Lupita Nyong’o reagierte am 21. Mai 2026 auf die heftige Kritik von Elon Musk und anderen Konservativen an ihrer Besetzung als Helena von Troja in Christopher Nolans „The Odyssey“. Die Oscar-Preisträgerin wies die Vorwürfe zurück und betonte, dass die Besetzung repräsentativ für die Welt sei und die Geschichte eine mythologische Erzählung darstelle.
Vorwürfe der „DEI“-Besetzung und Musks Kritik
Die Besetzung von Lupita Nyong’o in einer der ikonischsten Rollen der griechischen Mythologie hat eine hitzige Debatte über Diversität in Hollywood entfacht. Während der hochkarätige Film mit einem Budget von 250 Millionen US-Dollar im Juli erscheinen soll, konzentriert sich die Online-Kontroverse auf die ethnische Herkunft der Schauspielerin. Laut einem Bericht von Variety bezeichnete der Kommentator Matt Walsh die Entscheidung von Regisseur Christopher Nolan als feige und behauptete, niemand auf dem Planeten halte Nyong’o tatsächlich für „die schönste Frau der Welt“. Besonders laut wurde die Kritik durch den Tech-Milliardär Elon Musk. Er nutzte die Plattform X, um Nolan vorzuwerfen, die Integrität des Stoffes zu verletzen. Musk unterstellte dem Regisseur, er habe die Besetzung lediglich deshalb so gewählt, um durch sogenannte „DEI“-Maßnahmen (Diversity, Equity, and Inclusion) die Chancen auf eine Oscar-Nominierung zu erhöhen. Er argumentierte, dass die Besetzung den ursprünglichen Text von Homer beleidige, der die Figur als hellhäutig und blond beschreibe.Nyong’os Verteidigung: Mythologie statt historischer Genauigkeit
Nyong’o, die in dem Epos nicht nur Helena von Troja, sondern auch deren Schwester Clytemnestra verkörpert, ließ die Angriffe nicht unbeantwortet. In einem Interview mit Elle stellte sie klar, dass die Diskussion über historische Korrektheit am Kern der Sache vorbeigeht.„Dies ist eine mythologische Geschichte“, erklärte Nyong’o, um die Kritik an der Besetzung zu entkräften. „Ich bin sehr unterstützend gegenüber der Absicht von Chris und der Version dieser Geschichte, die er erzählt. Unsere Besetzung ist repräsentativ für die Welt. Ich werde keine Zeit damit verschwenden, mich zu verteidigen.

„Schönheit kann man nicht darstellen. Ich möchte wissen, wer ein Charakter ist. Was liegt jenseits von Schönheit? Was liegt jenseits von Aussehen? Das ist das Ding bei einem so bekannten Text, der so viel studiert und interpretiert wurde.
Hollywood reagiert auf die Angriffe gegen Nyong’o
Die Reaktionen aus der Unterhaltungsbranche auf die Kommentare von Musk und Walsh fielen deutlich verteidigend aus. In einer Sendung von Page Six berichtete man über den Kommentar des Comedians Jimmy Kimmel, der Musk aufforderte, „in seiner eigenen Sphäre zu bleiben“. Kimmel verspottete den Milliardär zudem mit einem Seitenhieb auf dessen Tesla Cybertruck. Auch andere prominente Persönlichkeiten sprachen sich für die Schauspielerin aus. Alec Baldwin verteidigte Nyong’o auf Instagram mit den Worten: „Lieber Elon … aber sie IST die schönste Frau der Welt.“ Whoopi Goldberg wiederum kritisierte die Besessenheit der Kritiker mit der Rolle und sagte gegenüber dem Publikum:„Du musst dir den Film ja gar nicht ansehen.
Ein wiederkehrendes Muster in der Filmindustrie
Die aktuelle Debatte ist kein isoliertes Ereignis, sondern Teil eines größeren, oft wiederkehrenden Konflikts in der modernen Filmproduktion. Wie Essence analysierte, erinnert die Ablehnung von Nyong’os Besetzung an frühere Kontroversen, etwa bei der Besetzung von Halle Bailey in „Die kleine Meerjungfrau“. Es scheint ein festes Muster zu geben, bei dem Diversität in Besetzungen sofort als politisches Kalkül statt als künstlerische Entscheidung diskreditiert wird. Nyong’o selbst reflektierte über ihre Karriere und die oft einseitigen Rollenangebote, die sie nach ihrem Oscar-Sieg erhielt. Sie beschrieb es als „enttäuschend, aber nicht überraschend“, dass sie häufig primär für Rollen als versklavte Frauen angefragt wurde. Trotz des Drucks durch die aktuelle Kritik zeigt sich die 43-jährige Schauspielerin entschlossen:„Ich kann nicht meine Zeit damit verbringen, über all die Menschen nachzudenken, die mich immer noch nicht lieben. Man findet die Vertreter, die an einen glauben, und macht einfach weiter.
