Bei den Zwischenwahlen am 3. November 2026 haben die Demokraten die Kontrolle über beide Kammern des US-Kongresses übernommen. Infolge dieses Regierungswechsels wächst der politische Druck auf US-Kriegsminister Pete Hegseth, der als zentrale Figur für den umstrittenen Iran-Krieg und die damit verbundenen wirtschaftlichen Belastungen gilt.
Demokraten planen Untersuchungen und Amtsenthebung
Mit der neuen Mehrheit im Repräsentantenhaus bereiten die Demokraten eine Reihe von Untersuchungen gegen das Pentagon vor. Der Fokus der Demokraten liegt auf dem Iran-Krieg, der am 28. Februar begann.
Hakeem Jeffries, der bei einem Wahlsieg Sprecher des Repräsentantenhauses werden dürfte, kündigte bei einem Wahlkampfauftritt an: Eines der ersten Dinge, die wir in der Mehrheit tun werden: Wir werden Pete Hegseth aus der Stadt jagen.
Die Abgeordnete Melanie Stansbury bezeichnete ein Amtsenthebungsverfahren gegen den Minister als eine der drei wichtigsten Prioritäten
für das Jahr 2027. Ihre Kollegin Kristen McDonald Rivet ergänzte, Hegseth solle sich Sorgen machen
. Die Abgeordnete Yassamin Ansari legte bereits im April Amtsenthebungsartikel vor, da Hegseth den Krieg ohne Zustimmung des Kongresses geführt habe.
Kritik aus den eigenen Reihen
Auch innerhalb der Republikanischen Partei formiert sich Widerstand gegen Hegseth. Der Abgeordnete Thomas Massie kündigte gegenüber CNN an, eine Abstimmung über eine Amtsenthebungsanklage gegen den Pentagonchef herbeiführen zu wollen. Mehrere Republikaner warfen Hegseth vor, die Erfolgsaussichten gegen den Iran übertrieben dargestellt zu haben. Selbst Republikaner wie Mike Turner und Jim Justice äußerten sich kritisch, während Rand Paul die Angriffe als außergerichtliche Hinrichtungen
bezeichnete.
Die Demokraten haben ein Amtsenthebungsverfahren gegen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth eingebracht. Sie werfen ihm vor, Kriegsverbrechen begangen zu haben. https://t.co/X9vLVzcPsl
Die Wahlniederlage der Republikaner traf Präsident Donald Trump auch persönlich. In Texas verlor sein Wunschkandidat Ken Paxton gegen einen Demokraten, und in South Carolina unterlag die von ihm unterstützte Darline Graham.
Trumps Rückhalt und Hegseths Zukunft
Auf die Frage, ob er eine Entlassung erwäge, sagte Trump am Tag nach der Wahl: Nein, ich finde, er macht einen sehr guten Job
. Er betonte zudem, dass er eine Entlassung nicht plane. Dennoch kursieren Spekulationen über einen möglichen Wechsel Hegseths in den Senat. Ein Vertrauter aus dem Weißen Haus sagte gegenüber der New York Post, dass unter ranghohen Mitarbeitern des West Wing nach einem Sündenbock für das Wahldebakel gesucht werde.
Pentagon-Sprecher Sean Parnell erklärte, man werde die Agenda des Präsidenten trotz der Drohungen der Demokraten mit fingierten Hexenjagden
weiter vorantreiben. Minister Hegseth sei zu 100 Prozent entschlossen, das Ministerium bis zum Ende der Amtszeit von Präsident Trump im Januar 2029 zu führen. Gleichwohl berichtete CBS News, dass Armeechef General Randy George bereits im Dezember 2025 vor knappen Beständen an Abwehrsystemen wie Thaad-Batterien und Patriot-Raketen gewarnt habe, die bis 2030 niedrig blieben – kurz bevor Hegseth ihn im April entließ.
Wirtschaftliche Folgen des Iran-Krieges
Die Wahlniederlage der Republikaner wird parteiübergreifend mit den wirtschaftlichen Folgen des Iran-Krieges verknüpft. Steigende Energiepreise und die Inflation gelten als ein Hauptgrund für den Absturz der Republikaner bei den Midterms. Die Spritpreise waren eine der zentralen Sorgen der US-Amerikanerinnen und Amerikaner vor der Wahl. Trump räumte gegenüber Reportern ein, dass die militärische Aktion die Benzinpreise kurzfristig in die Höhe getrieben habe, verteidigte den Einsatz jedoch als langfristig notwendig.
Die Demokraten fordern die Entlassung von Pete Hegseth – mindestens. Auch in Sachen Russland kriegt Trump harte Worte zu hören. https://t.co/MzxkWhZBJ2
Während die Demokraten die Mehrheit im Streitkräfteausschuss übernehmen, könnten sie laut Politico zudem einen Unterausschuss für Oversight and Investigations
neu einrichten. Mitarbeiter fürchteten, der Präsident könne nach der Wahlniederlage einen Sündenbock für den Unmut über den Iran-Krieg suchen, der amerikanische Leben gekostet und die Spritpreise erhöht hat.
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