Jeffrey Weisheit wurde am frühen Donnerstagmorgen im Indiana State Prison hingerichtet, berichtet Washington Post. Der 50-Jährige war wegen der Morde an zwei Kindern im Jahr 2010 zum Tode verurteilt worden, die bei einem Hausbrand in Evansville ums Leben kamen. Die Vollstreckung erfolgte, nachdem sowohl der Gouverneur als auch die Justizbehörden Versuche der Verteidigung abgewiesen hatten, die Hinrichtung aufgrund von Bedenken hinsichtlich der verwendeten Medikamente zu stoppen.
Umstrittene Herkunft der Substanzen
Im Vorfeld der Hinrichtung hatten die Anwälte von Weisheit den Gouverneur Mike Braun aufgefordert, die Vollstreckung zu verschieben und eine unabhängige Untersuchung der Beschaffung von Pentobarbital einzuleiten. Die Verteidigung machte geltend, dass der Bundesstaat das tödliche Mittel von der in Indianapolis ansässigen Apotheke Pharmaneek Inc. bezogen habe. Diese Apotheke befindet sich derzeit unter behördlicher Aufsicht und ist Gegenstand einer Untersuchung durch den Generalstaatsanwalt von Indiana, Todd Rokita.
Die Apotheke steht bereits seit längerer Zeit in der Kritik. Im vergangenen November reichte das Büro von Rokita Beschwerde ein, was zu einem Vergleich und einer Bewährungsstrafe für den Betrieb führte. Dokumente belegen zudem, dass Pharmaneek bei mehreren Inspektionen durch staatliche und bundesstaatliche Behörden Mängel aufwies. Zu den beanstandeten Punkten zählten unter anderem eine mangelhafte Temperaturkontrolle in Lagerbereichen, der Fund abgelaufener Medikamente sowie eine unsachgemäße Kennzeichnung von Arzneimitteln.
Geheimhaltung und rechtliche Auseinandersetzung
Obwohl die staatlichen Behörden die Identität des Lieferanten aufgrund der Gesetze Indianas zur Geheimhaltung der Beschaffungswege für Hinrichtungsmedikamente nicht offiziell bestätigten, konnten die Anwälte von Weisheit den Zusammenhang über eine Adresse auf einer geschwärzten Rechnung herstellen. Die Rechnung über 275.000 US-Dollar, die im September 2025 für Pentobarbital ausgestellt wurde, enthielt Details, die mit den Geschäftsdaten von Pharmaneek übereinstimmen.

Das Verteidigungsteam argumentierte zudem, dass die Apotheke als Vermittler agiere, um dem Department of Correction den Kauf von hergestelltem Pentobarbital zu ermöglichen, den die Behörde nicht direkt bei Herstellern tätigen dürfe. Der Hersteller Hikma, der mit dem Medikament in Verbindung gebracht wurde, betonte, keine Geschäftsbeziehung zu Pharmaneek zu unterhalten und strikte Kontrollen gegen den Einsatz seiner Produkte bei Exekutionen anzuwenden.
Trotz der Bedenken hinsichtlich der Medikamentenqualität und der Forderung der Verteidigung nach einer Prüfung, die Parallelen zu umstrittenen Hinrichtungsprotokollen in Tennessee zog, hielt Generalstaatsanwalt Todd Rokita an dem Vorgehen fest. Rokita bezeichnete die Hinrichtung nach deren Vollzug als „lange erwartete Gerechtigkeitfür die Opfer, die achtjährige Alyssa Lynch und ihren fünfjährigen Bruder Caleb.
Die rechtliche Auseinandersetzung um die Apotheke dauert unterdessen an. Das Pharmazie-Board von Indiana prüft weiterhin, ob die Lizenz von Pharmaneek aufgrund der anhaltenden Verstöße entzogen werden sollte. Eine entsprechende Anhörung war für die Zeit nach dem Hinrichtungstermin angesetzt. Bisher blieb ungeklärt, ob die zuständigen Aufsichtsbehörden oder das Department of Correction vor der Verwendung der Medikamente zusätzliche Sicherheitsüberprüfungen vorgenommen haben.
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