Treibende Santa-Ana-Winde haben in Südkalifornien mehrere rasch expandierende Waldbrände ausgelöst. Behörden reagierten mit präventiven Stromabschaltungen für über 100.000 Haushalte und Betriebe, Straßensperrungen und großflächigen Evakuierungswarnungen, während Einsatzkräfte gegen das Henderson-Feuer und den Brand in Malibu ankämpfen.
Südkalifornien blickt auf die längste und stärkste Phase von Santa-Ana-Winden heute, insbesondere in tieferen Lagen. Der Nationale Wetterdienst registrierte Windspitzen zwischen 50 und 70 Meilen pro Stunde in den Countys Ventura und Los Angeles sowie bis zu 90 Meilen pro Stunde in den Bergregionen. Die Kombination aus extremer Trockenheit und Sturmböen verwandelte trockenes Unterholz in eine explosive Brandlast. Meteorologen warnten, dass sich neu entstehende Feuer rasant ausbreiten können.
Hunderte Feuerwehrleute kämpfen im Süden des US-Bundesstaats Kalifornien gegen mehrere Waldbrände an. Ryan Kittell, Meteorologe beim Wetterdienst in Oxnard, erklärte, dass sich die Winde weiter verstärken. Die Behörden ergreifen umfassende Maßnahmen, um neue Brände zu verhindern. So kündigten State Parks und Partnerbehörden einen koordinierten Plan für Parkschließungen während roter Flaggenwarnungen an. Diese Schließungen betreffen die Santa Monica Mountains, um zufällige Entzündungen zu reduzieren und Besucher sowie umliegende Gemeinden zu schützen. Neben den Vorbereitungen des Staates positionieren CAL Fire und Cal OES zusätzliche Einsatzkräfte, Flugzeuge und Ausrüstung in Orange, Ventura, Los Angeles und Santa Barbara County.
Das Henderson-Feuer auf Camp Pendleton und der Einsatz im Malibu-Gebirge
Das Henderson-Feuer brach am Donnerstag gegen 14:35 Uhr auf dem Marines-Stützpunkt Camp Pendleton rund 40 Meilen nördlich von San Diego aus. Innerhalb weniger Stunden wuchs das Inferno auf eine Fläche von 2.080 Acres an. Das California Department of Forestry & Fire Protection verzeichnete am Freitag eine Eindämmung von null Prozent. Die Flammen zwangen die Behörden zeitweise dazu, die Nordrichtung der Interstate 5 bei der Vandegrift Boulevard zu sperren. Watch-Duty-Daten zeigten, dass die Winde den Brand am Freitagmittag westwärts trieben.
Etwa zur gleichen Zeit am Donnerstag entstand der Bryson-Brand nahe der Encinal Canyon Road im bergigen Terrain von Malibu. Feuerwehrleute rückten mit Hubschraubern, Planierraupen und Handcrews aus, um ein Übergreifen der Flammen nach Süden zu verhindern. Dank nächtlicher Löscharbeiten stieg die Eindämmung dieses Brandes bis Freitagfrüh auf 17 Prozent bei einer ausgebrannten Fläche von 147 Acres.
Präventive Stromabschaltungen und Evakuierungswarnungen in Los Angeles und Ventura
Um die Gefahr von Funkenflug durch umstürzende Stromleitungen einzudämmen, unterbrach Southern California Edison vorsorglich die Stromversorgung für mehr als 100.000 Haushalte und Betriebe. Im Landkreis Los Angeles standen am Freitagmorgen rund 12.000 Menschen unter Evakuierungswarnungen.
Los-Angeles-County-Supervisorin Lindsey Horvath appellierte an die Bevölkerung in den brandgefährdeten Regionen, vorbereitet zu bleiben. Neben den Evakuierungen schlossen die Behörden umliegende Parks und Straßen präventiv. Parallel kündigte der Sheriff von Los Angeles County, Robert Luna, verstärkte Streifen in evakuierten Gebieten an, um Plünderungen zu verhindern.
Meteorologische Ursachen und der Vergleich zur Brandbilanz
Rote Flaggen blieben für Ventura und Los Angeles County bis Samstag gültig.
Weitere Brände entstanden im Rahmen der Winde am Donnerstag im gesamten Staat sowie entlang der Sierra Nevada. Neben Malibu und San Diego zählten das Bryson-Feuer und das Henderson-Feuer zu den Bränden der Region. Ein weiteres Feuer ereignete sich auf der Insel Santa Rosa im Channel-Islands-Nationalpark. Dieses Feuer erfasste eine Fläche von rund 68 Quadratkilometern und gilt laut Los Angeles Times als der größte dokumentierte Brand in der modernen Geschichte der Insel. Am Dienstagabend war dieses Feuer zu 26 Prozent eingedämmt, nachdem es die Insel für Besucher unzugänglich gemacht hatte. Die Küstenwache prüft Berichte, wonach Signalraketen eines gestrandeten Seglers das Feuer ausgelöst haben könnten.
Ein anderes Feuer namens Sandy Fire breitete sich nordwestlich von Los Angeles in der Umgebung von Simi Valley auf knapp sieben Quadratkilometern aus. Dieses Feuer war am Dienstag zu fünf Prozent eingedämmt, begünstigt durch kühlere Temperaturen und abflauende Winde. Zeitweise waren dort rund 29.000 Menschen von Evakuierungsanweisungen und Warnungen betroffen, bevor die Zahl am Dienstag auf etwa 17.000 sank. Mindestens ein Wohnhaus wurde dabei zerstört.
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