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Technik und Wissenschaft

JAXA plant Start der MMX-Sonde zur Probenahme vom Marsmond Phobos

Japan plant den Start der Raumsonde MMX vom Tanegashima Space Center am 19. Oktober 2026. Das Projekt soll Bodenproben vom Marsmond Phobos bergen und klären, ob die Monde des Roten Planeten aus Einschlagsschutt oder eingefangenen Asteroiden hervorgingen. Die Rückkehr zur Erde ist für 2031 vorgesehen.

Die Raumfahrtgeschichte steht vor einem neuen Kapitel, während am Tanegashima Space Center die Vorbereitungen auf der Zielgeraden sind. Am Montag, dem 19. Oktober 2026, soll die ehrgeizige Mission namens MMX, kurz für Martian Moons eXploration, den Startvorgang über eine H3-Rakete einleiten. Das Startfenster erstreckt sich vom 19. Oktober bis zum 7. November, um den anspruchsvollen interplanetaren Kurs anzutreten.

Hinter dem Vorhaben steht federführend die japanische Raumfahrtagentur JAXA. Internationale Partner wie die US-amerikanische NASA, die deutsche Agentur DLR und die französische CNES steuern Instrumente und Technik bei, um den Mars und seine Trabanten grundlegend zu vermessen.

Pneumatischer Stickstoffstrahl sammelt Phobos-Boden

Das Landen auf einem kleinen Himmelskörper wie Phobos birgt physikalische Hürden, vor allem wegen der äußerst schwachen Gravitation. Herkömmliche Bohrtechniken würden das Raumfahrzeug schlicht abheben lassen. Um dieses Problem zu umgehen, setzt das Team auf eine von der Firma Honeybee Robotics entwickelte Technologie, die von der NASA im Rahmen ihres Discovery-Programms bereitgestellt wird.

Ein an einem der Landebeine montierter Pneumatiksammler stößt hochenergetische Stickstoffgasstöße in den Boden. Dadurch wird lockeres Material aufgewirbelt und direkt in eine Sammelkammer geleitet. Ergänzend dazu treibt ein von der JAXA gebautes Kernbohrgerät einen Zoll tiefer in das Gestein, um Schichten unterhalb der Oberfläche zu sichern.

Das Rätsel um die Entstehung der Marsmonde

Im Zentrum der wissenschaftlichen Neugier steht ein jahrzehntelanger Streit in der Planetenforschung. Bis heute ist unklar, ob Phobos und sein kleinerer Begleiter Deimos eingefangene Asteroiden aus den Tiefen des Alls darstellen oder Bruchstücke eines gewaltigen Einschlags auf dem Mars sind.

Sollten die Proben chemische Spuren des Mars selbst aufweisen, stützt dies die Kollisionstheorie. Zeigen sie dagegen eine Zusammensetzung wie ferne Gesteinsbrocken, spricht dies für die Asteroiden-Hypothese. Parallel dazu scannt das NASA-Instrument MEGANE, das von der Johns Hopkins Applied Physics Laboratory gefertigt wurde, die Oberfläche aus der Umlaufbahn mit Gammastrahlen und Neutronen ab.

Reiseverlauf, Rover-Einsatz und der Zeitplan bis 2031

Die Raumsonde hat einen langen Weg vor sich. Nach dem Start im Oktober 2026 soll die Ankunft im Mars-System im August 2027 erfolgen. Im Anschluss beginnt eine Phase der detaillierten Kartierung beider Monde. Der eigentliche Zugriff auf Phobos soll nach NASA-Angaben nicht vor Dezember 2028 stattfinden.

An Bord befindet sich zudem prominente Fracht aus Europa. Ein 25 Kilogramm schwerer Rover namens Idefix, entworfen von DLR und CNES, wird auf der Mondoberfläche abgesetzt. Er verbringt rund drei Monate damit, die Beschaffenheit des Bodens zu untersuchen. Für die Kommunikation und Navigation während der gesamten Jahre greift das Team auf das Deep Space Network der NASA zurück.

Projektphase Zeitpunkt
Startfenster ab Tanegashima Oktober – November 2026
Ankunft am Mars August 2027
Probenahme auf Phobos Frühestens Dezember 2028
Rückkehr zur Erde 2031

Die Erkenntnisse der Mission reichen weit über das unmittelbare System hinaus. Forscher erhoffen sich Aufschluss darüber, wie innere Planeten wie die Erde einst an Wasser und organische Verbindungen gelangten. Bis die Kapsel im Jahr 2031 auf der Erde landet und die Analysen beginnen, bleibt die Auswertung der Orbiter-Daten das wichtigste Bindeglied im Zeitplan der Raumfahrtagenturen.

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Clara Vogt

Über den Autor

Clara Vogt verantwortet das Ressort Technik und Wissenschaft. Sie schreibt ueber KI, Digitalisierung, Forschung und Innovation und uebersetzt komplexe Entwicklungen in klaren, belastbaren Journalismus.

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