Der südkoreanische Leitindex Kospi ist am 6. November 2026 im frühen Handel um mehr als acht Prozent eingebrochen und hat erstmals seit Februar die Marke von 5.000 Punkten unterschritten, nachdem ein weltweiter Ausverkauf von Technologieaktien von den USA nach Asien übergeschwappt war.
Handelsstopp in Seoul und Talfahrt bei Chip-Schwergewichten
Wegen der massiven Kursverluste stellte die Korea Exchange den Handel an den Börsen für 20 Minuten über einen sogenannten Circuit Breaker ein, um Panikverkäufe zu stoppen. Samsung Electronics verlor rund acht Prozent. SK Hynix verzeichnete Einbußen von elf Prozent.
Ähnlich stark traf es den taiwanesischen Halbleiterriesen TSMC. Der japanische Leitindex Nikkei 225 schloss den Handel mit einem Minus von knapp sechs Prozent bei 57.434,77 Punkten. Verhältnismäßig glimpflich kamen chinesische Börsen davon, wo der CSI-300-Index um 1,4 Prozent und der Hang-Seng-Index in Hongkong um 1,3 Prozent nachgaben.
Kursverlust nach politischem Kurswechsel in den USA
Auslöser für den Kurssturz an den asiatischen Märkten waren heftige Verluste an der Wall Street. Der Philadelphia Semiconductor Index hatte am Donnerstag seine stärksten Verluste seit dem Corona-Einbruch 2020 erlitten. Marktbeobachter führen den Abschwung auf den Sieg der Demokraten bei den US-Zwischenwahlen zurück, welcher die Sorgen vor einer verstärkten Regulierung im Bereich der Künstlichen Intelligenz verstärkte.
Die Anleger erkennen, dass sich mit den US-Zwischenwahlen auch die politischen Rahmenbedingungen für den KI-Boom verändern könnten
Andreas Lipkow, Marktanalyst beim Broker CMC Markets
Durch neue Mehrheitsverhältnisse und politische Führungswechsel auf Ebene der Bundesstaaten geraten bislang als sicher geltende Rechenzentrumsprojekte möglicherweise erneut auf den Prüfstand, erklärte der Marktanalyst. Dies dämpfe die Geschwindigkeit des geplanten Kapazitätsausbaus. Zudem stösst der Bau neuer Rechenzentren in den USA wegen des hohen Finanzierungsbedarfs und möglicher Umweltschäden auf wachsenden Widerstand. Als energiearmes Industrieland leidet Südkorea zusätzlich unter wieder gestiegenen Ölpreisen, nachdem laut Berichten der südkoreanischen Nachrichtenagentur Yonhap in der Straße von Hormus erneut mehrere Tanker beschädigt wurden.

Regierung in Seoul beruft Dringlichkeitssitzung ein
Angesichts der Torkelfahrt berief die Regierung in Seoul eine Dringlichkeitssitzung unter Teilnahme von Vertretern der Finanzaufsichtsbehörden und der Zentralbank ein. Der südkoreanische Finanzminister Lee Hyoung Il betonte im Anschluss, dass die wirtschaftlichen Grundlagen des Landes solide seien. Die Behörden kündigten an, im Falle einer anhaltenden Volatilität weitere Schritte zur Stabilisierung des Marktes zu prüfen.
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