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Unterhaltung

Joan Cusack: Und plötzlich taucht die Schauspielerin wieder in Hollywood auf

Die 63-jährige Schauspielerin Joan Cusack ist am 28. Mai in London bei der Premiere von Toy Story 5 erschienen. Es war ihr erster öffentlicher Auftritt auf dem roten Teppich seit elf Jahren. Cusack kehrt für ihre Rolle als Jessie in das Rampenlicht zurück, nachdem sie sich weitgehend aus Hollywood zurückgezogen hatte.

Der Auftritt in London markiert das Ende einer langen öffentlichen Abwesenheit. Die letzte Premiere, an der Cusack teilnahm, waren die Emmy Awards im Jahr 2015 in Los Angeles. Während viele Stars ihres Kalibers den sozialen Druck und die ständige Sichtbarkeit der Filmindustrie suchen, wählte Cusack einen anderen Weg. Ihr Rückzug war kein plötzlicher Bruch, sondern eine strategische Entscheidung für ein Leben abseits der Kameras.

Jessie übernimmt die Führung in Toy Story 5

In der neuen Pixar-Produktion, die am 19. Juni in die Kinos kommt, gibt es eine wesentliche Änderung in der Dynamik der Charaktere. Jessie, die von Cusack synchrongesprochen wird, übernimmt die Rolle der Hauptfigur von Woody. Die Handlung konzentriert sich auf den Konflikt zwischen traditionellem Spielzeug und moderner Technik. Laut der Filmbeschreibung steht die Gruppe vor einer neuen Herausforderung, als sie mit der heutigen Besessenheit von Kindern für Elektronik konfrontiert wird. Regisseur Andrew Stanton begründete den Wechsel der Führungsposition damit, dass Woody eine Pause benötige und Jessie bereit sei, die Leitung der Spielzeuge zu übernehmen.

Diesmal trifft Spielzeug auf Technik. Buzz, Woody, Jessie und der Rest der Gang werden in ihren Jobs herausgefordert, wenn sie mit dem konfrontiert werden, wovon Kinder heute besessen sind… Elektronik!

Film-Synopsis, via Hello Magazine Dieser Rollenwechsel spiegelt eine Entwicklung wider, die bereits in Toy Story 4 vorbereitet wurde. Stanton betonte, dass Jessie bereits vor einem Film die notwendige Entwicklung durchlaufen hatte, um die Führung zu übernehmen.

Die bewusste Flucht aus dem Hollywood-System

Cusacks Entscheidung, Los Angeles zu verlassen, war eine Reaktion auf die dort herrschenden Werte. Trotz ihrer großen Karriere und zweier Oscar-Nominierungen – 1988 für Working Girl und 1997 für In & Out – entschied sie sich gegen ein luxuriöses Leben in den Hollywood Hills. Stattdessen kehrte sie in ihre Heimatstadt Chicago zurück, um dort mit ihrem Ehemann, dem Anwalt Richard Burke, und ihren zwei Söhnen zu leben. Wie Yahoo berichtet, wollte die Schauspielerin vermeiden, dass das Familienleben nur um Fernsehen und Filme kreist. Sie kritisierte die Oberflächlichkeit der Filmmetropole, in der Aussehen und finanzieller Status oft im Vordergrund stehen.

In LA lässt man sich leicht davon blenden, wie man aussieht oder wie viel Geld man hat, und das sind keine Werte, die ich meine Kinder übernehmen soll.

Die bewusste Flucht aus dem Hollywood-System
Photo: hellomagazine.com
Joan Cusack, via The Huffington Post Chicago bot ihr hingegen eine kulturelle Tiefe und eine Normalität, die sie als unbezahlbar beschreibt. Die Stadt mit ihrer Architektur, ihren Museen und ihrer Geschichte diente als Anker, um die Kinder fernab vom Paparazzi-Wahnsinn aufwachsen zu lassen.

Unternehmerin statt Star: Das Leben mit „Judy Maxwell Home“

Um finanziell unabhängig von ihrer Schauspielkarriere zu sein, gründete Cusack im Jahr 2011 den Geschenkladen Judy Maxwell Home in Chicago. Dieser Schritt ermöglichte es ihr, Rollenangebote abzulehnen, die sie dazu gezwungen hätten, ihre Familie für längere Zeit zu verlassen. Laut einem Bericht von Spiegel sieht die Schauspielerin ihren Laden als eine Art Experimentierfeld für ihre eigenen Instinkte. Da sie sich selbst nicht als große Köchin bezeichnet, war das Einzelhandelsgeschäft die ideale Alternative, um kreativ tätig zu sein, ohne den Anforderungen des Filmsets unterworfen zu sein.

Ich denke auch, wenn man heute eine Frau ist, ist es so schön, einen eigenen Laden zu haben. Man schult seine Instinkte in der Welt, im Gegensatz zu zu Hause. Das ist ein kleines Labor meiner eigenen Instinkte über das Dasein in der Welt.

Joan Cusack aus Toy Story 5 verrät, warum sie Hollywood den Rücken kehrte | E! News
Joan Cusack, via The New Yorker Diese unternehmerische Tätigkeit gibt ihr eine Zufriedenheit, die sie in der Filmindustrie vermisste. Während sie die Zusammenarbeit mit talentierten Menschen an coolen Sets schätzt, bezeichnet sie die Welt Hollywoods insgesamt als nicht besonders großartig.

Eine Karriere zwischen Oscar-Nominierungen und Emmy-Sieg

Trotz ihrer Abwesenheit bleibt Cusacks Einfluss auf die Popkultur bestehen. Sie ist bekannt für ihre Fähigkeit, sowohl glamouröse als auch exzentrische Charaktere mit einer präzisen komischen Note zu spielen. Ihr Portfolio umfasst einige der prägendsten Rollen der 80er und 90er Jahre.
  • 1988: Oscar-Nominierung für die beste Nebendarstellerin in Working Girl.
  • 1997: Oscar-Nominierung für die beste Nebendarstellerin in In & Out.
  • Kultrollen: Debbie Jellinsky in Addams Family Values und die Schulleiterin Roz Mullins in School of Rock.
  • 2017: Gewinn eines Emmy-Preises für ihre Rolle als Sheila Jackson in der Serie Shameless.
Ihr letzter Onscreen-Auftritt war im Jahr 2019 in dem Film Let It Snow. Seitdem hat sie sich fast vollständig auf ihr Privatleben und ihr Geschäft konzentriert. Die Rückkehr als Stimme von Jessie in Toy Story 5 ist daher mehr als nur ein Job; es ist eine seltene Ausnahme von ihrer Regel der Privatsphäre. Für die Branche ist Cusacks Beispiel bemerkenswert. In einer Zeit, in der die meisten Stars ihre Marken durch ständige Präsenz in den sozialen Medien pflegen, beweist sie, dass ein bewusster Rückzug die eigene Relevanz nicht schmälert. Die Tatsache, dass sie nun als Führungsperson in einer der erfolgreichsten Filmfranchises der Welt zurückkehrt, unterstreicht ihren Status als unverzichtbare Charakterdarstellerin.

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Eine Karriere zwischen Oscar-Nominierungen und Emmy-Sieg
Photo: yahoo.com
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Sophie Krueger

Über den Autor

Sophie Krueger leitet das Unterhaltungsressort von Germanic Nachrichten. Ihr Schwerpunkt liegt auf Film, Streaming, Popkultur und prominenten Entwicklungen mit redaktioneller Einordnung und sauberer Quellenlage.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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