Nach mehr als sechs Jahrzehnten in den Vereinigten Staaten hat die kanadische Singer-Songwriterin Joni Mitchell am Dienstag, den 13. Oktober 2026, offiziell die US-amerikanische Staatsbürgerschaft angenommen. Auf Instagram teilte sie ein Foto, das sie mit einer kleinen amerikanischen Flagge zeigt, sowie ein kurzes Video von der Feierlichkeit des Department of Homeland Security.
Die aus dem kanadischen Fort Macleod in Alberta stammende Künstlerin vollzog den Schritt zur US-Staatsbürgerschaft im Oktober 2026. Auf Instagram teilte sie ein Foto, das sie mit einer kleinen amerikanischen Flagge zeigt, sowie ein kurzes Video von der Feierlichkeit des Department of Homeland Security.
A journey that began 62 years ago.
Joni Mitchell, via Instagram
In dem Video ist zu hören, wie ein offiziellem Vertreter ihren Namen und ihre Herkunft mit dem Ausruf Joni Mitchell, Canada
ankündigt, woraufhin die anwesenden Gäste in Beifall ausbrechen.

Sechs Jahrzehnte in Nordamerika
Die Verbindung der Musikerin zu den Vereinigten Staaten reicht bis in die Mitte der 1960er Jahre zurück. Damals zog sie gemeinsam mit ihrem damaligen Ehemann Chuck Mitchell nach Detroit, nachdem das Paar im Juni 1965 geheiratet hatte. Nach dem Scheitern der Ehe zog es die Künstlerin nach New York City, wo sie in Manhattan die Inspiration für den Song Chelsea Morning
fand. Sie lebte kurz in New York, bevor sie 1968 nach Los Angeles zog.
Um diese Zeit zog sie nach Los Angeles, wo sie zunächst 1968 nach Laurel Canyon und im Jahr 1975 nach Bel Air ging. Sie pendelte zwischen Kalifornien und British Columbia in Kanada, wo sie zeitweise ein Anwesen am Meer besessen hatte. Heute lebt sie in Santa Barbara.
Ende der 1960er Jahre ließ sie sich in Südkalifornien nieder. Sie prägte als feste Größe die Musikszene in Laurel Canyon und schuf ein international gefeiertes Werk mit Alben wie Blue (1971) und Court and Spark (1974). Ihre Diskografie umfasst einflussreiche Alben wie Blue, Court and Spark und Hejira sowie bekannte Lieder wie „Both Sides, Now“, „Big Yellow Taxi“ und „Woodstock“. Ihr Schaffen bewegte sich durch Folk, Rock, Pop und Jazz und brachte ihr neun Grammys sowie den Status einer der bedeutendsten Singer-Songwriterinnen der Moderne ein. Im April 1969 erschien ihr zweites Album Clouds, das sich als Top-40-Hit in den USA platzierte, ihr einen Grammy für die beste Folk-Darbietung einbringt und ihr im darauffolgenden Mai das Cover des Magazins Rolling Stone sicherte. Trotz ihrer jahrzehntelangen Präsenz in den USA blieb ihre kanadische Herkunft stets ein zentraler Teil ihrer Identität. Ihre musikalische Laufbahn wurzelte zunächst in Torontos Yorkville-Folk-Szene, bevor sie den Sprung in den nordamerikanischen Musikmarkt vollzog. Erst im März 2026 reiste sie nach Hamilton in Ontario, um bei den Juno Awards mit einem Lifetime Achievement Award geehrt zu werden.”””
Das Thema ihrer Staatsbürgerschaft erlangte zudem im April dieses Jahres im Rahmen einer breiteren kulturellen Debatte Aufmerksamkeit, als The New York Times eine Aufstellung der 30 größten lebenden US-Songwriter veröffentlichte, auf der sie keine Berücksichtigung fand, da man den Kanadiern diese Ehre nicht nehmen wollte. Dies sorgte bei Kritikern und Fans für Unverständnis, zumal sie als eine der prägendsten Songwriterinnen der New Yorker Folk-Szene der 1960er Jahre gilt.

Politische Äußerungen und Kritik
Ihre Einbürgerung erfolgt nach Jahren gelegentlich deutlicher Worte zur US-Politik. Während eines Auftritts bei den Hollywood Bowl-Konzerten im Jahr 2024 äußerte sie öffentlich Kritik an dem damaligen Präsidentschaftskandidaten Donald Trump und bedauerte, als Kanadierin nicht wahlberechtigt zu sein. Sie bezeichnete sich damals selbstironisch als one of those lousy immigrants
.
Auch gegenüber der kanadischen Heimat äußerte sich die Künstlerin in der Vergangenheit kritisch; in einer Erklärung auf ihrer Website aus dem Jahr 2006 betonte sie zwar, sich in erster Linie als Kanadierin zu sehen, warnte jedoch gleichzeitig vor einer zu starken politischen und kulturellen Annäherung an die Vereinigten Staaten.

Pläne in Santa Barbara
Die nun vollzogene Einbürgerung ist laut den Veröffentlichungen der Künstlerin an kein neues Album oder Tourneeprojekt geknüpft. Wohnhaft ist die Songwriterin in Santa Barbara. Ob sie nach Abschluss des Prozesses noch rechtzeitig für anstehende lokale Fristen in Kalifornien als Wählereliste eingetragen wird, offenbart sich bald; die Registrierungsfrist für die Region schließt im Oktober 2026.