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Iran schließt Straße von Hormus erneut – Trump droht mit Maut

Das iranische Militärkommando hat die Straße von Hormus erneut für den Schiffsverkehr gesperrt, nachdem Israel wieder Angriffe auf den Libanon durchführte. Während eine iranische Delegation für diplomatische Gespräche in der Schweiz eingetroffen ist, droht US-Präsident Donald Trump mit einer eigenen Maut für die Meerenge, sollte die aktuelle Rahmenvereinbarung zur Beendigung des Krieges scheitern.

Eskalation in der Straße von Hormus: Warum der Iran die Blockade erneuert

Eskalation in der Straße von Hormus: Warum der Iran die Blockade erneuert
Photo: T-Online
Die geopolitische Lage im Nahen Osten hat sich am Wochenende erneut massiv verschärft. Das iranische Militärkommando verkündete im staatlichen Fernsehen die sofortige Schließung der Straße von Hormus für den gesamten Schiffsverkehr. Als Begründung führten die Verantwortlichen die fortgesetzten israelischen Angriffe im Südlibanon an, die laut iranischer Sicht eine Verletzung des mit den USA getroffenen Rahmenabkommens zur Beendigung des Irankriegs darstellten. Wie DIE ZEIT berichtete, bezeichnete das Militärkommando das Verhalten der USA als böswillig und behauptete, die Amerikaner hätten „eindeutig gegen ihre Verpflichtung verstoßen“, den Krieg zu beenden. Die Schließung der Meerenge wird von Teheran als „erster Schritt“ deklariert. Sollte die militärische Aggression in der Region anhalten, plant das iranische Kommando weitere Maßnahmen, um den Gegner zur Einhaltung seiner Verpflichtungen zu zwingen. Die iranische Nachrichtenagentur Mehr untermauerte diese Haltung mit dem Vorwurf „gebrochener Versprechen und gebrochener Verträge“ durch die US-Regierung. „Sollte die Aggression anhalten, sind weitere Schritte geplant.“ Das iranische Militärkommando, via Staatsfernsehen Diese Entwicklung stellt die jüngsten diplomatischen Bemühungen auf eine harte Probe. Erst in dieser Woche wurde eine Rahmenvereinbarung unterzeichnet, die beide Seiten dazu verpflichtete, die bestehenden Blockaden aufzuheben. Zwar konnten bereits erste Schiffe die Passage wieder passieren, doch die neue Sperrung zeigt, wie fragil das Vertrauen zwischen den Konfliktparteien bleibt.

Diplomatischer Krisengipfel: Die Verhandlungen in der Schweiz

Iran schließt erneut die Straße von Hormus! Friedensabkommen vor dem Aus? 🚨📉
Trotz der militärischen Eskalation setzt der diplomatische Prozess fort. Eine iranische Delegation ist bereits in der Schweiz eingetroffen, um an hochrangigen Gesprächen teilzunehmen. Laut T-Online begrüßte das Schweizer Außenministerium die Ankunft der Delegation am Samstagabend offiziell über den Kurzbotschaftendienst X. Die Gespräche sollen am Sonntag auf technischer Ebene in Bürgenstock stattfinden. Dabei geht es nicht nur um die maritime Sicherheit, sondern um die Kernfragen der regionalen Stabilität. Die Teilnehmer der Verhandlungen umfassen:
  • Vertreter der Vereinigten Staaten
  • Vertreter des Iran
  • Pakistan (als Mediator)
  • Katar (als Mediator)
Der US-Vizepräsident JD Vance brach am Samstag vom Luftwaffenstützpunkt Joint Base Andrews auf, um die Verhandlungen zu unterstützen. Er betonte die Dringlichkeit der Agenda und nannte zwei zentrale Schwerpunkte. „Ich denke, wir werden hoffentlich Fortschritte in der Atomfrage erzielen und auch beim Waffenstillstand im Libanon vorankommen. Das sind die beiden großen Themen, auf die wir uns meiner Meinung nach konzentrieren sollten.“ JD Vance, US-Vizepräsident, via T-Online Vance gab zudem an, dass er selbst „nur ein oder zwei Tage dort bleiben“ könne. Während er die diplomatischen Protokolle wahrt, sind die US-Unterhändler Steve Witkoff und Jared Kushner bereits vor Ort, um die Details der Verhandlungen zu führen. Islamabad unterstützt den Prozess als Mediator weiterhin, um die im Rahmenabkommen erzielten Übereinkünfte zu vertiefen, wie Spiegel zufolge zu berichten ist.

Wirtschaftliche Risiken und Trumps Drohung mit einer US-Maut

Wirtschaftliche Risiken und Trumps Drohung mit einer US-Maut
Photo: DIE ZEIT
Die erneute Sperrung der Straße von Hormus trifft die globalen Energiemärkte ins Mark. Die Meerenge ist eine der kritischsten Schlagadern der Weltwirtschaft, da durch sie etwa 20 Prozent des globalen Energiehandels abgewickelt werden. Eine dauerhafte Blockade würde die Lieferketten massiv stören und die Preise für Rohöl und Flüssigerdgas in die Höhe treiben. Trotz der angekündigten Sperrung durch den Iran verzeichnete das US-Zentralkommando (Centcom) am Samstag eine Zunahme des Schiffsverkehrs. Wie ZDFheute mitteilte, passierten 55 Schiffe die Meerenge, die insgesamt etwa 17 Millionen Barrel Öl transportierten. Das US-Militär betonte, dass seine Streitkräfte weiterhin vor Ort seien, „während die US-Streitkräfte in diesem Gebiet weiterhin zur Wahrung der Freiheit der Schifffahrt im Einsatz waren“. Das Ziel der US-Präsenz sei es, sicherzustellen, dass alle Abmachungen des Rahmenabkommens „eingehalten, befolgt und in vollem Umfang umgesetzt werden“.
Kennzahl der Schifffahrt (Samstag) Wert
Anzahl der Schiffe 55
Transportiertes Öl (geschätzt) 17 Millionen Barrel
Globaler Anteil des Ölhandels (Hormus) ca. 20 %
Die politische Reaktion aus Washington ist unmissverständlich und geht über rein militärische Präsenz hinaus. US-Präsident Donald Trump hat über seine Plattform Truth Social mit einer drastischen Maßnahme gedroht, sollte die diplomatischen Bemühungen in der Schweiz scheitern. Er erwägt die Einführung einer US-Maut für die Straße von Hormus. Trump bezeichnete die USA in diesem Zusammenhang als „Schutzengel“ der Region und signalisierte, dass sich die USA ihre Dienste zur Sicherung der Passage vergüten lassen könnten, falls kein finales Friedensabkommen zustande kommt. Diese Drohung verschärft die Lage zusätzlich. Während die Diplomaten in Bürgenstock versuchen, die zerbrechliche Stabilität wiederherzustellen, droht ein neuer wirtschaftlicher Konflikt, der die Straße von Hormus von einer rein regionalen Sicherheitszone in ein Instrument für US-amerikanische Finanzpolitik verwandeln könnte.

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Anna Richter

Über den Autor

Anna Richter leitet das Weltressort von Germanic Nachrichten. Sie berichtet ueber internationale Politik, Diplomatie und geopolitische Entwicklungen mit Fokus auf Kontext, Verlaesslichkeit und Relevanz fuer deutschsprachige Leser.

Alle Beiträge erscheinen nach redaktioneller Prüfung gemäß unseren Redaktionsrichtlinien.

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