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Welt

Israeli Settlers Attack Palestinians and European Officials in West Bank

Maskierte israelische Siedler haben am 17. Oktober 2026 im besetzten Westjordanland eine europäische Delegation und palästinensische Olivenbauern angegriffen. Bei dem Vorfall im christlich geprägten Ort Taybeh wurden mehrere Menschen verletzt und ein belgisches Diplomatenfahrzeug beschädigt, was international scharfe Reaktionen auslöste.

Angriff auf europäische Diplomaten und Bauern in Taybeh

Der Überfall ereignete sich am Samstag, dem 17. Oktober 2026, während einer offiziellen Zeremonie. Vertreter aus Frankreich, Belgien und Polen hatten die palästinensische Stadt Taybeh besucht, um eine Städtepartnerschaft zwischen Taybeh und der französischen Gemeinde Saint-Pierre zu besiegeln. Anwesend waren unter anderem der französische und der belgische Konsul, ein polnischer Vertreter sowie der Bürgermeister von Saint-Pierre, Christian Ravain, wie Taybehs Bürgermeister Suleiman Khourieh gegenüber der Nachrichtenagentur Anadolu Agency schilderte.

Im Anschluss an die Zeremonie begab sich die Delegation in den westlichen Teil der Stadt, um sich solidarisch mit palästinensischen Bauern zu zeigen, die dort gerade die Oliven einbachten. Dabei tauchten maskierte Siedler auf. Die Angreifer warfen Steine, schlugen mit Eisenbahnen zu und beschädigten das Fenster eines Autos der belgischen Delegation. Mehrere Dorfbewohner erlitten Verletzungen.

Israeli Settlers Attack Palestinians and European Officials in West Bank
Foto: adn.com

Unter den Opfern befand sich Bernard Baudoux, der Bürgermeister der nordfranzösischen Gemeinde Aulnoye-Aymeries. Er trug eine Schärfe in den französischen Nationalfarben und wurde von den Angreifern getreten und geschlagen. Er benötigte jedoch keine stationäre Krankenhausbehandlung.

Ich denke, dass es, wenn sich Siedler so verhalten, eine Toleranz seitens der israelischen Regierung gibt

Bernard Baudoux, Bürgermeister der nordfranzösischen Stadt Aulnoye-Aymeries

Baudoux betonte, die Welt müsse erfahren, was vor Ort geschehe. Für ihn selbst gehe die Reise bald zurück nach Europa, während die Menschen vor Ort weiter leiden würden. Ein Aktivist vor Ort, Amit Orfali, berichtete zudem, die maskierten Männer hätten die Anwesenden mit dem Tod bedroht.

Israeli Settlers Attack Palestinians, European Diplomats in West Bank | Dawn News English

Eskalation während der Olivenernte im Westjordanland

Die Vorfälle in Taybeh stehen in einer Serie gewaltsamer Übergriffe während der jährlichen Olivenernte, die Anfang Oktober begonnen hat. Laut Angaben des palästinensischen Gesundheitsministeriums wurden seit Beginn der Ernte mindestens vier Menschen getötet und über 100 verletzt. Die Ernte stellt für Tausende palästinensische Familien eine wirtschaftliche Lebensgrundlage und ein wichtiges Kulturgut dar.

Aktivisten kritisieren seit langem, dass die israelischen Behörden kaum gegen die Übergriffe vorgehen, bei denen Siedler von Steinschleudern bis hin zu Schusswaffen einsetzen. Erst am Freitag zuvor war bei einem ähnlichen Angriff im Westjordanland-Dorf Abu Falah unter anderem eine Fotografin der Washington Post, Heidi Levine, schwer verletzt worden.

Israeli settlers smash vehicle, assault member of European diplomatic delegation

Die Vereinten Nationen und große Teile der internationalen Gemeinschaft stufen die israelischen Siedlungen im Westjordanland als völkerrechtswidrig ein. Israel besetzte das Gebiet im Nahostkrieg von 1967. Während die Siedlungen und dazugehörige Außenposten wachsen, stehen sie unter dem Schutz des israelischen Militärs.

Politische Reaktionen und innenpolitischer Druck in Israel

Die Gewalt löste international Entsetzen und heftige Kritik an der israelischen Führung aus. Der französische Außenminister Jean-Noël Barrot forderte von Israel, die kriminelle Gewalt unverzüglich zu stoppen und die Verantwortlichen festzunehmen. Sein belgischer Amtskollege Maxime Prévot verurteilte die Attacke ebenfalls scharf, sprach von einer beschädigten belgischen Delegation und kündigte an, sich für weitere Sanktionen der Europäischen Union starkzumachen.

Der israelische Außenminister Gideon Sa’ar verurteilte die schweren Gewalttaten von Randalern auf X und erklärte, sein Ministerium stehe mit den Botschaftern der betroffenen Staaten in Kontakt. Das israelische Militär stufte den Vorfall als schwere Gewalttat ein, merkte jedoch an, dass der Besuch nicht mit den Streitkräften koordiniert worden sei und sich keine Soldaten am Ort des Geschehens befanden. Die israelische Polizei leitete Ermittlungen ein.

Innenpolitisch trifft der Vorfall Premierminister Benjamin Netanjahu wenige Tage vor den anstehenden Wahlen am 27. Oktober 2026. Netanjahus Büro warnte vor voreiligen Schlüssen und sprach von einer möglichen Schmutzkampagne gegen Siedler, während er betonte, dass ausländische Delegationen ihre Bewegungen mit dem Militär abstimmen müssten.

Harte Kritik an Netanjahu kam von seinem wichtigsten politischen Widersacher, dem ehemaligen Generalstabschef Gadi Eisenkot. Dieser bezeichnete die Taten auf X als jüdischen Terror und warf der Regierung vor, die letzten Reste internationaler Legitimität des Staates Israel zu verbrennen.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

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