US-Präsident Donald Trump hat während einer Wahlkampfkundgebung in Grand Island, Nebraska, erklärt, dass ein iranischer Angriff auf Los Angeles oder San Diego ein sehr kleiner Preis für den Schutz des Landes sei. Die Äußerungen lösten am Montag heftige Reaktionen und scharfe Verweigerung von kalifornischen Spitzenpolitikern aus.
Trump fordert in Nebraska Opfer für den Iran-Krieg
Bei einer Wahlkampfveranstaltung im Pinnacle Bank Expo Center in Grand Island, Nebraska, verteidigte US-Präsident Donald Trump die wirtschaftlichen Belastungen des anhaltenden Konflikts mit dem Iran. Vor seinen Anhängern ging er auf die gestiegenen Kosten für Kraftstoffe und landwirtschaftliche Betriebsmittel ein, die durch Störungen im Energiemarkt verursacht wurden. Dabei ordnete er die militärische Auseinandersetzung in einen größeren Rahmen ein.
Es ist ein kleiner Preis für die Sicherheit der Welt, für die Sicherheit unseres Landes,
sagte Trump vor der jubelnden Menge im US-Agrargürtel. Kurz darauf äußerte er sich zu der Frage, was eine bewaffnete Auseinandersetzung mit dem Iran für US-amerikanische Großstädte bedeuten könnte, und namentlich nannte er dabei zwei Zentren an der Westküste. Sie können eine Stadt ausschalten. Lasst sie Los Angeles ausschalten. Lasst sie San Diego ausschalten. Das ist ein sehr kleiner Preis, den man zahlen muss, erklärte er laut übereinstimmenden Berichten aus Nebraska.

Die Äußerungen fallen in eine Phase, in der die US-Regierung mit wirtschaftlichem Druck und sinkenden Zustimmungswerten konfrontiert ist. Ein aktueller Reuters/Ipsos-Poll beziffert die Zustimmung zu seiner Amtsführung auf einen Tiefstand von 32 Prozent. Gleichzeitig stehen im November entscheidende Zwischenwahlen im Kongress an, bei denen die Demokraten in nationalen Umfängen zulegen konnten.
Kalifornische Gouverneure und Bürgermeister verurteilen die Äußerungen
Die Reaktionen aus Kalifornien folgten unmittelbar nach der Ausstrahlung des Auftritts. Kaliforniens Gouverneur Gavin Newsom reagierte über den Kurznachrichtendienst X und warf dem Präsidenten vor, das Leben von Millionen Bürgern aufs Spiel zu setzen. Nachdem er die Nationalgarde und Marines nach Kalifornien geschickt hat, sagt Donald Trump nun, unsere ausländischen Feinde sollten Los Angeles und San Diego ausschalten,
schrieb Newsom. Er ist unzurechnungsfähig und gefährlich.
Sein Presseteam ergänzte auf dem offiziellen Konto, dass der Präsident damit für einen Angriff auf mehr als zehn Millionen US-Bürger in zwei der größten Metropolen des Landes werbe, was jenseits jeder Normalität liege. Auch Xavier Becerra, der im Rennen um das Gouverneursamt gegen Steve Hilton antritt, betonte, dass die Leben von dreizehn Millionen Bewohnern in den Bezirken von Los Angeles und San Diego kein kleiner Preis und keine politische Pointe seien.
Auch die Stadtspitzen der betroffenen Metropolen gingen auf Konurskurs. Die Bürgermeisterin von Los Angeles, Karen Bass, betonte die Verantwortung des Weißen Hauses für die innere Sicherheit der Bevölkerung.

„Der Präsident der Vereinigten Staaten hat vorgeschlagen, dass eine ausländische Regierung Los Angeles angreift. Seine Aussagen gegen unsere Stadt sind gefährlich und könnten unsere Sicherheit potenziell gefährden.“
Karen Bass, Bürgermeisterin von Los Angeles
San Diegos Bürgermeister Todd Gloria schloss sich der Kritik an und erklärte, seine Stadt stehe nicht als Kollateralschaden zur Verfügung. Auf X schrieb er, dass San Diego nicht entbehrlich sei und dass man sich aus jeglichem leichtsinnigen Kriegsgeschwätz heraushalten solle.
Republikanische Gegenstimmen und politische Reaktionen im Bundesstaat
Die scharfe Kritik beschränkte sich nicht nur auf demokratische Politiker. Auch republikanische Repräsentanten aus der Region distanzierten sich von den Aussagen des Präsidenten. Der vom Weißen Haus unterstützte Kongresskandidat und County Supervisor Jim Desmond erklärte, er widerspreche den Äußerungen des Präsidenten vehement. Keine amerikanische Stadt sei entbehrlich, und keine Familie dürfe als Kollateralschaden betrachtet werden, so Desmond.
https://x.com/CAgovernor/status/2107328276524114043
Militärischer Kontext und die Kosten des anhaltenden Konflikts
Der Konflikt mit dem Iran, der vor rund sieben Monaten begann, hat nach Angaben des Verteidigungsministeriums bisher zu Ausgaben von etwa 43 Milliarden US-Dollar geführt. Laut aktuellen Daten des Pentagon wurden im Verlauf der Operation mindestens 19 US-Soldaten getötet, während die Zahl der verwundeten Militärangehörigen auf 861 gestiegen ist.
Für San Diego steht die Debatte zudem in einem unmittelbaren lokalen Kontext. Die Stadt, die sich 27 Kilometer von der Grenze zu Mexiko befindet, ist als achtgrößte Stadt der Vereinigten Staaten die Heimat der Naval Base San Diego als Heimathafen der US-Pazifikflotte sowie der Naval Amphibious Base Coronado als wichtigstes Ausbildungszentrum der Navy SEALs an der Westküste.
