slaloms oder beim Weltcupfinale im Bereich des Möglichen, solange es keine zusätzliche Belastung darstellt und er keinem einen Startplatz wegnimmt. Vor dem Saisonauftakt mit den Riesentorläufen am 24. und 25. Oktober in Sölden stehen noch mehrere Medientermine und drei Tage exklusives Training am Rennhang am Rettenbachferner an.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

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