JPMorgan Chase hat im dritten Quartal die Gewinnerwartungen der Wall Street verfehlt. Analysten führten den ersten Dämpfer seit fast drei Jahren am Dienstag auf nachlassende Dynamik im Investmentbanking und Handelsgeschäft sowie auf Securities-Verluste zurück, während CEO Jamie Dimon vor versteckten wirtschaftlichen Risiken warnte.
Die größte US-Bank hat im Zeitraum bis zum 30. September einen Gewinn von 5,57 US-Dollar je Aktie gemeldet. Analysten hatten im Durchschnitt mit 5,85 US-Dollar gerechnet, während andere Schätzungen von 5,90 bis 5,93 US-Dollar reichten. Der Nettoumsatz belief sich auf 50,2 Milliarden US-Dollar, während andere Berichte von 50,9 Milliarden US-Dollar sprachen. Im Vorjahreszeitraum hatte der Umsatz bei 46,4 Milliarden US-Dollar gelegen.
Rückgang im Investmentbanking und bei Handelsaktivitäten
Im Zentrum der Betrachtung steht die verlangsamte Dynamik in den lukrativen Wall-Street-Divisionen. Die Erträge im Commercial- und Investmentbanking sanken um neun Prozent im Quartalsvergleich auf 22,7 Milliarden US-Dollar, womit eine Serie boomender Dealmaking-Profite abbrach. Die Wall-Street-Investmentbanken hatten zuvor stark von der Marktvolatilität und großen Fusions- und Übernahmegeschäften profitiert.
Gleichzeitig verzeichnete das Institut 658 Millionen US-Dollar an Verlusten aus Wertpapieren infolge einer Verschlechterung am Anleihemarkt. Ohne diese Verluste lag der Gewinn bei 5,75 US-Dollar je Aktie.
David Wagner, Leiter für Aktien und Portfoliomanager bei Aptus Capital Advisors, erklärte, JPMorgan sei möglicherweise „ein Opfer des eigenen Erfolgs […] da dies im dritten Quartal die Messlatte sehr hoch legt und das Unternehmen offensichtlich einige Schwierigkeiten hatte, genau das zu erreichen“.”
Zwar stiegen die gesamten Handelserlöse um 15 Prozent auf 10,3 Milliarden US-Dollar und die Erlöse aus dem Aktiengeschäft legten um 49 Prozent zu, da Investoren ihre Portfolios infolge der Volatilität umschichteten, doch blieben die Zahlen insgesamt hinter den ursprünglichen Erwartungen zurück. Noch im September hatte Co-Doug Petno erklärt, die Investmentbanking-Gebühren und Markterträge würden im dritten Quartal voraussichtlich im mittleren bis hohen Zehnerbereich steigen.
Dimon warnt vor versteckten wirtschaftlichen Risiken
Trotz einer starken US-Wirtschaft, die durch robuste Unternehmensausgaben und konsumfreudige Verbraucher angetrieben wird, warnte Jamie Dimon vor anhaltenden Risiken. Neben JPMorgan Chase legten am Dienstagmorgen auch die Konkurrenten Wells Fargo und Citigroup ihre Quartalsberichte vor, während Goldman Sachs ebenfalls zur Veröffentlichung anstand.

Jamie Dimon, CEO von JPMorgan Chase, sagte: „Diese Kräfte sind vielleicht handhabbar, aber wir bleiben auf eine Vielzahl von Ausgängen vorbereitet.
Stabilität im Kredit- und Konsumentengeschäft
Auf der Bilanzseite zeigte sich das Kerngeschäft der Bank widerstandsfähig. Die Kernerträge aus Krediten sowie der Nettozinsertrag kletterten um 13 Prozent auf 27 Milliarden US-Dollar. Die Bank hob daraufhin ihre Prognose für den Nettozinsüberschuss ohne das Marktgeschäft für das Gesamtjahr um eine Milliarde US-Dollar auf 97,5 Milliarden US-Dollar an und erhöhte die Vorhersage für 2027 auf 107 Milliarden US-Dollar.
| Finanzkennzahl | Q3 2026 (Aktuell) | Vergleich zum Vorjahr / Analysten |
|---|---|---|
| Gewinn je Aktie | 5,57 US-Dollar | Verfehlt die Konsensschätzung von 5,85 bis 5,93 US-Dollar |
| Gesamtumsatz | 50,2 bis 50,9 Milliarden US-Dollar | Anstieg um acht Prozent gegenüber 46,4 Milliarden Dollar |
| Handelserträge | 10,3 Milliarden US-Dollar | Plus 15 Prozent, blieben jedoch hinter den Erwartungen zurück |
| Nettozinsertrag (ohne Handel) | 27 Milliarden US-Dollar | 13 Prozent Wachstum im Jahresvergleich |
Weiterlesen