Gesundheitslandesrätin Cornelia Hagele und Frauenlandesrätin Eva Pawlata kündigten anlässlich des Tags der Frauengesundheit am 28. Mai die für den Herbst geplanten Frauengesundheitsstraßen in allen Tiroler Bezirken an. Das Informations- und Beratungsangebot bringt kostenlose Gesundheitschecks und Expertenberatungen direkt in die Regionen, um die Gesundheitskompetenz von Frauen zu stärken und die Versorgung zu verbessern. Alle Informationen zur Frauengesundheit finden sich unter www.tirol.gv.at/frauengesundheit.
Frauengesundheit umfasst weit mehr als die klassische medizinische Versorgung. Sie verlangt nach Prävention, psychischer Gesundheit, sozialer Teilhabe und Gleichstellung. Um diese Ziele in die Praxis umzusetzen, bringt das Land Tirol im Herbst erstmals flächendeckende Frauengesundheitsstraßen in sämtliche Bezirke des Bundeslandes, um wohnortnahe Unterstützung für Frauen in allen Lebensphasen zu schaffen.
Kostenlose Gesundheitschecks und direkte Beratung in allen Tiroler Bezirken
Das im Mai vorgestellte Projekt setzt auf niederschwellige Angebote direkt vor Ort. An interaktiven Stationen können Besucherinnen nicht nur mit Expertinnen und Experten ins Gespräch kommen, sondern auch konkrete Untersuchungen in Anspruch nehmen. Geplant sind unter anderem Blutdruckmessungen sowie EKG- und BIA-Messungen zur Messung der Herzfunktion und der Körperzusammensetzung.
Ergänzt werden diese medizinischen Checks durch spezialisierte Beratungsangebote. Themen wie Kinderwunsch, Gesundheit vor, während und nach der Schwangerschaft, Endometriose und die Menopause stehen ebenso im Fokus wie die psychische und sexuelle Gesundheit. Spezielle Anlaufstellen wie die First Love Ambulanz widmen sich gezielt Fragen zu Zyklus, Verhütung und sexuell übertragbaren Infektionen. Zudem fließen ernährungsmedizinische Beratungen, beispielsweise zur Ernährung bei Endometriose oder bei kardiovaskulärem Risiko, sowie Informationen zur Stammzellenspende in das Programm ein.
Die Tiroler Frauengesundheitsstrategie als Basis für neue Strukturen
Hinter der Initiative steht ein fundierter politischer Prozess. Die Tiroler Frauengesundheitsstrategie wurde gemeinsam mit zahlreichen Expertinnen und Experten aus dem Gesundheits- und Sozialbereich, Institutionen und Betroffenen erarbeitet. Im Jahr 2025 beschloss die Tiroler Landesregierung das Papier, das von psychischer Gesundheit über Sexualpädagogik bis hin zu Armut und Gewalt reicht, mit elf zentralen Themenbereichen und 34 konkreten Handlungsfeldern die Grundlagenschafft.
„Mit den Frauengesundheitsstraßen setzen wir in Tirol ein Zeichen für mehr soziale Gerechtigkeit, Chancengleichheit und die nachhaltige Stärkung der Frauengesundheit. Erstmals bringen wir ein umfassendes Informations- und Beratungsangebot direkt in die Tiroler Bezirke und schaffen damit wohnortnahe Unterstützung für Frauen in allen Lebensphasen. Frauengesundheit betrifft weit mehr als medizinische Versorgung – sie umfasst Prävention, psychische Gesundheit, soziale Teilhabe und Gleichstellung. Mit diesem Projekt stärken wir die Gesundheitskompetenz, machen bestehende Angebote sichtbar und fördern Eigenverantwortung. Gleichzeitig zeigen wir, dass moderne Gesundheitspolitik Frauen in ihrer Vielfalt ernst nimmt und gezielt unterstützt
LRin Hagele
LRin Pawlata führt aus: „Frauengesundheit und Gendermedizin sind essenziell, weil Frauen in vielen Bereichen andere gesundheitliche Bedürfnisse, Symptome und Krankheitsverläufe haben als Männer. Dieses Wissen muss noch stärker in Versorgung, Prävention und Aufklärung einfließen. Mit den Frauengesundheitsstraßen schaffen wir Bewusstsein, machen Frauengesundheit sichtbar und bringen wichtige Informationen und konkrete Angebote direkt zu den Frauen vor Ort – in allen Tiroler Bezirken.
Digitale Sichtbarkeit und Plattformen für den Wissenstransfer
Neben den physischen Stationen im Herbst setzt das Land auf digitale Informationswege. Ab sofort finden sich alle wichtigen Informationen, Angebote und Veranstaltungen sowie zeitnah alle Termine der Frauengesundheitsstraßen unter www.tirol.gv.at/frauengesundheit.

Wikipedia-Projekt WomenEdit und Wikimedia Deutschland
Initiativen zur digitalen Sichtbarkeit von Frauenthemen beschränken sich indes nicht nur auf die Medizin. So rufen engagierte Aktive des Wikipedia-Projekts WomenEdit gemeinsam mit Wikimedia Deutschland Interessierte dazu auf, sich an einem Edit-a-thon zu beteiligen, um Artikel über Filme und Biografien weiblicher Filmschaffender für die Wikipedia zu verfassen. Im deutschsprachigen Raum sprechen die Prozentzahlen der aktiven Wikipedianerinnen laut Schätzungen mit nur rund 12 bis 17 Prozent für sich. Darüber hinaus arbeiten Wikimedia Deutschland, Wikimedia Austria und Wikimedia Schweiz mit Kultur- und Kunstinstitutionen, Archiven oder Museen zusammen, um in sogenannten GLAM-Touren Informationslücken zu schließen.
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