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Sport

Jeremy Doku wants to be there for the birth of his first child. That should be the end of it – The Athletic

Jeremy Doku, der 24-jährige Flügelstürmer von Manchester City und der belgischen Nationalmannschaft, löste am 21. Juni 2026 eine hitzige Debatte aus, nachdem er seinen Wunsch äußerte, die Weltmeisterschaft für die Geburt seines ersten Kindes zu verlassen. Doku betonte die Bedeutung dieses Familienereignisses, während Kritiker die Priorisierung gegenüber dem sportlichen Erfolg hinterfragten.

Die Kontroverse begann fast beiläufig. In einem Interview vor dem Eröffnungsspiel Belgiens gegen Ägypten sprach Doku über seine Form und seine Dribbelkünste, bevor das Thema seiner schwangeren Partnerin aufkam. Wie The Athletic berichtete, erwähnte der Spieler, dass sein Kind möglicherweise noch vor Ende des Turniers zur Welt kommen könnte. Doku wies darauf hin, dass sich sein Teamkollege Brandon Mechele in einer ähnlichen Situation befinde.

Doku machte deutlich, dass er diesen Moment nicht verpassen möchte. Er erklärte, dass der Verband über die Situation informiert sei und man gemeinsam eine Lösung finden werde.

„Ich möchte gerne dabei sein. Kein Vater möchte das verpassen.

Jeremy Doku, Nationalspieler Belgiens

Was zunächst wie eine private Familienangelegenheit wirkte, entwickelte sich innerhalb weniger Tage zu einem öffentlichen Streit über die moralischen Verpflichtungen eines Profisportlers gegenüber seinem Land und seinem Team.

Die Eskalation: Zwischen „Statistenrolle“ und „Kindheitstraum“

Die Reaktionen reichten von ironischen Bemerkungen bis hin zu offener Empörung. Der ehemalige belgische Nationalspieler Gert Verheyen deutete in einer Fernsehübertragung scherzhaft an, dass Doku bei der Geburt seines Kindes ohnehin nur ein „Ersatzrad“ sei. Verheyen betonte, man könne in einer solchen Situation lediglich sagen: „Du machst das toll, mach weiter so“.

Härtere Worte fanden Peter Janssens, ein ehemaliger Jugendtrainer von Doku, und die französische Fernsehmoderatorin France Pierron. Laut Goal.com bezeichnete Pierron in der Sendung „L’Equipe de Choc“ den Gedanken, das Turnier für die Geburt zu verlassen, als empörend.

„Man muss sich klar machen, dass es ein echtes Privileg ist, an einer Weltmeisterschaft teilzunehmen, es ist eine unglaubliche Freude. Es gibt hunderte Fußballer, die töten würden, um an deiner Stelle zu sein; es passiert vielleicht nie wieder in deinem Leben. Es ist wirklich ein besonderer Moment, ein wahr gewordener Kindheitstraum.

Die Eskalation: Zwischen „Statistenrolle“ und „Kindheitstraum“
Photo: Goal.com
France Pierron, Moderatorin bei L’Equipe

Auch Peter Janssens vertrat eine kompromisslose Sichtweise gegenüber dem Portal VRT. Er argumentierte, dass die Teilnahme an einer Weltmeisterschaft eine bewusste Entscheidung sei. Janssens stellte fest: „Wenn man zur Weltmeisterschaft fährt, ist das eine Entscheidung. Es mag ein wenig hart klingen, aber wenn man dort ist, dann deshalb, weil man sich entschieden hat zu spielen.

Diese Sichtweise spiegelt einen tiefen Generationenkonflikt wider, in dem die totale Hingabe an den Leistungssport über private Meilensteine gestellt wird. Während Pierron sich später für ihre Wortwahl entschuldigte, bleibt die Grundfrage bestehen: Wo endet die Pflicht gegenüber dem Team und wo beginnt das Recht auf ein Privatleben?

Die sportliche Bedeutung: Warum Belgien Doku braucht

Die Aufregung speist sich nicht nur aus moralischen Vorstellungen, sondern auch aus der sportlichen Abhängigkeit Belgiens von seinem Flügelstürmer. Die „Roten Teufel“ gelten als Geheimfavoriten des Turniers, doch der Start war holprig. Das Eröffnungsspiel gegen Ägypten am 15. Juni endete mit einem 1:1-Unentschieden, obwohl Belgien als klarer Favorit in die Gruppe G ging.

Wie Sports Illustrated berichtet, ist Doku einer der effektivsten Offensivspieler Belgiens. Seine Explosivität und Technik sind zentral für das Spielsystem. In der vergangenen Saison für Manchester City erzielte er fünf Tore und bereitete fünf weitere vor, womit er maßgeblich zum Erfolg der Cityzens in der Premier League beitrug.

⚽👶 Jeremy Doku Ready to Leave World Cup for Childbirth! “I Won’t Miss My First Baby”

Die statistische Wahrscheinlichkeit für einen Erfolg Belgiens hängt eng mit der Verfügbarkeit seiner Schlüsselspieler zusammen.

Meilenstein Wahrscheinlichkeit (Opta)
Sieg in Gruppe G 52,6 %
Weiterkommen (allgemein) 90,9 %
Erreichen des Achtelfinals 55,1 %
Erreichen des Viertelfinals 25,8 %

Da die Geburt von Dokus Kind für die zweite Juliwoche erwartet wird, würde dies exakt mit der Phase des Viertelfinals zusammenfallen. Sollte Belgien tatsächlich diesen Punkt erreichen, stünde Doku vor der Wahl zwischen einem potenziellen Halbfinaleinzug und der Anwesenheit bei der Geburt seines ersten Kindes.

Zwischen Pflichtgefühl und Vaterrolle

Nicht alle Stimmen in der Sportwelt teilen die Härte von Pierron oder Janssens. Der französische Boxer Brahim Asloum positionierte sich klar auf der Seite des Spielers. Er konterte die Kritik mit der einfachen Feststellung, dass ein Baby das gesamte Leben eines Menschen darstelle, während eine Weltmeisterschaft irgendwann beendet sei.

Zwischen Pflichtgefühl und Vaterrolle
Photo: Sports Illustrated

Um den Konflikt zu lösen, wird laut belgischen Medien über die Organisation eines Privatjets nach England nachgedacht. Dies würde die Reisezeit minimieren und eine schnellstmögliche Rückkehr in den Kader ermöglichen. Dennoch bleibt die emotionale und physische Belastung eines 10-stündigen Fluges und der damit verbundenen Aufregung ein Risiko für die Leistungsfähigkeit des Spielers.

Der Fall Doku ist symptomatisch für den modernen Leistungssport. Während früher die nationale Ehre und der sportliche Erfolg als absolute Prioritäten galten, fordern heutige Athleten vermehrt eine Balance zwischen ihrem Beruf und ihrer mentalen sowie familiären Gesundheit. Die heftigen Reaktionen zeigen, dass die Sportwelt in dieser Frage noch immer tief gespalten ist.

Was nun folgt, wird davon abhängen, wie weit Belgien im Turnier kommt. Sollten die „Roten Teufel“ die Viertelfinals erreichen, wird die Entscheidung von Doku und dem Verband nicht mehr nur eine private Angelegenheit sein, sondern eine strategische Entscheidung mit Auswirkungen auf die Ambitionen eines ganzen Landes.

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Felix Neumann

Über den Autor

Felix Neumann leitet das Sportressort von Germanic Nachrichten. Er berichtet ueber Fussball, internationale Turniere und Leistungssport und verbindet Ergebnisberichterstattung mit analytischem Hintergrund.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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