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Unternehmen

Lockheed Martin zahlt Vergleich wegen Diskriminierung

Lockheed Martin hat sich mit dem US-Justizministerium und der Equal Employment Opportunity Commission (EEOC) auf einen Vergleich in Höhe von 29,5 Millionen US-Dollar geeinigt, um Vorwürfe wegen Diskriminierung bei internen Personalprogrammen beizulegen. Der Rüstungskonzern soll laut den Behörden bei der Vergabe von Boni und Beförderungen Mitarbeiter aufgrund ihrer Rasse oder ihres Geschlechts benachteiligt haben.

Details zum 29,5-Millionen-Dollar-Vergleich

Die Einigung setzt sich aus zwei Hauptkomponenten zusammen. Ein Betrag von 22 Millionen US-Dollar fließt an die US-Regierung, um Anschuldigungen nach dem False Claims Act auszuräumen. Lockheed Martin, mit Hauptsitz in Bethesda, Maryland, wird vorgeworfen, gegen Antidiskriminierungsauflagen verstoßen zu haben, die für Unternehmen mit Regierungsaufträgen bindend sind. Die Ermittlungen wurden durch die US-Staatsanwaltschaft für den nördlichen Bezirk von Texas unter Beteiligung des Office of Inspector General geführt.

Zusätzlich zahlt das Unternehmen 7,5 Millionen US-Dollar an über 1.000 betroffene Mitarbeiter. Dieser Teil des Vergleichs adressiert eine Klage der EEOC, die dem Unternehmen vorwarf, gegen Titel VII des Civil Rights Act verstoßen zu haben. Laut der Behörde wurden weiße Mitarbeiter bei Leistungsbewertungen sowie bei Gehaltsentscheidungen benachteiligt. Die EEOC-Vorsitzende Andrea Lucas reichte hierfür im Jahr 2025 eine offizielle Beschwerde (Commissioner’s Charge) ein. Bei den Ergebnissen des Vergleichs handelt es sich um Anschuldigungen, ohne dass eine Haftung des Unternehmens festgestellt wurde.

Das „Compensation Adder“-Programm im Fokus

Es sollte den leistungsstärksten 20 Prozent der Mitarbeiter in jedem Geschäftsbereich zusätzliche Gehaltserhöhungen ermöglichen. Nach Erkenntnissen des Justizministeriums nutzte die Personalabteilung das Programm jedoch, um demografische Ziele zu erreichen.

Lockheed Martin zahlt Vergleich wegen Diskriminierung
Foto: finance.yahoo.com

Den Ermittlungen zufolge führten interne Stellen statistische Analysen durch, um „Ausreißer“ bei der Nominierungsliste zu identifizieren. Personalverantwortliche übten dabei Druck auf Führungskräfte aus, um Nominierungen basierend auf der rassischen Zugehörigkeit anzupassen. In einem dokumentierten Fall wurde eine Führungskraft angewiesen, POC (People of Color) neu zu evaluieren, wobei die Erhöhung der Anzahl von Minderheiten durch die Entfernung einer gleichen Anzahl nicht-minderheitlicher Mitarbeiter erreicht werden sollte. Tim Booher, ein ehemaliger Vizepräsident bei Lockheed, hatte den Fall durch Whistleblower-Meldungen ins Rollen gebracht. Booher erhält aus dem Vergleich eine Zahlung in Höhe von 4,4 Millionen US-Dollar. Im Juli 2024 hatte er sich mit EEOC-Kommissarin Andrea Lucas getroffen, um seine Vorwürfe detailliert darzulegen.”

Reaktion von Lockheed Martin

Das Unternehmen hat die Vorwürfe zurückgewiesen, den Vergleich jedoch akzeptiert, um ein langwieriges Gerichtsverfahren zu vermeiden.

Lockheed Martin zahlt Vergleich wegen Diskriminierung
Foto: Nypost

Wir weisen die Vorwürfe, die sich auf vergangene Praktiken beziehen, weiterhin zurück. Wir haben keine Haftung anerkannt und entschieden, dass es für alle Beteiligten am besten ist, diese Angelegenheiten hinter uns zu lassen, damit wir uns auf unsere kritische nationale Sicherheitsmission konzentrieren können.

Lockheed Martin

Das Unternehmen betonte zudem, weiterhin an Leistungsprinzipien festzuhalten und die Einhaltung geltender Gesetze sicherzustellen.

Einordnung in die US-Rechtspraxis

Der Fall reiht sich in eine Serie von Untersuchungen der US-Regierung gegen Diversity-, Equity- und Inclusion-Initiativen (DEI) bei Unternehmen ein, die Aufträge des Bundes ausführen. Das Justizministerium setzt dabei verstärkt den False Claims Act ein, der auch Belohnungen für Whistleblower vorsieht. Assistant Attorney General Stanley Woodward Jr. ergänzte, dass das Einbringen von Rasse oder Geschlecht in Kompensationsentscheidungen den gesetzlichen Anforderungen widerspreche.

Das Vorgehen gegen Lockheed Martin ist der vierte Vergleich des Justizministeriums über Vorwürfe der Rassediskriminierung gegen Mitarbeiter. Zuvor hatten Firmen wie IBM, Deloitte und Accenture ähnliche Vereinbarungen getroffen. Laut der EEOC ist der Vergleich mit Lockheed Martin die größte Entschädigungszahlung für eine Arbeitnehmergruppe im Rahmen einer EEOC-Einigung, die sich auf DEI-Praktiken bezieht. Trotz der behördlichen Maßnahmen zeigt eine im September 2026 veröffentlichte Bentley University-Gallup-Umfrage ein unerwartetes, parteiübergreifendes Interesse an DEI-Themen in der Geschäftswelt.

Die Entschließung spiegelt eine zentrale Durchsetzungspriorität der EEOC wider: die Identifizierung und Beseitigung rechtswidriger Rassen- und Geschlechterdiskriminierung, die von Arbeitgebern unter dem Euphemismus von Vielfalt, Gerechtigkeit und Inklusion durchgeführt wird. Title VII schützt jeden Arbeitnehmer vor Diskriminierung aufgrund der Rasse – und dieser Schutz weicht nicht, wenn diskriminierende Entscheidungen als Vielfaltsinitiativen gerahmt werden.

Andrea Lucas, Vorsitzende der EEOC

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David Falk

Über den Autor

David Falk verantwortet das Wirtschafts- und Unternehmensressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Maerkte, Mittelstand, Innovation und strategische Entwicklungen in deutschen und internationalen Unternehmen.

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