Das Grazer Lichtfestival Klanglicht gastiert ab dem 23. Oktober 2026 erstmals im Schwarzenberg-Garten beim Wiener Belvedere. Parallel kehrt die Veranstaltung nach Schloss Eggenberg zurück. Wegen gesunkener öffentlicher Zuschüsse verlangen die Veranstalter erstmals für das gesamte Programm Eintritt, während das Wiener Pendant bis Januar 2027 läuft.
Klanglicht im Schwarzenberg-Garten in Wien
Das Kulturformat aus der Steiermark weitet sein Einzugsgebiet aus. Erstmals bespielt das Festival neben der Heimatstadt auch die Bundeshauptstadt. Die Wiener Ausgabe im Schwarzenberg-Garten beginnt am 23. Oktober neben dem Schloss Belvedere und läuft deutlich länger als das Grazer Pendant, nämlich bis zum 10. Januar 2027. Schauplatz ist der Privatgarten der Familie Schwarzenberg, der eine neue nächtliche Kunstroute mit der historischen Parklandschaft verbindet. Das dortige Obercheinische Schloss wurde im Jahr 1723 vollendet, womit die Bauarbeiten der von Fürst Eugen von Savoien in Auftrag gegebenen Anlage abgeschlossen wurden. Die Besucherinformation des Belvedere verortet die Adresse des Oberen Belvedere in der Prinz-Eugen-Straße 27 im dritten Wiener Gemeindebezirk, wobei der Zugang zum Festival direkt über den Schwarzenberg-Park erfolgt.
Hinter der Wien-Premiere stehen die Veranstalter Georg Hoanzl und Michael Niavarani, die die Grazer Lizenz nach Wien geholt haben. Hoanzl, der das Areal im Sommer bereits mit dem Theater im Park bespielt, zeigte sich von dem Grazer Festival begeistert und verwies auf die langjährige Erfahrung der Initiatoren. Bei der Programmpräsentation erläuterten Hoanzl und Bernhard Rinner das Konzept gemeinsam mit Kuratorin Birgit Lill-Schnabl. Letztere hob hervor, dass das Event für zahlreiche Menschen einen unkomplizierten Erstkontakt mit Kunst und Kultur darstelle, da das Format so niederschwellig angelegt sei. In dem weitläufigen Park erwarten das Publikum insgesamt 16 künstlerische Licht- und Klanginstallationen, die den Naturraum einbeziehen. So schuf die slowenische Architektin und Lichtkünstlerin Katja Paternoster den Beitrag „Domestic and Wild“, bei dem im gesamten Park Tierskulpturen von Wildtieren entdeckt werden können. Joschua Hohenbrink gestaltete den Pavillon mit dem Werk „Floral Forest“.””

Rückkehr nach Schloss Eggenberg in Graz
In Graz schlägt das Festival im Schloss Eggenberg und dem umliegenden Park auf. Die Veranstaltung findet dort vom 23. Oktober bis zum 7. November 2026 jeweils zwischen 18 und 22 Uhr statt. Bereits im Jahr 2021 gastierte das Festival an diesem historischen Ort. Bei der Präsentation in Graz betonte Bernhard Rinner, Geschäftsführer der Bühnen Graz, den Charakter einer Neuausrichtung. Marko Mele, Geschäftsführer des Universalmuseums Joanneum, äußerte sich erfreut über die erneute Rückkehr an diesen besonderen Standort. Für die Stadt Graz unterstrich Kurt Hohensinner (ÖVP) in Vertretung von Kulturstadträtin Claudia Unger, dass die Kulturveranstaltung die Stadt jedes Jahr aufs Neue verzaubere und weit mehr als ein normales Event sei. Auch Kulturlandesrat Karlheinz Kornhäusl (ÖVP) hob hervor, dass es gelungen sei, auf die angespannten finaziellen Herausforderungen zu reagieren und daraus neue Möglichkeiten zu entwickeln.
Auf dem Programm stehen im Schlossgelände 14 künstlerische Arbeiten. Kuratorin Birgit Lill-Schnabl bezeichnete ein dortiges Werk als besonders eindrucksvoll und verglich dessen Wirkung mit einer Umarmung der Besucher. In der Schlosskapelle zeigt Robin Beekman seine Arbeit „Continuum“, während in der Sakristei das Werk „Migratory Senses“ von Helga Griffith präsentiert wird. Zudem sind Studierende des Instituts für Design und Kommunikation der FH Joanneum mit dem Projekt „Prism“ vertreten. Das Upper Belvedere setzt unterdessen parallel seinen Museumsbetrieb sowie temporäre Schauen fort, zu denen beispielsweise die bis zum 11. Oktober 2026 laufende Ausstellung „IN-SIGHT: Johann Baptist Lampi Der Ältere und Der Jüngeregehört, wodurch eine klare Trennung zwischen dem regulären Museumsbesuch und der Abendroute gewährleistet wird.
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Budgetkürzungen und Eintrittspflicht
Trotz der Expansion in eine zweite Stadt bleibt das Gesamtbudget stabil. Wie bereits im Jahr 2025 beläuft sich der Finanzrahmen auf rund 700.000 Euro. Allerdings mussten die Verantwortlichen aufgrund angespannter Finanzen auf neue Wege setzen. Der Eigenanteil der Bühnen Graz am Festival wurde spürbar angepasst.
Um die laufenden Kosten für Technik, Aufbau, Sicherheit und künstlerische Honorare zu decken, wird für die gesamte Veranstaltung erstmals ein Eintritt verlangt. In Graz kostet der reguläre Vorverkauf 19 Euro, an der Abendkasse werden 24 Euro fällig. Kinder bis sieben Jahre erhalten sowohl in Graz als auch in Wien freien Eintritt. Für beide Standorte wird eine frühe Buchung eines Zeitfensters über die jeweiligen Festival-Webseiten empfohlen.

Historische Wurzeln des Lichtspektakels
Die moderne Lichtkunst bezieht sich auf historische Vorläufer zurück. Diese historische Episode gilt als früher Bezugspunkt für die heutige Verbindung von Licht und öffentlichem Raum, wie sie das Klanglicht in seiner modernen Form aufgreift.
Die Organisation der Wege im Wiener Park wurde zudem so vorbereitet, dass ein Rundgang ohne Treppen entsteht, auch wenn historische Steigungen in dem alten Parkgelände teilweise erhalten bleiben.
Weitere detaillierte Informationen zu den Standorten, Öffnungszeiten und Tickets sind über die offiziellen Webseiten abrufbar.
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