Der FC Lugano hat den einst so dominanten FC Basel in der europäischen Fünfjahreswertung der UEFA überholt und belegt fortan den Platz als bestes Schweizer Team im internationalen Ranking, wie der Blick berichtete.
Wachablösung im UEFA-Ranking
Jahrzehntelang galt der FCB als unangefochtener Fackelträger des Schweizer Fußballs auf internationalem Parkett. Noch im Jahr 2018 stand der FC Basel auf dem 18. Rang der europäischen Klubrangliste, im Jahr 2024 immerhin noch auf Platz 36. Durch den jüngsten Erfolg in Getafe und die anhaltende Schwächephase der Basler, die im Ranking mittlerweile auf Platz 88 abgerutscht sind, hat sich das Bild grundlegend gewandelt. Die Luganesi führen das nationale Tableau in Europa nun an, während die Young Boys auf Platz 92 folgen. Jeder weitere Punkt in der aktuellen Conference League baut diesen Abstand weiter aus.
Nationale Dominanz und Serie ohne Niederlage
Auch in der heimischen Super League präsentiert sich die Mannschaft von Trainer Mattia Croci-Torti in historischer Verfassung. Nach zwölf absolvierten Runden ist der FC Lugano in dieser Saison noch ungeschlagen und weist elf Siege sowie ein Unentschieden auf, was 34 von 36 möglichen Punkten bei einer Tordifferenz von 36:10 entspricht. Vor allem defensiv ist das Team kaum zu knacken, wobei Lukas Mai und Antonios Papadopoulos das Herzstück der besten Abwehr der Liga bilden, die erst zehn Gegentore hinnehmen musste. Über alle Wettbewerbe hinweg sind die Tessiner seit 24 Pflichtspielen ohne Niederlage, womit ein neuer Vereinsrekord aufgestellt wurde, wie Nau meldete. Mit zwölf Partien zum Saisonstart ohne Niederlage liegt Lugano gleichauf mit dem FCZ aus der Spielzeit 2023/24 und YB aus der Saison 2019/20. Der FC Basel hält den absoluten Liga-Startrekord aus der Spielzeit 2003/04 mit 23 Partien ohne Niederlage, während die Basler Rekordserie aus dem Jahr 2016/17 mit 16 Partien ohne Niederlage für den Tabellenführer in Reichweite ist.

Das direkte Duell und die Basler Verbindung im Tessin
Am ersten Novembersonntag unterstrich Lugano diese Überlegenheit auch im direkten Aufeinandertreffen in der neuen AIL-Arena. Trotz eines Ballbesitzanteils von 67 Prozent für die Gäste aus Basel verließ der FCB den Platz als 1:2-Verlierer, wodurch der Vorsprung der Luganesi auf die Berner Young Boys neun Punkte und auf den FC Basel bereits 20 Zähler beträgt. Der 29-Jährige hat seine Topform wiedergefunden und in neun Partien sechs Treffer erzielt – womit er noch effizienter unterwegs ist als in der FCB-Meistersaison. Die Basler Zeitung zitierte den Angreifer mit den Worten, dass in der Kabine des FC Lugano mittlerweile mehr Baseldeutsch gesprochen werde als beim FCB, da mit Uran Bislimi, Ersatzgoalie Felix Gebhardt und Youngster Gjan Ajdin weitere ehemalige FCB-Junioren im Tessin unter Vertrag stehen. FCB-Trainer Slavisa Jokanovic äußerte vor dem Aufeinandertreffen über seinen ehemaligen Spieler: «Er wird sicher extra motiviert sein.» Ajeti selbst sprach offen darüber, dass ihn die Situation beim FC Basel verletzt habe und er gegen Ende kein Vertrauen mehr gespürt habe.
Nächste internationale Aufgaben
Das Team empfängt Kauno Zalgiris im eigenen Stadion. Die litauische Mannschaft verlor ihre ersten beiden Partien gegen Brighton und Bergen jeweils mit vier Gegentoren und rangiert punktelos am Tabellenende, wie der Blick anführte. Mit dem dritten Sieg im dritten Spiel hätten die Tessiner die Qualifikation für die Playoffs aller Voraussicht nach bereits auf sicher, nachdem in der Vorsaison sieben Punkte für die K.o.-Runde und zwölf Zähler für den direkten Einzug in die Achtelfinals gereicht hatten.
