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Welt

Lisa He versucht mit Instagram-Video das China Star in Edinburgh zu retten

„My mum’s Chinese restaurant is dying“, erklärte Lisa He über den Betrieb ihrer Mutter. Die 70-jährige Mrs. Li betreibt seit fast 20 Jahren das China Star in Edinburgh, wo sie sieben Tage die Woche von morgens bis spät in die Nacht schuftete, um das Überleben des Familienbetriebs zu sichern, wie Dnyuz berichtet.

Der Aufruf in den sozialen Medien im April

Eingeklemmt zwischen sinkenden Kundenzahlen und der schweren körperlichen Belastung für ihre Mutter reiste die in London lebende Tochter Lisa He im April nach Schottland. Die 29-Jährige veröffentlichte einen emotionalen Appell auf Instagram, in dem sie erklärte, dass das Restaurant ihrer Mutter sterbe.

Innerhalb weniger Tage wurde das Video millionenfach aufgerufen. Sympathisierende Einheimische und Food-Influencer strömten daraufhin in das kleine Lokal mit seinen nur 13 Tischen. Die plötzliche Internet-Berühmtheit überforderte die Betreiberinnen jedoch völlig, und Lisa He gestand rückblickend, dass dies den Betrieb zunächst vor noch größere Probleme stellte, da ein ohnehin angeschlagenes Restaurant dadurch nicht automatisch gerettet werde.

Ein Blick in das China Star

Das China Star vermittelt im Gastraum den Eindruck einer anderen Zeit.

Neben einem Aquarium mit scheuen Fischen stehen Glückskatzen-Figurchen im Fenster, während im hinteren Bereich noch Dekorationen von einer längst vergangenen Hochzeit hängen. Die Küche serviert eine Variante der chinesischen Kochkunst, die sich im Nachkriegs-Großbritannien eigenständig entwickelt hat: Dazu gehören Currys, frittierte Nudeln, süß-saure Hähnchengerichte sowie Salt-and-Pepper-Pfannengerichte. Mrs. Li betrieb den Laden mit extremem Arbeitseinsatz und stand bis zu 15 Stunden täglich im Einsatz, während ihr Ehemann nach China zurückkehrte und die Töchter nach London zogen.

Die Neuausrichtung nach dem viralen Erfolg

Nachdem der enorme Online-Andrang zwischenzeitlich zu tumultartigen Zuständen und dem spontanen Ausstieg eines Koches geführt hatte, zogen Mutter und Tochter die Reißleine und schlossen das Lokal vorübergehend. Gestützt auf Ratschläge aus dem Netz strafften sie das Menü, nahmen chinesische Weine in das Angebot auf, stellten zusätzliches Servicepersonal ein und installierten ein elektronisches Bestellsystem. Zudem wurde der Ruhetag auf Montag gelegt und die Öffnungszeiten wurden angepasst.

Im Sommer verdreifachten sich die Umsätze des Restaurants im Vergleich zum Vorjahr, und auch erste Sponsorenverträge entstanden durch die gesteigerte Aufmerksamkeit. Im September folgten über 200.000 Accounts den Instagram-Beiträgen von Lisa He. Große Reservierungen für die Weihnachtszeit im Dezember sorgen nun dafür, dass das Team im China Star wieder voll ausgelastet ist.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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