Kaylub Giamanco, ein 36-jähriger Zimmermann und Vater, dessen Töchter die Silver Rail Elementary School in Bend, Oregon, besuchen, brach am 23. Oktober 2026 sein Schweigen darüber, dass er am 15. Oktober 2026 einen 16-jährigen Amokläufer tödlich angeschossen hatte, der bei einem Angriff auf dem Gelände vier Menschen getötet hatte.
Der Tischler Kaylub Giamanco trat zum ersten Mal an die Öffentlichkeit, um über seine Rolle beim Stoppen des Amoklaufs an der Silver Rail Elementary School in Bend, Oregon, zu sprechen. Bei dem Vorfall am 15. Oktober hatte der 16-jährige Griffin J. John II als ehemaliger Schüler das Gebäude gestürmt und das Feuer eröffnet.
Bei der Bluttat starben eine 25-jährige Lehrerin namens Megan Lambert sowie drei Kinder im Alter von fünf, acht und elf Jahren, darunter der fünfjährige Rhoam Summer. Giamanco, der mit seiner Frau und seinen Töchtern in der Nähe der Schule lebt und gerade auf dem Heimweg von einem Mittagessen war, griff mit einer legal in seinem Lastwagen aufbewahrten Handfeuerwaffe im Kaliber .40 ein.
Der Notruf und das Vordringen in das Klassenzimmer
Als er Schüsse und verzweifelte Rufe von Schülern hörte, kroch er immer schneller auf Händen und Knien über den Boden, wobei er dachte, dies sei womöglich das Letzte, was er jemals tun würde.
Da fing ich an zu hören, wie Kinder um ihr Leben flehten, und dann hörte ich Schüsse, und ich fing einfach an, im Robben immer schneller vorwärtszukriechen, und ich sagte mir, dass dies wahrscheinlich das Letzte sein wird, was ich jemals tun werde.
Kaylub Giamanco, via The Guardian
Giamanco stieß die Tür auf, trat in den Raum und feuerte auf den Angreifer. Als der Täter zu Boden ging und nach seiner Waffe greifisch griff, gab Giamanco zwei weitere Schüsse ab, da er fürchtete, der Schütze könnte noch jemanden verletzen.
Trauer um die Opfer und Reaktionen aus der Öffentlichkeit
In dem ausführlichen Interview mit Oregon Public Broadcasting (OPB) beschrieb Giamanco die seelischen Nachwirkungen und die schwere Last des Erlebten. Er erzählte, dass er nachts wach liegt, Gesichter und Stimmen hört und sich fragt, ob er mehr hätte tun können. Er betonte, dass er trotz der allgemeinen Anerkennung vor allem an die Kinder denke, die er nicht retten konnte.
Ich möchte mich dafür entschuldigen, dass ich ihre Babys nicht gerettet habe. Die Dankbarkeit dafür, dass ich die Kinder von Leuten gerettet habe, ist großartig, aber es gab welche, die ich nicht gerettet habe.
Kaylub Giamanco, via BBC
Nach dem Eintreffen der Polizei kehrte Giamanco zu seinem Lastwagen zurück, entlader seine Waffe und rief seine Frau sowie seine Mutter Kenda Freeman in Kalifornien an. Oregons Gouverneurin Tina Kotek lobte das entschlossene Handeln und nannte ihn einen Helden, der heroistisch eingegriffen habe, während die Waffenlobby National Rifle Association (NRA) erklärte, der Fall zeige den Wert einer gesetzestreuen, bewaffneten Bevölkerung.
Zukunftspläne und das Ringen um Sicherheit an Schulen
In den Tagen nach der Tat versuchte Giamanco, das Rampenlicht zu meiden, und veröffentlichte eine kurze Erklärung, in der er den Ersthelfern und der Gemeinschaft dankte. Er erklärte gegenüber Reportern, dass er sich früher als kleines Licht gefühlt habe, nun aber seine Stimme nutzen wolle, um die Welt zu verändern.
Er kündigte an, Spenden sammeln zu wollen und den Einsatz von Schulwachen an allen Standorten zu befürworten, um künftigen Taten vorzubeugen.

Bei dem Amoklauf wurden zudem ein siebenjähriges Mädchen sowie eine 54-jährige Lehrerin verletzt und in Krankenhäuser gebracht, während der 16-jährige Täter noch vor Eintreffen der Polizei verstorben war.